In 187 Städte können Flugpassagiere diesen Sommer ab dem Flughafen Zürich fliegen. Das sind fast so viele wie vor der Coronakrise im Sommer 2019. Damals wurden 195 Destinationen direkt bedient. Nur die Frequenzen sind auch diesen Sommer oft noch nicht auf dem Stand von vor der Krise.
Nicht nur in europäische Städte, auch auf Langstrecken-Destinationen ist das Netz dicht. Besonders in Nordamerika können vom grössten Schweizer Flughafen aus sehr viele Städte ohne Umwege direkt erreicht werden, aber auch in Richtung Asien werden die wichtigsten Metropolen bedient. Dünner ist das Angebot hingegen in Richtung Südamerika und Afrika.
Der grösste Schweizer Landesflughafen analysiert regelmässig, welche grösseren Städte noch nicht direkt vom Flughafen Zürich aus bedient werden, obwohl sie ein hohes Verkehrsaufkommen generieren. Dafür wird angeschaut, wie viele Menschen von Zürich mit Umstieg zu den jeweiligen Destinationen fliegen.
Die entsprechende Route unterteilt der Flughafen in drei Kategorien: In jener der «nicht bedienten Routen» finden sich Städte, die gar nicht ab Zürich angeflogen werden. In jener der «ungenügend bedienten Routen» sind Destinationen aufgeführt, zu denen es zwar Direktflüge gibt, aber noch immer sehr viele Menschen, die mit Umsteigen dorthin fliegen – ein Indiz für weiteres Potenzial für Direktflüge. In der Kategorie «saisonal bediente Routen» wiederum führt der Flughafen Zürich Destinationen mit hohem Potenzial auf, die derzeit nicht ganzjährig bedient werden.
Die Liste mit den Zahlen von 2019 und 2022 liegt CH Media vor – und sie überrascht.
In der Kategorie der «nicht bedienten Routen» schwingt die beliebte indonesische Ferieninsel Bali obenauf. Im Jahr 2019 flogen fast 50'000 Menschen mit einem Umstieg vom Flughafen Zürich dorthin. Die Zahlen für das Jahr 2022 sind wegen der Reiseeinschränkungen im Zug der Coronapandemie besonders im asiatischen Raum und der allgemein noch tieferen Reisetätigkeit deutlich tiefer und entsprechen deshalb nicht dem Volumen eines «normalen» Reisejahres.
Mit Ausnahme von Mexico City besteht die Liste ausschliesslich aus Städten in Asien und Australien. Oft handelt es sich um sehr weit entfernte Destinationen, die im Direktflug kaum wirtschaftlich angeboten werden können. Flüge nach Sydney könnten zwar technisch möglich sein. So plant etwa die australische Airline Qantas einen Direktflug von London nach Sydney. Weil auf einer so langen Strecke aber sehr viel Treibstoff getankt werden müsste, könnte wohl nur wenig Fracht mitgenommen werden, was beispielsweise bei der Swiss eine sehr wichtige Rolle für die Rentabilität von Routen spielt.
Bei Denpasar auf Bali wiederum dürfte der Anteil von Freizeitreisenden sehr hoch sein, die allerdings weniger oft Business oder First Class buchen. Für Airlines wie die Swiss, die den Hub am Flughafen Zürich betreibt, sind die Erlöse aus diesen hochpreisigen Klassen wichtig, um Routen wirtschaftlich betreiben zu können. Viel Geschäftsverkehr dürfte es hingegen in Richtung Mexico City geben– eine möglicherweise vielversprechende Destination für interessierte Airlines.
Was auffällt: Weder Osaka noch Washington D.C. sind auf der Liste zu finden. Die Swiss war 2020 kurz davor, diese beiden Ziele in ihr Streckenportfolio aufzunehmen – doch die Pandemie machte ihr einen Strich durch die Rechnung. Diese Woche stellte Swiss-Kommerzchef Tamur Goudarzi Pour an einem Mediencall in Aussicht, dass die Airline im nächsten Jahr wieder neue Langstreckendestinationen aufnehmen könnte. In ein paar Monaten will die Fluggesellschaft dazu informieren.
Bei der Liste der «ungenügend bedienten Routen» des Flughafens schwingt Bangkok obenauf. Trotz Direktflügen reisten 2019 über 60'000 Menschen mit Umstieg in die thailändische Hauptstadt.
Danach folgen Seoul, New York, Tokyo und Delhi. Bei den Passagieren, die auf Umwegen zu diesen Destinationen reisen, dürfte es sich auch um eine preissensitivere Kundschaft handeln, die lieber länger unterwegs ist, als die oft teureren Direktflüge zu bezahlen.
Laut Flughafen-Zürich-Sprecherin Bettina Kunz werden die Daten zum einen von einem sogenannten Anbieter für Market Intelligence bezogen, andererseits auch vom Flughafen selbst erhoben. Die Daten beinhalten Passagiere, die von Zürich indirekt über einen Umsteigeflughafen an die jeweilige Destination fliegen.
Werden Direktflüge auf bisher nicht bedienten Strecken angeboten, so wird auch Nachfrage geschaffen. Die Nachfrage, die mit einem Direktflug generiert werden könne, liege je nach Destination zwischen 30 und 100 Prozent über dem bisherigen, indirekt gereisten Aufkommen.
Im Sommer werde Seoul durch Korean Airlines wieder direkt angebunden, eine der grossen wirtschaftlich, politisch und kulturell wichtigen Metropolen in Asien, die noch gefehlt habe. Ausserdem würden die Kapazitäten nach Hong Kong und Shanghai ausgebaut, sagt Kunz.
Potenzial gibt es für die Airlines darüber hinaus in der Kategorie der «saisonal bedienten Routen».
«Nach der Pandemie war und ist das oberste Ziel, die Destinationsvielfalt und das Sitzangebot wiederherzustellen. Im Sommer 2023 werden wir wieder 95 Prozent der Destinationen und 90 Prozent der Airlines zurückhaben», sagt Kunz. «Darunter befinden sich auch neue Strecken wie von Ethiopian Airlines nach Addis Abeba oder von Saudia nach Riad, im sich öffnenden Saudi-Arabien.» Diese gute interkontinentale Anbindung sei sehr wertvoll für den Wirtschaftsstandort Zürich und die Schweiz als Ganzes und «keineswegs eine Selbstverständlichkeit». (aargauerzeitung.ch)
Im Norden Kanadas herscht gerade eine Hizewelle, die statistisch weniger als einmal in 1000 Jahren auftreten sollte. Zudem brennt grossflächig der Wald ab.
Würde mir wünschen, dass der öffentliche Boden- und Wasserverkehr mehr gefördert wird.
Und trotzdem überlebe ich es drölfzig Mal umzusteigen. Sollten die Fliegenden auch noch so schaffen.