wechselnd bewölkt
DE | FR
6
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Leben
TV

Böhmermann kommentiert «Bares für Rares» und parodiert Streamer perfekt

Böhmermann als Streamer
Böhmermann könnte Streamer werden.bild: youtube / zdf magazin

Jan Böhmermann provoziert Streamer erneut mit Parodie – trotz Shitstorm

09.12.2022, 13:1209.12.2022, 14:02
Helen Kleinschmidt / watson.de

Jan Böhmermann kann es nicht lassen. In der Vergangenheit sorgte er mehrfach für Aufsehen in der deutschen Streamer-Szene. Obwohl er bereits das eine oder andere Mal einen Shitstorm kassierte, setzt sich der Moderator nun wieder im Gaming-Look vor die Kamera. Damit macht er sich indirekt über MontanaBlack, Knossi und andere Streamer lustig.

Jan Böhmermann legt sich immer wieder mit Streamer-Szene an

Im September dieses Jahres hatte Böhmermann in einer Ausgabe des «ZDF Magazin Royale» Mikrotransaktionen in Videospielen kritisiert. Vor allem die Tatsache, dass Streamer ihre Fans zu solchen Käufen verleiteten, stiess dem Satiriker sauer auf. So kritisierte Böhmermann bekannte deutsche Twitch-Streamer und parodierte etwa MontanaBlack im Stil seiner Reaction-Videos.

Ein weiterer Vorfall spielte sich vor zwei Jahren ab: Damals bezeichnete Böhmermann MontanaBlacks Community als Nazis. Dafür kassierte er einen heftigen Shitstorm. Böhmermann hält sich deshalb aber nicht zurück. Er eckt immer wieder mit den Twitch-Fans an, was bei diesen gar nicht gut ankommt.

Böhmermann kommentiert «Bares für Rares»

Dieses Mal filmt sich Böhmermann, wie er auf die kultige Sendung «Bares für Rares» reagiert. Die Trödel-Show wird im ZDF ausgestrahlt – dem Sender, auf dem auch Böhmermanns eigene Sendung immer freitags ausgestrahlt wird. Im Video zu sehen: Böhmermann in schwarzem Unterhemd auf seinem Gaming-Stuhl, mit Goldkettchen um den Hals und mit einer Packung «Froot Loops» als Snack in der Hand.

Von Anfang an geht er voll in seiner Rolle auf. «Die Sendung soll ganz gut sein», kündigt er an, obwohl er «Bares für Rares» als ZDF-Moderator natürlich bestens kennt. In der Folge, die er sich zum Kommentieren ausgesucht hat, bringen die Gäste ein mit Diamanten bestücktes Kreuz. Die Gutachterin stellt schnell fest, dass sich im Inneren des Kreuzes Holzsplitter befinden, die demnach wohl aus dem Kreuz von Jesus stammen sollen.

«Holzstücke aus dem wahren Kreuz Jesu Christus? Da sind Holzstücke aus Jesu Kreuz drin?», ruft er gespielt erstaunt. Denn eigentlich gibt er sich unbeeindruckt. «Holzstücke, Alter. Und ein Zehennagel von Maria ist da auch noch mit drin und ein Popel von Josef. Oder was kommt jetzt?»

Im Laufe des Videos kommt Jan Böhmermann immer wieder darauf zu sprechen, wie viel er doch als Streamer angeblich verdiene. Die «Bares für Rares»-Expertin schätzt den Wert des besonderen Kreuzes auf 60'000 bis 80'000 Euro, was für Böhmermann eine verhältnismässig kleine Summe ist. Das gibt er als Streamer zumindest vor.

«Das mache ich in 20 Minuten, nicht mal, in zehn Minuten», prahlt er und bedankt sich im nächsten Zuge für eine Donation. «60'000 gerade hereingekommen. Ich habe nicht mal ein Kreuz verkauft, nur das hier», sagt er und präsentiert mit seinen Händen seinen Körper.

Wenn Streamer mit ihrem Gehalt angeben

Als die Gäste am Ende der Sendung lediglich ein Angebot von 42'000 Euro bekommen, was weit unter dem Schätzpreis liegt, ist Böhmermann entsetzt. «Mach's nicht. Das ist Jesus, Mann, mach's nicht», rät er den Besitzerinnen des Kreuzes. «42'000 Euro? Ich kauf' mir fünf von den scheiss Kreuzen, Alter.»

Böhmermann spielt mit seinem satirischen Video auf das Verhalten und das hohe Gehalt der Streamer an: Vor etwa einem Jahr kam etwa ans Licht, dass Knossi in zwei Jahren 2,2 Millionen Euro bei Twitch verdient habe. Bei den anderen erfolgreichen Streamer dürfte das nicht anders sein. Einige Streamer prahlen gerne mal im Gespräch mit ihren Zuschauenden mit ihrem Gehalt.

Bild
bild: youtube/ zdf magazine royale

Das Video kommt bei seiner Community offenbar gut an. In den Kommentaren feiern ihn die Zuschauerinnen für das Satire-Video. So schreibt ein User: «Ich feier wie Jan morgens aufsteht und seine miese Stimmung und tiefsten asozialsten Seiten als Satire verkauft.» Ein anderer schreibt: «Böhmi kommt noch viel zu intelligent und normal rüber, bis zum Monte-Niveaulimbo ist noch viel Luft nach unten. Aber tolles Format!»

Mehr «Böhmi»:

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Themen

Wenn das Internet ein Mensch wäre – in 10 fiesen Situationen

Video: watson

Das könnte dich auch noch interessieren:

6 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
XKCD
09.12.2022 13:36registriert Mai 2020
Als Gamer seit 20 Jahren kann ich nur sagen:
Weiter so! Streamer, die sich an die Publisher verkaufen, sind der Krebs unseres Hobbys. Da werden unfertige Games gerechtfertigt, übertriebene Preise wegdiskutiert und Gambling als erstrebenswert verkauft (natürlich mit manipulierten Lootboxen).
984
Melden
Zum Kommentar
avatar
Herr Ole
09.12.2022 15:07registriert Dezember 2017
Das fettgedruckte Zitat im letzten Absatz ist doch kein Lob.
241
Melden
Zum Kommentar
avatar
Fröhlisch
09.12.2022 17:15registriert Februar 2016
Sehr nice gemacht. Nur zu selten digga gesagt.
253
Melden
Zum Kommentar
6
Okay, ich hab das mit diesem Dry January jetzt auch mal versucht ...
Alkohol ist ein Genussmittel, predige ich jeweils meinen beiden Teenagern. Und Genuss ist der einzige Grund, ihn zu konsumieren. Dabei merkte ich je länger je mehr, dass ich mich nicht an meine eigenen Regeln hielt. Das musste sich ändern. Der beste Kickoff dafür: Dry January.

Ein Cüpli zum Apéro, ein Glas Wein zum Essen, ein Drink mit Freunden. Alles super. Solange man's nicht trinkt, weil man denkt, man muss, sage ich meinen Kindern, die beide legal Alkohol trinken dürfen. Und: Es gibt auch sonst eine ganze Menge falscher Gründe, Alkohol zu konsumieren. Langeweile. Gewohnheit. Stress. Frust. Dabei merkte ich immer öfter, dass ich immer wieder mal genau aus diesen Gründen zum Glas griff. Nicht täglich, und nicht literweise. Trotzdem: Ich predigte hier im wahrsten Sinne des Wortes Wasser und trank Wein. Das musste sich ändern. Und ich dachte: Wennschon, dennschon. Ich starte mit einem Totalverzicht: Dry January.

Zur Story