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Sorgte mit einer Darbietung über der falschen Gemeinde für Aufsehen: die Schweizer Kunstflugstaffel Patrouille Suisse. (Archivbild)

Die Patrouille Suisse im Formationsflug. Bild: KEYSTONE

Irrflug der Patrouille Suisse: Militärjustiz verschont die Piloten

Nachdem die Kunstflugstaffel der Armee eine Show über dem falschen Dorf geflogen hatte, prüfte die Militärjustiz eine Untersuchung. Nun liegt bereits das Resultat vor.

Andreas Maurer / ch media



Gunnar Jansen, der Leader der Patrouille Suisse mit dem Fliegernamen «Gandalf», kann aufatmen. Die Militärjustiz eröffnet keine Untersuchung gegen ihn. «Wir haben keinen Anfangsverdacht auf ein strafbares Verhalten gefunden, und es liegen uns keine Hinweise für eine Gefährdung vor», teilt ein Sprecher der Anklagebehörde auf Anfrage mit.

Das Patrouille Suisse Team 2015, Capt Gael Lachat

Chefpilot Gunnar Jansen. Bild: KEYSTONE

«Gandalf» hat seine fünf Pilotenkollegen am vergangenen Wochenende an den falschen Ort geführt. Die Patrouille Suisse hätte zu Ehren des 100. Todestages von Flugpionier Oskar Bider eine Show über Langenbruck BL abhalten sollen. Wenige Sekunden vor der Ankunft war «Gandalf »abgelenkt. Er erhielt per Funk die Meldung, dass ein Helikopter in den gesperrten Luftraum eingedrungen sei.

Armee bestätigt Missgeschick von Patrouille Suisse

Die Patrouille Suisse führte ihre Flugshow im falschen Dorf aus. Anstatt an einer Gedenkfeier in Langenbruck flogen sie über das Jodelfest im Nachbarort. Video: © TeleM1

Während er auf seine Instrumente blickte, überflog er den Veranstaltungsort, ohne es zu bemerken. Als er aufblickte, sah er ein kleines Dorf mit einem weissen Festzelt. In der Annahme, das sei Langenbruck, dirigierte er den Formationsflug. Erst nach der Landung auf dem Militärflugplatz in Payerne realisierte er, dass seine Crew fälschlicherweise über der Nachbargemeinde Mümliswil SO ihre Formationen gezeigt hatte. Das weisse Festzelt beherbergte das Nordwestschweizer Jodelfest.

Die Patrouille Suisse machte mit ihrem Irrflug international Schlagzeilen. Sogar die BBC nahm die Meldung auf. Der Nachrichtensprecher steigerte die Heiterkeit zusätzlich, weil er vor Lachen nicht mehr ruhig sprechen konnte.

Auch «Gandalf» nahm seine Odyssee mit Humor, stellte sich den Fragen der Öffentlichkeit und entschuldigte sich für die «Panne». Doch dann sah es plötzlich so aus, als könnte der Fall für ihn juristische Konsequenzen haben. Die Militärjustiz gab Anfang Woche bekannt, sie prüfe die Eröffnung einer Untersuchung. Nun ist die Prüfung bereits abgeschlossen und eingestellt.

Eine Voruntersuchung führt die Militärjustiz allerdings in einem anderen Fall der Patrouille Suisse. Vor drei Jahren kollidierten zwei Jets in Holland, weil ein Pilot die Kontrolle verloren hatte. Die militärinterne Justizbehörde untersucht derzeit, ob er sich strafbar gemacht hat. (bzbasel.ch)

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