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Nahost

Kerry versichert Netanjahu: US-Flugverbot nach Tel Aviv ist nicht politisch motiviert



Israeli Prime Minister Benjamin Netanyahu (L) meets with U.S. Secretary of State John Kerry as they meet in Jerusalem March 31, 2014. Kerry broke from his travel schedule for the second time in a week to rush back to the Middle East on Monday to try to salvage Israeli-Palestinian peace talks. REUTERS/Jacquelyn Martin/Pool (JERUSALEM - Tags: POLITICS)

Netanjahu und Kerry bei einem Treffen in Jerusalem im vergangenen März. Bild: POOL/REUTERS

Nach der Aussetzung aller US-Flüge zum israelischen Flughafen Ben Gurion hat US-Aussenminister John Kerry versichert, die Entscheidung sei nicht politisch motiviert. Die Massnahme sei allein aus Sicherheitsgründen getroffen worden.

Das sagte Kerry dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu in einem Telefongespräch am Dienstag. Die Sprecherin des US-Aussenministeriums betonte, die Entscheidung der US-Luftfahrtbehörde FAA zur Verhängung eines Landeverbots wegen des Einschlags einer Rakete nahe dem Flughafen zwischen Tel Aviv und Jerusalem werde binnen 24 Stunden überprüft.

Ultra-Orthodox Jewish men stand in front of a departure time flight board displaying various cancellations in Hebrew at Ben Gurion International airport in Tel Aviv July 22, 2014. The Federal Aviation Administration (FAA) banned U.S. carriers from flying to or from Ben Gurion International Airport, after a rocket fired from Gaza struck near the airport's fringes, injuring two people. European airlines including Germany's Lufthansa, Air France and Dutch airline KLM said they were halting flights there too. Israel's flagship carrier El Al continued flights as usual. REUTERS/Siegfried Modola (ISRAEL - Tags: CONFLICT POLITICS CIVIL UNREST TRANSPORT)

Mehrere Fluggesellschaften strichen ihre Flüge nach Israel - unter anderem auch die Swiss. Bild: SIEGFRIED MODOLA/REUTERS

Zuvor hatte es seitens der USA bereits geheissen, das Landeverbot sowie eine kürzlich ausgesprochene US-Reisewarnung für Israel, das Westjordanland und den Gazastreifen seien kein Versuch, Israel zu einer Waffenruhe mit der palästinensischen Hamas zu bewegen.

Am Dienstag war eine aus dem Gazastreifen abgefeuerte Rakete nahe dem Luftdrehkreuz eingeschlagen. Neben der FAA empfahl auch die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA), Ben Gurion «bis auf weiteres» nicht mehr anzufliegen. Zahlreiche Fluggesellschaften sagten daraufhin ihre Flüge ab.

Auch Schweizer Flughäfen betroffen

Die britische Billigfluglinie Easyjet strich vorläufig ihre Flüge nach Israel. Davon ist auch der Flughafen Basel betroffen. Das Unternehmen teilte am Dienstagabend mit, die Flüge für 24 Stunden auszusetzen.

Weiter annullierten Air Canada, die Lufthansa Gruppe, zu der auch die Swiss gehört, Air France, KLM, SAS, Air Brussels und Air Berlin ihre Verbindungen. British Airways behielt seine Flüge dagegen bei.

Die Nachricht von dem Raketeneinschlag nahe dem Flughafen sorgte bei den Fluglinien auch deshalb für Besorgnis, weil am Donnerstag eine Passagiermaschine von Malaysia Airlines mit 298 Menschen an Bord über dem umkämpften Osten der Ukraine wahrscheinlich von einer Boden-Luft-Rakete abgeschossen worden war.

Resolutionsentwurf aus Jordanien

Am Dienstag legte Jordanien dem UNO-Sicherheitsrat einen Resolutionsentwurf zum Gaza-Konflikt vor. Der Text ruft zu einem «sofortigen und vollständig respektierten Waffenstillstand» zwischen Israel und der palästinensischen Hamas-Bewegung auf und fordert die Aufhebung der Blockade des Gazastreifens.

Zudem wird in dem Entwurf ein Rückzug der israelischen Armee aus dem Küstenstreifen und die Öffnung der Grenzübergänge verlangt. Allerdings wurde laut Diplomaten noch kein Termin für Beratungen über den Text angesetzt. (rey/sda/afp)

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