Mexiko
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Verschollene Studenten von Guerrero

Wo sind die Studenten? Bandenchef in Mexiko verhaftet



Drei Wochen nach dem Verschwinden von 43 Lehramtsstudenten in Mexiko haben Sicherheitskräfte den «obersten Anführer» der Drogenbande Guerreros Unidos festgenommen. Die Bande wird der Ermordung der Studenten verdächtigt.

Die Festnahme von Sidronio Casarrubias Salgado werde die Ermittlungen voranbringen, erklärte Generalstaatsanwalt Jesús Murillo Karam am Freitag. Der «oberste Anführer» der Guerreros Unidos sei am Donnerstag bei einer Kontrolle auf einer Autobahn zwischen Mexiko-Stadt und Toluca zusammen mit einem seiner engsten Vertrauten gefasst worden, sagte der Chefermittler Tomás Zerón.

epa04451738 Federal Policemen escort 36 municipal policemen after they were arrested at the General Attorney Office head quarters in Mexico City, Mexico, 17 October 2014. The leader of the group 'Guerreros Unidos' (United Warriors), Casarrubias Salgado, who allegedly is responsible for the dissapearance of 43 students in Iguala, was arrested along with 17 members of that organisation, and also 36 municipal policemen.  EPA/Alex Cruz

Sidronio Casarrubias Salgado ist gemeinsam mit einem Komplizen gefasst worden. Bild: EPA/EFE

Generalstaatsanwalt Murillo Karam sagte, Casarrubias bestreite, die Ermordung der Studenten angeordnet zu haben. Der Drogenboss sei jedoch darüber informiert worden und habe nichts unternommen, um sie zu verhindern. Demnach wurden wegen der Tat insgesamt 36 Staatsbedienstete und 17 Mitglieder der Guerreros Unidos festgenommen.

Die 43 Studenten hatten am 26. September nach einer Spendenaktion in Iguala im Bundesstaat Guerrero mehrere öffentliche Busse für die Rückfahrt in ihre Universität gekapert, woraufhin Polizisten das Feuer eröffneten und sechs Menschen töteten. Anschliessend wurden die Studenten offenbar der Bande Guerreros Unidos übergeben, die enge Kontakte mit der örtlichen Polizei unterhalten soll.

Massengräber entdeckt

Später wurden in der Nähe sechs Massengräber gefunden. Bei 28 Leichen aus den Gräbern handelt es sich nicht um die vermissten Studenten, doch werden laut Generalstaatsanwalt Murillo Karam die anderen Leichen noch geprüft.

Mehr als 1200 Sicherheitskräfte sind für die Suche nach den angehenden Lehrern mobilisiert. In Mexiko, wo die Gewalt der Drogenbanden seit Jahren zunimmt, hat der Fall eine Welle der Empörung ausgelöst und zu teils gewaltsamen Protesten geführt.

Students from the Ayotzinapa Teacher Training College carry photographs of missing students during a march in Acapulco October 17, 2014. Thousands of students and teachers took to the street demanding the government find 43 students missing since last month's deadly clashes. On September 26, police allegedly linked to a criminal gang shot dead at least three students and abducted dozens of others during clashes in the southwestern city of Iguala. Forty three of the students are still missing.  REUTERS/Jorge Dan Lopez (MEXICO  - Tags: CRIME LAW EDUCATION POLITICS CIVIL UNREST)

Demonstration in Acapulco. Bild: JORGE DAN LOPEZ/REUTERS

Auch am Freitag demonstrierten mehrere tausend Menschen in Acapulco, der grössten Stadt im Bundesstaat Guerrero, für die Vermissten. Die vielfach vermummten Demonstranten zogen durch die Strassen der Stadt und skandierten immer wieder «Lebend wurden sie entführt, lebend wollen wir sie zurück».

Zugleich forderten die Demonstranten in dem Urlauberort an der Pazifikküste den Rücktritt von Gouverneur Ángel Aguirre, dem sie zu zögerliches Handeln vorwerfen. Erst am Donnerstag hatten hunderte Studenten und Lehrer mehrere Rathäusern in Guerrero besetzt, um die Behörden zum Handeln zu drängen.

Bürgermeister unter Verdacht

Das Verschwinden der Studenten wirft ein Schlaglicht auf die Zustände in Guerrero, in dem Polizei, Behörden und Drogenbanden oftmals unter einer Decke stecken. Es besteht der Verdacht, dass Igualas Bürgermeisters José Luis Abarca das Vorgehen gegen die Studenten anordnete, um zu verhindern, dass sie am nächsten Tag eine Rede seiner Frau mit Protesten stören.

Der Bürgermeister, seine Frau und der Sicherheitschef von Iguala sind seitdem auf der Flucht. Das Parlament von Guerrero enthob Abarca am Freitag seines Amtes. (sda/dpa)

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