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Mahmood: Wir haben den italienischen Chart-Stürmer in Zürich getroffen

Wir haben den italienischen Chart-Stürmer Mahmood getroffen

Mahmood tourt derzeit mit seinem dritten Album «Nei letti degli altri» durch Europa und ist am Freitag in der Westschweiz zu Gast. Für watson plaudert er aus dem Nähkästchen.
13.04.2024, 20:30
Alyssa Garcia
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Einer seiner neusten Hits, der Song «Tuta Gold», der im Februar beim Sanremo-Festival vorgestellt wurde, erreichte 49 Millionen Views auf YouTube und über 70 Millionen Abrufe auf Spotify. Kurz nach seiner Veröffentlichung stieg der Track in den «Top 10 Debut Global Charts» der Plattform hinter Kanye West und Ty Dolla $ign auf den zweiten Platz. In Italien wurde der Song mit dreifach Platin ausgezeichnet.

Alessandro Mahmoud – Mahmood ist sein Künstlername – wurde am 12. September 1992 in Mailand als Sohn einer sardischen Mutter und eines ägyptischen Vaters geboren. Sein Stil, den er selbst als "marokkanischen Pop" beschreibt, und seine Stimme haben ihn zu einem der unumgänglichen Künstler dieser neuen Generation italienischer Sänger gemacht, deren Einfluss stetig wächst und sich weit über die Grenzen des Landes hinaus ausbreitet. Wir trafen ihn am Mittwoch in Zürich, wo er einen Auftritt hatte.

Du bist gerade auf Europatournee, um dein drittes Album zu veröffentlichen. Inwiefern unterscheidet es sich von den ersten beiden?
Mahmood: Es ist das empathischste und direkteste Album, das ich je geschrieben habe. In den letzten Jahren bin ich viel reifer geworden, vor allem auf emotionaler Ebene. Ich denke, diese Entwicklung hat sich auf meine Texte und die Art und Weise, wie ich anderen von meinen Beziehungen erzähle, übertragen.

«Im Bett passieren viele Dinge – darum habe ich diesen Namen für das Album gewählt.»

Was meinst du damit?
Das Bett ist der privateste Ort im Leben eines Menschen. Eine Sphäre, in die nur enge Freunde und die Menschen, die du wirklich liebst, eingeladen werden. Hier verrätst du, hier wirst du betrogen. Es ist auch der Ort, an dem du allein bist und über deine Probleme des Tages nachdenkst. Meiner Meinung nach trifft das auf alle zu, weshalb ich das Bett als Ausgangspunkt meines Albums gewählt habe.

Auf dem Album gibt es einen Song mit Angèle: «Sempre/Jamais». Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?
Angèle ist unglaublich. Sie ist super sympathisch und ein echter Profi. Als wir uns im Studio in Paris trafen, um dieses Stück zu produzieren, waren wir darauf fokussiert, dass der Song meine musikalische Welt, aber auch die ihre repräsentieren sollte. Mit ihr war es einfach, diese zwei Dinge zu vereinen.

Es stimmt, dass dieses Lied die perfekte Mischung aus euch beiden ist. Warum wolltest du gerade mit Angèle singen?
Ich habe sie schon seit einiger Zeit verfolgt und immer sehr geschätzt. Wir haben uns auf Instagram geschrieben und daraus ist etwas entstanden. Wir haben uns schliesslich bei einer Modenschau in Paris getroffen und beim Abendessen sehr viel geredet. Sie hat mir von ihrer Vergangenheit und ihren Erfahrungen erzählt. Unsere persönlichen Geschichten haben viele Gemeinsamkeiten.

Du repräsentierst eine Generation, die aus verschiedenen Ländern stammt und sich mehreren Nationen zugehörig fühlt. Ist das etwas, was du darstellen möchtest?
Es fällt mir immer schwer zu sagen, dass ich jemanden oder etwas repräsentieren möchte. Eigentlich repräsentiere ich meine Wahrheit, also mein Leben.

«Ich hoffe, dass sich viele Menschen in dem, was ich erlebt habe, wiederfinden.»

Ich denke schon, dass das zutrifft. Ich erhalte viele Nachrichten von Menschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Das freut mich wirklich sehr. Aber es ist immer schwierig zu sagen: ‹Ich möchte ein Symbol für etwas sein.› Eigentlich möchte ich einfach nur ich selbst sein.

Du hast das Sanremo-Festival zweimal gewonnen, 2019 mit Soldi und 2022 mit Brividi. Was bewirkten diese Siege?
Sie haben mir die Möglichkeit gegeben, das zu tun, was ich heute tue: Von meiner Musik zu leben, im Ausland auf Tournee zu gehen, bekannt zu werden und mit ausländischen Produzenten zusammenzuarbeiten.

Mahmood
Bild: universal music

Bist du zum ersten Mal in Zürich?
Nein, ich bin hier schon vor zwei Jahren aufgetreten. Das war wunderschön und lustig. Die Stadt ist schön und sauber. Ich mag es sauber und minimalistisch, deshalb gefällt mir Zürich sehr gut.

Dein Konzert beginnt in ein paar Stunden. Hast du ein Ritual, bevor du auf die Bühne gehst?
Ja, ich bereite mich zwei Stunden lang vor (lacht)!

Wirklich?
Ja, ich dusche, wärme meine Stimme auf und nehme mir einen Moment Zeit, um mich zu entspannen. Ich brauche einen Moment, um mich vorzubereiten. Bei meinen letzten Auftritten fiel es mir schwer, dieses Ritual beizubehalten, weil alles sehr schnell ging. Ich habe Interviews und nur sehr wenig Zeit. Der Beweis: Ich habe noch nicht einmal zu Mittag gegessen. Deshalb bin ich auf Bananen fixiert (A. d. Red: Er ass tatsächlich eine Banane zu Beginn des Interviews). Aber ich liebe den Spirit, der auf Tournee herrscht.

Kannst du dich vor dem Konzert heute Abend noch entspannen?
Wenn es nur noch zwei Stunden sind, liegt das wahrscheinlich nicht mehr drin (lacht)!

Was machst du normalerweise nach einem Konzert?
Wenn wir können, gehen wir nach dem Konzert essen. In letzter Zeit ist uns das nicht wirklich gelungen. Ich glaube, dass wir für heute Abend ein Restaurant finden müssen.

Ich habe mehrere Adressen in Zürich. Wenn du willst, gebe ich dir meine Tipps.
Ja, das wäre toll! Lass und das später noch besprechen.

Mahmood
Bild: universal music

Welchen Song hast du zuletzt gehört?
Ich war im Flugzeug, lass mich nachschauen. Es war «Headhigh» von Doja Cat.

Du sagst, es sei dir manchmal peinlich, wenn du jemandem einen deiner intimen Songs vorspielst.
Es ist mir ein bisschen peinlich, weil ich das, was ich nicht mündlich sagen kann, in meinen Liedern ausdrücke. Es ist, als würdest du jedem die Wahrheit sagen. Die Leute hören zu, schauen dich an und sagen: «Das hast du uns noch nie gesagt».

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