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ARCHIVBILD ZUR MK DER UNIA ZUM THEMA PLATTFORM-ARBEIT --- Des chauffeurs de Taxi lausannois manifestent contre la reconnaissance de Uber comme centrale d'appels ce mardi 8 mai 2018 a Lausanne. Les chauffeurs de taxi de la region lausannoise, soutenu par Unia, ont exprime leur mecontentement mardi dans la capitale vaudoise. Ils denoncent une nouvelle pejoration de leurs conditions de travail apres la recente reconnaissance d'Uber comme centrale d'appels. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

«Es braucht jetzt klare Signale der Behörden, dass das Wildwest-Modell von Uber und Konsorten nicht mehr toleriert wird», fordert Unia-Präsidentin Vania Alleva. Bild: KEYSTONE

Wegen «Wildwest-Modell» von Uber & Co. – warum bald Millionen in den AHV-Kassen fehlen

Immer mehr setzen Firmen auf das System der Plattform-Beschäftigung. Den Sozialversicherungen fehlen dadurch Millionenbeiträge. Die Gewerkschaften sind alarmiert und fordern die Behörden auf, aktiv zu werden.



«Jetzt Partner-Fahrer werden – sei dein eigener Chef». So wirbt Uber auf ihrer Webseite für neue Fahrer. Doch was verlockend klingt, ist in Wahrheit nicht zum Vorteil der Arbeiter. Wer als Uber-Fahrer oder Uber-Eats-Lieferfahrer arbeitet, ist nur ein «Partner» und gilt als Selbstständiger. Dieses System beruht darauf, dass Uber seine Fahrer nicht als Angestellte anerkennt, sie nicht gegen Unfälle und krankheitsbedingten Lohnausfall versichert und keine Sozialversicherungsbeiträge bezahlt.

Doch Uber ist nicht die einzige Firma, welche auf die sogenannte Plattform-Beschäftigung setzt. Auch Unternehmen wie Mila, Batmaid, Gigme oder Coople vergeben solche Arbeit. Die Gewerkschaft Unia schlägt nun Alarm und warnte am Dienstag bei einer Medienkonferenz vor einer «Uberisierung» des Arbeitsmarkts.

Über 100 Millionen fehlen

Wegen dieses Beschäftigungstyps würden den Schweizer Sozialversicherungen Millionen entgehen. Die Gewerkschaft schätzt, dass beispielsweise Uber den verschiedenen Sozialversicherungen jährlich rund 20 Millionen Franken an Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträgen «schuldet». Für die sechs Jahre, die Uber in der Schweiz aktiv ist, summiere sich dieser Betrag auf deutlich über 100 Millionen Franken. Seit dem Start von Uber in der Schweiz 2013 hätte Uber laut Unia zudem seine Fahrer um bis zu einer halben Milliarde Franken «betrogen».

«Wir können nicht dulden, dass Tausende Arbeitnehmer für zu tiefe Löhne, ohne Ferien, ohne obligatorische Unfallversicherung, ohne Arbeitslosenversicherung, ohne Anspruch auf Lohnfortzahlung bei Krankheit und ohne Anspruch auf Altersvorsorge arbeiten müssen», sagt Vania Alleva, Präsidentin der Unia. Deshalb fordern sie die Behörden auf, zu handeln. Sie sollten überprüfen, ob das Arbeitsverhältnis wirklich der Selbstständigkeit entspricht. Denn dies könne rechtlich angezweifelt und geprüft werden.

So geschehen in Lausanne. Im Mai 2019 hat das Arbeitsgericht einem ehemaligen Uber-Fahrer Recht gegeben. Das Gericht anerkannte ihn als Angestellten von Uber und nicht als Selbstständigen. Das bedeutet, dass die betroffenen Fahrer durch das Arbeitsrecht geschützt sind und der Arbeitgeber sozialversicherungspflichtig ist. Der Kanton Genf verbietet gar Anfang November 2019 den Uber-Fahrdienst, bis Uber seinen Pflichten als Arbeitgeber nachkommt.

ARCHIVBILD ZUR MK DER UNIA ZUM THEMA PLATTFORM-ARBEIT --- Des chauffeurs de Taxi lausannois manifestent contre la reconnaissance de Uber comme centrale d'appels ce mardi 8 mai 2018 a Lausanne. Les chauffeurs de taxi de la region lausannoise, soutenu par Unia, ont exprime leur mecontentement mardi dans la capitale vaudoise. Ils denoncent une nouvelle pejoration de leurs conditions de travail apres la recente reconnaissance d'Uber comme centrale d'appels. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

In Lausanne demonstrierten Taxifahrer 2018 gegen die Arbeitsbedingungen bei Uber. Bild: KEYSTONE

Behörden sollen kontrollieren

Unia fordert kantonale Arbeitsämter auf, festzustellen, dass ein Betrieb dem Arbeitsgesetz untersteht. Die kantonalen Kontrollorgane sollten zudem prüfen, ob sozialversicherungsrechtliche Schwarzarbeit vorliege. Die AHV-Ausgleichskassen müssten die Erfassung der Beitragspflichten überprüfen und das Seco sei insbesondere gefordert, die Koordination der Bemühungen der Kantone zu intensivieren. «Es braucht jetzt klare Signale der Behörden, dass das Wildwest-Modell von Uber und Konsorten nicht mehr toleriert wird», sagt Alleva.

Dass man als selbstständiger Arbeiter sich selber um die berufliche Vorsorge, die Unfallversicherung und die Arbeitslosenversicherung kümmern muss, ist nichts Neues. Doch anders als bei anderen Berufen handle es sich bei gewissen Plattform-Arbeiten um sehr niederschwellige Arbeit, sagt Professor Kurt Pärli von der Universität Basel. Er hat im Auftrag der Unia die Studie «Arbeits- und sozialversicherungsrechtliche Fragen der Sharing Economy» publiziert. «Im Vergleich zu Ärzten oder Rechtsanwälten sind es Arbeiter, die nicht genug Geld haben, um sich selbstständig und freiwillig zu versichern», sagt Pärli.

Auch Politiker erkennen die zunehmende Bedeutung der Plattform-Arbeit. Deshalb hat die FDP vor zwei Jahren ein Postulat eingerecht und verlangt, dass ein neuer Status für Selbstständige in Plattform-Beschäftigung überprüft wird. Dieser soll einen angemessenen Sozialversicherungsschutz bieten, welcher aber unter dem Niveau für Angestellte liegt. Der Berner Nationalrat und Präsident der GLP, Jürg Grossen, will mit einer parlamentarischen Initiative verhindern, «dass Selbstständige entgegen ihrem Willen von Vollzugsbehörden als Angestellte klassifiziert werden.» Er will einen Artikel im Sozialversicherungsrecht ergänzen, der die Unterscheidung zwischen Selbstständigerwerbenden und Arbeitnehmenden neu definiert. Für die Unia-Präsidentin sind das «politische Irrwege», die bei der Einstufung durch die Sozialversicherungen zu extremer Rechtsunsicherheit führen würden und es Arbeitgebern erleichtern, sich aus der Verantwortung zu stehlen.

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31Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Fairness 05.12.2019 07:21
    Highlight Highlight Die fehlen aber zusätzlich massiv wegen der seit bald zwei Jahrzehnten eingefrorenen oder sinkenden Normallöhne.
  • Der Rückbauer 04.12.2019 10:30
    Highlight Highlight Stecker ziehen, subito!
    Das ist kein neues, sondern ein kriminelles Geschäftsmodell.
  • rodolofo 04.12.2019 08:09
    Highlight Highlight Uber, oder Amazon zeigen sehr deutlich, wo wir landen, wenn wir den ultra-liberalen Kapitalismus und das "Geiz ist geil!"-Schnäppchenjäger-Konsumverhalten weiter auf die Spitze treiben:
    In einer neo-mittelalterlichen Feudalgesellschaft, mit Adelsdynastien der Multinationalen Konzerne, die in unvorstellbarem materiellen Reichtum schwelgen und die an der Spitze von Machtpyramiden wie Halbgötter Willkürmacht ausleben und austoben, währenddem am unteren Teil der Machtpyramide die entgegengesetzte "Hölle auf Erden" wütet, mit zunehmendem Stress, minimaler Bezahlung, Verachtung und Ausgrenzung...
  • S.Potter 03.12.2019 22:24
    Highlight Highlight Den Leuten scheit es egal zu sein.
    Hauptsache billig. Kenne viele die auf Uber schwören und der Meinung dass Taxi zu teuer sind.
    • D(r)ummer 04.12.2019 08:39
      Highlight Highlight Und einige Watson-Redakteure in persönlichen Erfahrungsberichten so: "... warte auf mein Uber um nach Hause zu kommen." "...bestellte mir ein Uber."

      Taxi ist glaub zu altmodisch ;)
      *duckundweg
  • KasparS 03.12.2019 21:19
    Highlight Highlight Als selbständiger bezahle ich etwa 35% meines umsatzes in ahv und pensionskasse ein...kein wunder sind die so billig, wenn sie sich das sparen. Und später dann ahv und ergänzungsleistungen beziehen. Brrrr. http://Ändiger
    • R. Peter 03.12.2019 22:44
      Highlight Highlight Die Partner-Fahrer sind für Ihre Einkünfte AHV pflichtig wie jeder andere selbstständige auch?...
    • Astrogator 04.12.2019 03:34
      Highlight Highlight Nur sind Uber-Fahrer nach Gesetz angestellt und nicht selbständig.
  • MaxHeiri 03.12.2019 21:12
    Highlight Highlight Motto der Gewerkschaften: Lieber arbeitslos als etwas unterversichert
    • Neruda 03.12.2019 22:43
      Highlight Highlight Diese Leute wären nicht arbeitslos würden, wie bei allen anderen auch, die Sozialabgaben gezahlt werden. Waren sie bisher ja auch nicht. Nur das reichste 1% würden ein Promille weniger verdienen. Und nur so, du zahlst dann für die Superreichen die Ergänzungsleistungen dieser unterversicherter Fahrer. Aber dann wetterst du wahrscheinlich als Ausgleich einfach gegen Ausländer...
    • Astrogator 04.12.2019 03:36
      Highlight Highlight @MaxHeiri: ich bin sicher du wirst gerne mal mehr Steuern bezahlen um die Ergänzungsleistungen für die "ein wenig Unterversicherten" zu finanzieren.

      Wieso soll Uber ein bisschen weniger verdienen, wenn man es bei dir holen kann. Guter Ansatz von dir 👍
    • MaxHeiri 04.12.2019 06:22
      Highlight Highlight Mir ist es lieber, wenn jemand einen Teil seines Einkommens selber verdienen kann, als dass er vollständig auf die Sozialhilfe angewiesen ist. Für den Teil, für den es nicht reicht, können Ergänzungsleistungen (Teil übernimmt die Sozialhilfe) sinnvoll sein.
      Dies ist ökonomisch sinnvoller.
      Zudem soll beachtet werden, dass für viele unfreiwillig Arbeitslose es sehr belastet sein kann, wenn man keinen Job hat. Da ist temporär ein vermutlich unterbezahlter Job immer noch besser als gar keiner.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Don Alejandro 03.12.2019 20:34
    Highlight Highlight Klassischer Fall von Gewinne privatisieren und Verluste sozialisierten. Ersteres geht in die Taschen der meist ausländischen Inhaber, letzters zu Lasten der hiesigen Steuerzahler.
  • Todesstern 03.12.2019 19:58
    Highlight Highlight Hier etwas spannendes dazu.

    Play Icon
  • Thomas G. 03.12.2019 19:53
    Highlight Highlight Als freischaffender IT Consultant will ich nicht dass mir vorgeschrieven wird welchen angestellten Status ich zu haben habe. Der Staat soll das Unternehmersein fördern nicht behindern!
    • Neruda 03.12.2019 22:44
      Highlight Highlight Diese Uberfahrer sind aber n8cht freischaffend, sondern scheinselbstständig.
    • Astrogator 04.12.2019 03:39
      Highlight Highlight "Freischaffender IT-Consultant" ist nicht Unternehmer sondern schlicht selbständig. Zahl anderen Löhne, dann bist du Unternehmer.

      Und für deine Kunden und deine Zukunft hoffe ich, dass deine fachlichen Analysen ein wenig besser sind als die über die rechtliche Situation von Uber-Fahrern.
  • ingmarbergman 03.12.2019 19:14
    Highlight Highlight Irgendwie stimmt da etwas nicht. Wer selbständig ist, muss doch auch AHV bezahlen.
    Also der AHV kann da überhaupt kein Geld fehlen. Das Problem ist, dass Uber seine Personalkosten senkt (Lohn minus Sozialabgaben) und trotzdem den Fahrern nicht bessere Stundenlöhne zahlt. Denn das ist eigentlich der Deal: Selbständigkeit gibt höhere Löhne, dafür sorgt der AN selbst für die Sozialversicherungen.
    Beim Prinzip Uber hat der AN aber weniger in der Tasche, weil Uber einfach das Netto zum Brutto macht.
    DAS ist das asoziale, nicht dass irgendwo Sozialbeiträge fehlen.
    • Thomas G. 04.12.2019 02:42
      Highlight Highlight Genau! Das Problem beginnt aber bei AHV, ALV, Pensionskassen etc. Es gibt immer noch keine einfachen Wege diese Versicherungen abzuschliessen. Man muss fast schon darum betteln, und man wird nicht sehr freundlich behandelt. Pensionskassen wollen 12 Monate Vorauszahlung auf einem fix garantierten Lohn. Hier muss die Politik für einfachere Wege sorgen. Dann fehlt der AHV auch kein Geld.
    • ujay 05.12.2019 08:47
      Highlight Highlight @Thomas G. Quatsch: Eintritt in die AHV/ALV ist kinderleicht. Auf der Wohngemeinde wird dir geholfen. Formular ausfüllen und du bist dabei. SUVA/IV Anmeldung auch problemlos. Für eine 2. Säule (Pensionskasse) gibts viele Möglichkeiten. Zuerst mal ist davon auszugehen, dass jemand, der in die Selbständigkeit geht, schon vorher als Angestellter in eine Kasse eingezahlt hat und diesen Betrag in die die neue Versicherung fliesst. Die Vorauszahlung im 1. Jahr kann auf einem projizierten Minimalstlohn beruhen. Nach der ersten Steuererklärung wird reell gerechnet. Gilt auch für AHV/IV etc.
  • Garp 03.12.2019 18:38
    Highlight Highlight Da bin ich ganz auf der Seite der Unia. Vermittlungsplattformen müssen ihre soziale Verantwortung übernehmen. Wer selbständig ist, kann seine Preise und Bedingungen selber bestimmen. Das ist bei Unia und Co nicht der Fall.
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 03.12.2019 18:25
    Highlight Highlight Gute, liberale Forschläge.
    Die Schaffung eines neuen Beschäftigungsstatus inklusiv den dazugehörigen Arbeitsrechtlichen Rechte und Pflichten ist angezeigt, gerade weil dieses Model schon in vielen Bereichen zum Einsatz kommt. Hier einfach Uber verbieten ist nicht zielführen.
    • Astrogator 04.12.2019 03:42
      Highlight Highlight Oder ganz revolutionär, Uber könnte sich einfach ans Gesetz halten.

      Das Uber-Arbeitsmodell ist kein Schritt in die Zukunft sondern in die Vergangenheit.
      Und unsere gesetzlichen Vorgaben verhindern den Service von Uber nicht, nur der Preis wird sich dann den Taxis annähern. Aber wo ist das Problem? Man liest so oft, dass nicht der Preis entscheidend sei sondern der bessere Service von Uber.
    • Shlomo 04.12.2019 06:50
      Highlight Highlight Ja sicher, Jahrzehnte lang wurde für die Arbeitnehmerrechte gekämpft und nun sollen wir diese auf dem Silbertablett irgend welcher libertären Milliardären opfern damit der Normalbürger beim Taxifahren 5 Franken spart.
  • Alex_Phil 03.12.2019 18:10
    Highlight Highlight Wer keine AHV Beiträge einbezahlt, hat eine Vorsorgelücke. Warum sollten diese Personen einen Anspruch auf AHV haben?? Selbständig erwerbende müssen sich auch selber bei der AHV anmelden. Wer das nicht tut, kann Sozialhilfe und Ergänzungsleistung beantragen. Nur: bis in 30Jahren gibt es sehr wahrscheinlich keine AHV mehr...
  • stadtzuercher 03.12.2019 17:59
    Highlight Highlight Eins ist mal gewiss. Selbstständigerwerbende haben in der Politik keine Lobby. Die Bürgerlichen lobbyieren für die Firmen und Aktionäre, die Linken und die UNIA für Angestellte. Selbständigerwerbende werden dadurch systematisch beschissen.

    Müsterchen gefällig? Selbständigerwerbende (Coiffeure, Putzkräfte, Architektinnen etc) bezahlen wohl den vollen ALV-Beitrag auf dem Lohn, kriegen aber im Fall von Arbeitslosigkeit keine Gegenleistung dafür. Weil wer als Selbständigerwerbender arbeitslos wird, tue es aus Sicht von Links und Rechts ja freiwillig... momol. Klasse.
    • MaxHeiri 04.12.2019 06:25
      Highlight Highlight Sehr guter Beitrag!
    • Madison Pierce 04.12.2019 08:13
      Highlight Highlight Das ist störend, aber die Lösung kann nicht sein, dass Selbstständige ALV beziehen können. Denn dann gäbe es viele, die sich einen guten Lohn zahlen und dann immer wieder mal ein paar Monate "entlassen" würden.

      Die Lösung wäre, dass man nur ALV bezahlen muss, wenn man auch davon profitieren könnte. Zumal die ALV als Versicherung gedacht ist und nicht als Steuer.
  • Mutbürgerin 03.12.2019 17:50
    Highlight Highlight Taxifahrer ist ein aussterbender Job. Bald holen dich Teslas und Cybertrucks vor deiner Haustüre autonom ohne Fahrer ab.
    • Shlomo 04.12.2019 06:50
      Highlight Highlight Dreamer you

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