Schweiz
AKW

Löcher in AKW-Schutzhülle nach letzter ENSI-Kontrolle gebohrt

AKW Leibstadt

Löcher in AKW-Schutzhülle nach letzter ENSI-Kontrolle gebohrt

10.07.2014, 10:18
Mehr «Schweiz»
Bild
Bild: DENIS BALIBOUSE/REUTERS

Die vor kurzem entdeckten Löcher zur Befestigung von Handfeuerlöschern im Primärcontainment des AKW Leibstadt bestehen schon seit sechs Jahren. 

Die beiden Feuerlöscher seien 2008 von Fremdpersonal montiert worden, sagte Andreas Pfeiffer, Leiter des AKW Leibstadt, in einem Interview mit der «Aargauer Zeitung» (AZ) vom Donnerstag. Fünf der Bohrlöcher seien mit Schrauben verschlossen worden, eines sei offen geblieben, aber von der Feuerlöscherhalterung verdeckt gewesen. Der Durchmesser der Löcher betrage ungefähr sechs Millimeter.

Den Fachleuten des Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorats ENSI fielen diese Löcher nicht auf, weil sie bei der letzten durchgeführten Inspektion noch gar nicht vorhanden waren. Sowohl AKW-Chef Pfeiffer, wie auch die Aufsichtsbehörde ENSI sind sich aber einig, was die Gefährlichkeit der Löcher betrifft. Im Normalbetrieb herrsche in diesem Raum Unterdruck, sagte Pfeiffer im AZ-Interview. Dies bedeute, dass keine Luft und damit auch keine Radioaktivität entweichen könne.

Auch bei einem Störfall, wenn Überdruck entsteht, würde die Luft bei einer erhöhten Radioaktivität vor der Abgabe an die Umgebung vom Notabluftsystem gefiltert, sagte ENSI-Sprecher Suchet. Selbst bei einem solchen Störfall könnten die Dosisgrenzwerte eingehalten werden.

Für das ENSI ist aber klar, dass die Bohrungen an unzulässigen Stellen durchgeführt wurden. Dies weise auf ein organisatorisches Defizit des Kernkraftwerks Leibstadt hin. Das ENSI werde die Schlussfolgerungen für Leibstadt und für seine eigene Aufsichtspraxis nach Abschluss seiner Analyse ziehen. (pma/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Post muss nicht mehr zu jedem nach Hause kommen

Der Bundesrat will der Post längere Zügel lassen. Sie soll nur noch 90 Prozent der Briefe und Pakete fristgerecht zustellen müssen. Auch die Verpflichtung, jedes ganzjährig bewohnte Haus mit Post zu versorgen, soll fallen.

Zur Story