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günther jauch lässt einen kandidaten ohne tipps früh rausfliegen.

Er kann es nicht fassen: Christof Reuter fliegt bereits bei der 1000-Euro-Frage raus. Bild: tvnow

Günther Jauch lässt «Wer wird Millionär»-Kandidat eiskalt auflaufen

Rabea Erradi / watson.de



Zwei Kandidatinnen und zwei Kandidaten schafften es bei «Wer wird Millionär» am Montag auf den begehrten Ratestuhl. Dort ging es aber alles andere als leicht zu, denn Moderator Günther Jauch zeigte sich zu Beginn eher von seiner sperrigen Seite, bevor ihn die musikalische Einlage einer Kandidatin wieder wachkitzelte.

Gleich zu Beginn scheiterte Christof Reuter aus Hamm nach einem holprigen Start an der 1000-Euro-Frage. Der Justizvollzugsbeamte sollte beantworten, wobei es sich laut Duden auch um eine Person handeln könne – A) Rauchmelder, B) Feuerlöscher, C) Blitzableiter oder D) Sprinkleranlage. «Der Feuerwehrmann löscht Feuer, ist also ein Feuerlöscher», reimte sich der Kandidat die vermeintliche Lösung zusammen.

«WWM»: Kandidat verzockt sich bei 1000-Euro-Frage

Jauch liess ihn diese Antwort sofort einloggen, hakte nicht weiter nach - und sagte dem Kandidaten schulterzuckend Ade, denn die richtige Antwort wäre «Blitzableiter» gewesen. Die Frage versetzte die Twitter-Gemeinschaft in Wallungen – dass Jauch dem offensichtlich aufgeregten Kandidaten keinen Hinweis gegeben hatte, konnten einige nicht nachvollziehen.

Zuschauer fragen sich, was mit Günther Jauch los ist

Rare Hilfestellung, wenig Smalltalk, kaum Scherze: Bei den TV-Zuschauern wuchs die leise Vermutung, dass der Moderator vor der Sendung mit dem falschen Fuss aufgestanden war.

Als nächstes durfte Robert Köhler aus Overath sein Glück versuchen. Dieser blieb zwar länger auf dem Ratestuhl sitzen als sein Vorgänger, verbriet allerdings auch in moderatem Tempo nach und nach seine Joker – die Fragen wollten dem 31-jährigen Gymnasiallehrer für Deutsch und Geschichte einfach nicht so recht passen. «Sie hätten gerne gehabt, in welchem Jahrhundert lebte Napoleon – drittes, fünftes, achtes oder neunzehntes?», machte sich Jauch über den Kandidaten lustig.

Nachdem der Lehrer, der eigenen Angaben zufolge gern ein Café mit selbst geschmierten Schnittchen eröffnen würde, bei der 64'000-Euro-Frage das Handtuch warf, ging es mit einer Kandidatin der gleichen Berufsgruppe weiter: Als dritte Millionen-Anwärterin machte Nina Becker das Rennen, Gymnasiallehrerin für Mathe und Biologie.

«WWM»-Kandidatin überzeugt mit klassischem Gesang

Während die Eitorferin ihr Glück versuchte, kehrten bei Jauch nach und nach die Lebensgeister zurück: Nach der erfolgreich beantworteten 8000-Euro-Frage forderte der Moderator die Kandidatin zum Singen auf. Mit dem Largo von Georg Friedrich Händel entlockte sie Jauch ein seliges Lächeln. «Boah, das war grossartig!», kommentierte er die professionell vorgetragene klassische Gesangseinlage. «Ich muss sagen, das war in 21 Jahren 'Wer wird Millionär' die schönste Stimme, die wir bei uns hatten.»

Auch die sonst so kritische Twitter-Community zeigte sich wohlwollend.

«Danke für den Kunstgenuss», verabschiedete sich Jauch von der Sängerin, die neben ihrem Lehramtsstudium an der Musikhochschule in Köln eine klassische Gesangsausbildung absolviert hat, als sie bei der 32'000-Euro-Frage zum «Problem der letzten Meile» freiwillig aufhörte.

Kioskverkäuferin: Ratestuhl – oder Jauchs Schoss

Wiederhergestellt durch die musikalische Darbietung lief Jauch bei der nächsten Kandidatin dann wieder zu seiner bekannten Form auf: «Ich hab vorher zu meiner Begleitung gesagt: Ich muss es entweder auf den Ratestuhl oder auf Jauchs Schoss schaffen», erklärte Single-Frau Cornelia Schubert, als sie gegenüber dem Moderator Platz nahm. «Ja, dann bin ich ja froh, dass wir es so gelöst haben», entgegnete Jauch.

Die ersten Fragen meisterte sie mühelos. «Sie sind im Flow, habe ich den Eindruck», lobte Jauch die Kioskverkäuferin, die mit ihrer ungewöhnlichen Biografie für Verwunderung sorgte: Sie arbeitete nach einem Wirtschaftsstudium unter anderem als Putzfrau, im Kohle- und Chemiehandel, als Wirtschaftskauffrau, Sekretärin, Kassiererin, Kellnerin und Köchin – und in einer «Videothek für Erwachsene», wie sie ergänzte.

Kandidatin darf nach Sommerpause zurückkommen

In jenem Etablissement habe sie «mit Quasimodo» als Besucher gerechnet, sei aber auf junge und eher «normale» Stammkundschaft gestossen. «Mit 25 waren wir doch noch mit dabei, da haben wir uns doch noch keine Pornos ausgeliehen, oder?», fragte sie Jauch. «Naja, das gab es ja so noch nicht», antwortete dieser darauf hilflos.

Die vielseitige Berufserfahrung hat Schubert jedenfalls nicht geschadet: Mit 16'000 Euro gewiss darf sie nun auf das Ende der Sommerpause warten und dann erneut auf dem Ratestuhl von «Wer wird Millionär» Platz nehmen – inklusive zweier unangetasteter Joker.

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