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Community-Frage: Bin ich nur noch aus Gewohnheit mit ihm zusammen?

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Rat der Weisen

«Bin ich nur noch aus Gewohnheit mit ihm zusammen?»

16.02.2026, 10:1016.02.2026, 11:39

Frage von Sarah:

Heyhey!

Ich bin mitte dreissig und seit sechs Jahren in einer Beziehung, wir haben eine gemeinsame Wohnung, einen Alltag, der funktioniert, Haustiere, Freunde, nette Familien, also eigentlich keinen „grossen“ Grund zum Jammern.

Trotzdem habe ich seit Monaten dieses leise Gefühl, dass ich mich selber ein wenig aus den Augen verliere und zu einem irgendwie langweiligen Menschen geworden bin. Jeden Tag dasselbe Programm. Und am Wochenende eigentlich auch, einfach mit anderen Menschen. Entweder man geht Brunchen, jemand hat Geburtstag, man geht wandern, es sind doch irgendwie gefühlt immer dieselben 10 Aktivitäten, die sich abwechseln? Oder ist das nur bei mir so?

Früher war ich spontan, habe Freundinnen angerufen, bin einfach mal in den Zug gestiegen und nach Antwerpen gefahren, einfach so, habe Dinge gemacht, nur weil ich sie machen wollte und nicht, weil es mir jemand vorgeschlagen hat. Da war ich Single.

Und heute plane ich alles um meinen Partner und meine Beziehung herum: wann er arbeitet, wann er müde ist, wann er „Ruhe“ braucht. Und ich merke, dass ich automatisch leiser werde, damit es harmonisch bleibt. Das Komische ist: Er verlangt das nicht mal explizit. Er ist nicht kontrollierend, nicht böse, nicht laut. Es ist eher wie ein feiner Nebel aus Erwartungen, Gewohnheiten und meinem Wunsch, dass es leicht bleibt. Und je mehr ich Harmonie mache, desto weniger spüre ich mich. Gleichzeitig habe ich Angst, undankbar zu sein. Ich habe Angst, dass ich etwas Gutes kaputt mache, nur weil ich wieder „mehr“ will.

Wie erkennt man den Unterschied zwischen einer normalen Phase (Stress, Winter, Müdigkeit) und einem Muster, das einen langsam kleiner macht? Ich habe aktuell wirklich das Gefühl, ich bin einfach nur aus Gewohnheit mit ihm zusammen. Aber vielleicht ist das auch einfach nur der Winter ...

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