Resultate am Sonntag: Die Stadt Bern ist gleich zweimal die extremste Gemeinde der Schweiz
Die Schweiz hat abgestimmt und dabei alle drei Initiativen mehr oder weniger deutlich verworfen. Angenommen wurden der Gegenvorschlag der Bargeld-Initiative und die Individualbesteuerung. Die Stimmbeteiligung war schweizweit ziemlich hoch, doch eine Walliser Gemeinde schiesst den Vogel ab: Hier sollen 100 Prozent der Stimmenden (über 3000 Personen) zur Urne gepilgert sein.
Was dahintersteckt und welche Gemeinden sonst noch herausgestochen sind, erfährst du hier:
Die Schlussresultate
Bargeld-Initiative
Bargeld-Initiative
Ausgezählt: 26/26 | Stand: Schlussresultat
45,6% Ja
54,4% Nein
9 Stände
14 Stände
SRG-Initiative
SRG-Initiative
Ausgezählt: 26/26 | Stand: Schlussresultat
38,1% Ja
61,9% Nein
0 Stände
23 Stände
Klimafonds-Initiative
Klimafonds-Initiative
Ausgezählt: 26/26 | Stand: Schlussresultat
29,3% Ja
70,7% Nein
0 Stände
23 Stände
Individualbesteuerung
Individualbesteuerung
Ausgezählt: 26/26 | Stand: Schlussresultat
54,3% Ja
45,7% Nein
10 Stände
13 Stände
Die Schnellsten
Eigentlich kommen die verfrühten Resultate am Abstimmungssonntag jeweils aus dem Kanton Aargau. An diesem Sonntag wurden die Aargauer Gemeinden aber von Soazza (GR) geschlagen. Hier haben 140 Personen ihre Stimme abgegeben.
Die langsamste Gemeinde war Marly aus dem Kanton Fribourg. Der Kanton meldete am Sonntagabend, dass er mit technischen Problemen zu kämpfen hatte. Zum ersten Mal in der jüngeren Geschichte kommentierte der Bundesrat das Ergebnis eines Abstimmungssonntags, noch bevor die definitiven Resultate veröffentlicht waren.
Die Extremsten
In den meisten Fällen sind die extremsten auch eher kleine Gemeinden. Bei der Abstimmung am Sonntag hat aber besonders die Stadt Bern extrem ausgeschlagen, wie diese Übersicht zeigt:
- Bargeld-Initiative
Mollens (VD): 97 Prozent Ja (95 Stimmen insgesamt)
Signau (BE): 33 Prozent Ja (1125 Stimmen) - SRG-Initiative
Unteriberg (SZ): 79 Prozent Ja (1162 Stimmen)
Bern: 18 Prozent Ja (55'615 Stimmen) - Klimafonds-Initiative
Bern: 59 Prozent Ja (54'535 Stimmen)
Ederswiler (JU): 2 Prozent Ja (45 Stimmen) - Individualbesteuerung
Schelten (BE): 88 Prozent Ja (24 Stimmen)
Wachseldorn (BE): 12 Prozent Ja (113 Stimmen)
Die Verwaltungshauptstadt der Schweiz hat sowohl den tiefsten Ja-Anteil bei der SRG-Initiative als auch den höchsten Ja-Anteil bei der Klimafonds-Initiative. In Ederswiler hingegen hat nur eine Person für die neueste Klima-Initiative gestimmt.
Die Engagiertesten
Bei der engagiertesten Gemeinde stossen wir auf eine Anomalie. Den Zahlen nach sollen in der Gemeinde Savièse im Kanton Wallis 3535 von 3535 Personen abgestimmt haben. Das entspräche einer Stimmbeteiligung von 100 Prozent. Dabei dürfte es sich allerdings um einen Übermittlungsfehler handeln, denn die Walliser Gemeinde beheimatete bei den Abstimmungen im November noch über 6000 Stimmberechtigte.
Ein Kantonsbeamter sagt auf Anfrage von watson Romandie: «Ich glaube nicht, dass eine Wahlbeteiligung von 100 Prozent möglich ist, nein. Das muss ein Fehler sein. Aber mehr weiss ich im Moment nicht dazu.»
Blenden wir Savièse aus, ist Novalles aus dem Kanton Jura die fleissigste Gemeinde. Hier haben 86 Prozent der Stimmberechtigten ihre Stimme abgegeben. Insgesamt waren das am Sonntag 64 Personen.
(leo/jes mit Material der sda)
