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Mobility:Luxus-Offroader von Jaguar und Land Rover sorgen für rote Köpfe

SUV gefällig? Mobility-Kunden können sich neu Landrover ausleihen.
SUV gefällig? Mobility-Kunden können sich neu Landrover ausleihen. bild. Zvg/mobility

«Vrooom»: Mobility lanciert Luxus-Offroader und versetzt die Klima-Community in Rage

Landrover oder Jaguar gefällig? Ausgerechnet in Zeiten der Klimastreiks führt Carsharing-Anbieter Mobility eine neue Premium-Kategorie ein. Genossenschaftler laufen Sturm.
28.05.2019, 14:3228.05.2019, 15:09

Mobility drückt so richtig aufs Gaspedal. «Vrooom Vrooom! Lust auf eine Spritztour mit dem neuen Jaguar oder soll's lieber eine Fahrt mit dem Range Rover sein?»: Mit diesen Worten preist die Schweizer Carsharing-Genossenschaft Mobility auf Facebook die neue Luxus-Fahrzeugkategorie an.

Seit Dienstagvormittag können Mobility-Kunden in Bern, Zürich, Luzern, St. Gallen und Ebikon Autos von Jaguar oder Landrover ausleihen. «Marken, die Herzen höherschlagen lassen», schreibt Mobility in einer Mitteilung.

Schlägt das Angebot ein, soll nach Ende des einjährigen Tests sowohl die «Anzahl wie auch Markenvielfalt» ausgebaut werden, heisst es weiter. Für das Pilotprojekt kommen Luxusautos vom Typ Jaguar F-Pace und Land Rover Discovery der Emil Frey AG zum Einsatz. Mobility zahlt dem Gewerbepartner dafür Provision.

Der Jaguar gehört nun zur Mobility-Flotte.
Der Jaguar gehört nun zur Mobility-Flotte. bild: zvg/Mobility

Mobility-Community in Rage

Offroader und Luxus-Schlitten in Zeiten der Klimakrise? Bei der Mobility-Community kommen die Premium-Fahrzeuge nicht gut an, wie zahlreiche Kommentare auf Facebook zeigen:

«Was hat das mit Nachhaltigkeit zu tun? Während sich viele Menschen Sorgen wegen der Klima-Krise machen, kauft der grösste Carsharing-Anbeiter frisch-fröhlich ein paar fette Jaguars.»

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«Mobility verspielt gerade seine Glaubwürdigkeit als Anbieterin von nachhaltiger Mobilität.»
Facebook-Kommentar

Ein anderer User fordert von Mobility eine Elektroauto-Offensive statt Offroader:

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Verkehrspolitikerinnen und Politiker sind ebenfalls «not amused». Grünen-Nationalrat Michael Töngi: «Mobility setzt damit ein falsches Zeichen. Beim Autoteilen geht es darum, möglichst emissionsarme Autos einzusetzen», sagt der Luzerner zu watson.

Mobility-Offroader aus Bern verbannt
Es ist nicht das erste Mal, dass Mobility wegen Offroadern in die Kritik gerät. 2016 führte der Autoteiler zehn Audi Q3 in die Flotte ein. Nach Protesten musste Mobility die «Strassenpanzer» aus der Bundesstadt abziehen und nach Thun verlegen.

Zudem glaubt Töngi nicht, dass das Angebot grossen Anklang findet. «Diese Luxusautos sind teure Statussymbole. Und wer will schon in einem gemieteten Statussymbol herumfahren.»

Mobility setze mit den Offroadern falsche Anreize, erklärt auch Stéphanie Penher vom Verkehrsclub der Schweiz (VCS). «Diese Autos sind ineffizient und verbrauchen viel Treibstoff. Das ist nicht das, wofür Mobility steht.»

Warum aber führt die Autoteil-Genossenschaft überhaupt solche Autos ein? Jedes dritte in der Schweiz verkaufte Fahrzeug sei heute ein SUV. «Für uns ist es wichtig, vielfältige und attraktive Fahrzeuge zu bieten. Nur wenn wir Trends und verschiedene Geschmäcker treffen, können wir möglichst viele Menschen überzeugen, ihr Erst- oder Zweitauto zu teilen statt zu besitzen», wird Mobility-Geschäftsführer Roland Lötscher in der Mitteilung zitiert.

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