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Trotz Ausgangssperre gingen in der Nacht zum Sonntag wieder rund 200 Menschen auf die Strasse: Mehr als eine Woche nach den tödlichen Schüssen auf den Teenager Michael Brown kommt die US-Kleinstadt Ferguson noch immer nicht zur Ruhe. 
Trotz Ausgangssperre gingen in der Nacht zum Sonntag wieder rund 200 Menschen auf die Strasse: Mehr als eine Woche nach den tödlichen Schüssen auf den Teenager Michael Brown kommt die US-Kleinstadt Ferguson noch immer nicht zur Ruhe. Bild: GETTY IMAGES NORTH AMERICA
Schwarzer Teenager erschossen

Ferguson: Weitere Proteste trotz Ausgangssperre – Polizei feuert Rauchbomben

17.08.2014, 00:4317.08.2014, 15:03

Es war eine kurze Beruhigung der Situation in der US-Kleinstadt Ferguson. In der Nacht zum Sonntag setzten sich rund 200 Demonstranten über die am Samstag verhängte Ausgangssperre hinweg. Die Demonstranten harrten nach Mitternacht (Ortszeit) in der Gegend aus, in welcher der schwarze Jugendliche Michael Brown am 9. August von einem Polizisten erschossen worden war: «Wir sind Mike Brown!», riefen sie. 

Die Polizei feuerte Rauchbomben auf die Demonstranten.
Die Polizei feuerte Rauchbomben auf die Demonstranten.Bild: Getty Images North America

Schwer bewaffnete Polizisten in Kampfmontur schleuderten Rauchbomben in die Menge, um sie auseinanderzutreiben, und bewegten sich langsam auf die Demonstranten zu. Die Fernsehbilder von dem Einsatz sahen dramatisch aus, sieben Menschen wurden festgenommen. 

Angeschossene Person in Lebensgefahr 

Laut Einsatzleiter Ron Johnson schritt die Polizei ein, nachdem sie die Meldung erhalten habe, dass eine nicht an den Protesten beteiligte Person angeschossen wurde und Bewaffnete in ein Restaurant eingedrungen waren. Zudem sei ein Polizeiauto beschossen worden. Johnson sprach von einer «angemessenen Reaktion» auf die nächtlichen Tumulte. Dem Einsatzleiter zufolge schwebte die angeschossene Person in Lebensgefahr. 

«Polizei, bitte diene und beschütze.», «Nicht schiessen.»
«Polizei, bitte diene und beschütze.», «Nicht schiessen.»Bild: GETTY IMAGES NORTH AMERICA

Der Gouverneur von Missouri, Jay Nixon, hatte am Samstag den Ausnahmezustand und eine nächtliche Ausgangssperre zum «Schutz von Menschen und Eigentum in Ferguson» angeordnet. Es gehe nicht darum, Demonstranten zum Schweigen zu bringen, sagte er. Vielmehr sollten «jene, die die Stimmen des Volkes durch ihre Handlungen ertränken, in Schach gehalten» werden.

Nächtliche Unruhen in Ferguson.video: cnn breaking news

Plünderungen und Aggressionen gegen Polizei

In der Nacht zum Samstag seien weitgehend friedliche Proteste in Gewalt umgeschlagen, nachdem kleine Gruppen mit dem Vorsatz krimineller Handlungen auf die Strasse gegangen seien, sagte Nixon weiter. Die Proteste waren wieder aufgeflammt, nachdem sich die Lage am Freitag kurzzeitig beruhigt hatte. 

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Demonstranten in Ferguson haben am Freitag einen Spirituosenladen geplündert.
Demonstranten in Ferguson haben am Freitag einen Spirituosenladen geplündert.Bild: LUCAS JACKSON/REUTERS

In der Nacht zum Samstag hatten Demonstranten in dem Vorort von St. Louis (Bundesstaat Missouri) erneut mehrere Läden geplündert, eine Strasse blockiert und Flaschen auf Polizisten geworfen. 

Ron Johnson von der Missouri Highway Patrol übernahm die Verantwortung der Sicherheit.
Ron Johnson von der Missouri Highway Patrol übernahm die Verantwortung der Sicherheit.Bild: GETTY IMAGES NORTH AMERICA

Nach der Tötung des 18-jährigen Michael Brown hatte es tagelang Unruhen in Ferguson gegeben. Sie endeten vorübergehend, nachdem die wegen ihrer Gewalt kritisierten örtlichen Polizeikräfte abgezogen wurden und die Autobahnpolizei die Kontrolle übernahm. Nachdem die Polizei am Freitag erklärte, Brown habe kurz vor seiner Tötung einen Raub begangen, flammten die Unruhen wieder auf. 

Ein weisser Polizist hatte den Jugendlichen am Samstag vergangener Woche erschossen, obwohl der 18-Jährige unbewaffnet war. Die Polizei gab unterdessen den Namen des Polizisten bekannt. Es handelt sich um einen 28-jährigen Weissen, der rund 30 Kilometer von Ferguson entfernt wohnt. Nachbarn sagten der Zeitung «Washington Post», der Polizist habe Angst bekommen und sei kurz vor der Veröffentlichung seines Namens geflohen. (rar/rey/sda/dpa) 

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