Schweiz
Armee

Abstimmung im März 2026: Das waren die extremsten Gemeinden

Eine Putzequipe der Stadt Bern reinigt den Bundesplatz, am Montag, 2. Maerz 2026 vor dem Bundeshaus in Bern. Am Nachmittag beginnt die Fruehjahrssession der Eidgenoessischen Raete. (KEYSTONE/Alessandr ...
Das Bundeshaus in der Stadt Bern.Bild: keystone

Resultate am Sonntag: Die Stadt Bern ist gleich zweimal die extremste Gemeinde der Schweiz

08.03.2026, 21:1708.03.2026, 21:17

Die Schweiz hat abgestimmt und dabei alle drei Initiativen mehr oder weniger deutlich verworfen. Angenommen wurden der Gegenvorschlag der Bargeld-Initiative und die Individualbesteuerung. Die Stimmbeteiligung war schweizweit ziemlich hoch, doch eine Walliser Gemeinde schiesst den Vogel ab: Hier sollen 100 Prozent der Stimmenden (über 3000 Personen) zur Urne gepilgert sein.

Was dahintersteckt und welche Gemeinden sonst noch herausgestochen sind, erfährst du hier:

Die Schlussresultate

Bargeld-Initiative

Bargeld-Initiative

Ausgezählt: 26/26 | Stand: Schlussresultat

45,6% Ja

54,4% Nein

9 Stände

14 Stände

  • Kantone
  • Gemeinden

SRG-Initiative

SRG-Initiative

Ausgezählt: 26/26 | Stand: Schlussresultat

38,1% Ja

61,9% Nein

0 Stände

23 Stände

  • Kantone
  • Gemeinden

Klimafonds-Initiative

Klimafonds-Initiative

Ausgezählt: 26/26 | Stand: Schlussresultat

29,3% Ja

70,7% Nein

0 Stände

23 Stände

  • Kantone
  • Gemeinden

Individualbesteuerung

Individualbesteuerung

Ausgezählt: 26/26 | Stand: Schlussresultat

54,3% Ja

45,7% Nein

10 Stände

13 Stände

  • Kantone
  • Gemeinden

Die Schnellsten

Eigentlich kommen die verfrühten Resultate am Abstimmungssonntag jeweils aus dem Kanton Aargau. An diesem Sonntag wurden die Aargauer Gemeinden aber von Soazza (GR) geschlagen. Hier haben 140 Personen ihre Stimme abgegeben.

Die langsamste Gemeinde war Marly aus dem Kanton Fribourg. Der Kanton meldete am Sonntagabend, dass er mit technischen Problemen zu kämpfen hatte. Zum ersten Mal in der jüngeren Geschichte kommentierte der Bundesrat das Ergebnis eines Abstimmungssonntags, noch bevor die definitiven Resultate veröffentlicht waren.

Die Extremsten

In den meisten Fällen sind die extremsten auch eher kleine Gemeinden. Bei der Abstimmung am Sonntag hat aber besonders die Stadt Bern extrem ausgeschlagen, wie diese Übersicht zeigt:

  • Bargeld-Initiative
    Mollens (VD): 97 Prozent Ja (95 Stimmen insgesamt)
    Signau (BE): 33 Prozent Ja (1125 Stimmen)
  • SRG-Initiative
    Unteriberg (SZ):
    79 Prozent Ja (1162 Stimmen)
    Bern: 18 Prozent Ja (55'615 Stimmen)
  • Klimafonds-Initiative
    Bern: 59 Prozent Ja (54'535 Stimmen)
    Ederswiler (JU): 2 Prozent Ja (45 Stimmen)
  • Individualbesteuerung
    Schelten (BE):
    88 Prozent Ja (24 Stimmen)
    Wachseldorn (BE): 12 Prozent Ja (113 Stimmen)

Die Verwaltungshauptstadt der Schweiz hat sowohl den tiefsten Ja-Anteil bei der SRG-Initiative als auch den höchsten Ja-Anteil bei der Klimafonds-Initiative. In Ederswiler hingegen hat nur eine Person für die neueste Klima-Initiative gestimmt.

Die Engagiertesten

Bei der engagiertesten Gemeinde stossen wir auf eine Anomalie. Den Zahlen nach sollen in der Gemeinde Savièse im Kanton Wallis 3535 von 3535 Personen abgestimmt haben. Das entspräche einer Stimmbeteiligung von 100 Prozent. Dabei dürfte es sich allerdings um einen Übermittlungsfehler handeln, denn die Walliser Gemeinde beheimatete bei den Abstimmungen im November noch über 6000 Stimmberechtigte.

Ein Kantonsbeamter sagt auf Anfrage von watson Romandie: «Ich glaube nicht, dass eine Wahlbeteiligung von 100 Prozent möglich ist, nein. Das muss ein Fehler sein. Aber mehr weiss ich im Moment nicht dazu.»

Blenden wir Savièse aus, ist Novalles aus dem Kanton Jura die fleissigste Gemeinde. Hier haben 86 Prozent der Stimmberechtigten ihre Stimme abgegeben. Insgesamt waren das am Sonntag 64 Personen.

(leo/jes mit Material der sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Alle in der Schweiz angenommenen Initiativen
1 / 28
Alle in der Schweiz angenommenen Initiativen
Volksinitiative «für ein Verbot des Schlachtens ohne vorherige Betäubung»Komitee: Kantonale Tierschutzvereine von Bern und Aargau sowie AntisemitenAbgestimmt am: 20.08.1893Inkrafttreten am: 22.12.1893
quelle: shutterstock
Auf Facebook teilenAuf X teilen
300 Franken Serafe oder 335? Was die Menschen nach dem SRG-Nein sagen
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
24 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
James McNew
08.03.2026 21:57registriert Februar 2014
Prozentzahlen sind ja ganz lustig. Aber der Vergleich von 55‘000 Berner Stimmen mit einem 55-Personen-Kaff ist trotzdem leicht seltsam.
6010
Melden
Zum Kommentar
avatar
Matthiah Süppi
08.03.2026 22:44registriert Mai 2015
Das Berner Länggass Quartier hat sogar 88% Nein zur Halbierungsinitiative. Sind dann immer noch 7‘000 Stimmen.
374
Melden
Zum Kommentar
avatar
rburri68
08.03.2026 22:29registriert Juni 2017
Danke Bern <3
4938
Melden
Zum Kommentar
24
Politologe zur SVP-Schlappe: «Ausserhalb ihrer Kernthemen erreicht sie kaum Mehrheiten»
Nach dem klaren Nein zur SRG-Initiative greifen linke Politiker Röstis Senkung der Serafe-Gebühr auf 300 Franken an. Politologe Oliver Strijbis erklärt, weshalb er das für politisch heikel hält.
Herr Strijbis, die SRG-Initiative wurde deutlich abgelehnt. Was bedeutet dieses Resultat?
Oliver Strijbis:
Es zeigt vor allem eines: Die politische Rechte in der Schweiz ist konservativ, aber nicht staatsfeindlich. Die Schweizer Bevölkerung steht hinter Institutionen wie der SRG oder der Post. Und der SVP gelingt es ausserhalb ihrer Kernthemen Migration und Europa kaum, Mehrheiten zu organisieren.
Zur Story