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Berner Lebensmittelkontrolle beanstandet jede zehnte Probe

Berner Lebensmittelkontrolle beanstandet jede zehnte Probe

23.02.2022, 10:5123.02.2022, 13:50
In a restaurant, a cantonal food inspector checks if all the food is labeled with a date, pictured on March 22, 2013, in Berne city, Switzerland. In Switzerland, the cantons are responsible for the im ...
Lebensmittelkontrollen in Bern: 900 Beanstandungen.Bild: KEYSTONE

Das Kantonale Laboratorium hat vergangenes Jahr 9000 Lebensmittel- und Trinkwasserproben untersucht und davon rund 900 beanstandet. Bei einem Grossteil davon gab es jedoch nichts oder wenig zu bemängeln.

Jede zehnte Probe sei unhygienisch, verdorben oder gesundheitsgefährdend, teilte das Kantonale Laboratorium am Mittwoch mit. Grössere Mängel stellte es aber nur bei 136 der insgesamt 5800 kontrollierten Betrieben fest. Das entspricht zwei Prozent aller Betriebe.

Bei mehr als der Hälfte der Betriebe stellte das Laboratorium nur «geringfügige» Mängel fest. Dabei erhalten die Betriebe eine Beanstandung und die Möglichkeit, den Mangel zu beheben.

Wegen «massiver Verletzung» der Lebensmittelvorschriften reichte das Laboratorium vergangenes Jahr 105 Strafanzeigen ein. Zum Vergleich: 2020 gab es 154 davon.

2021 wurden weniger Betriebe untersucht als noch das Jahr zuvor. Grund dafür war die Schliessung der Restaurants Anfang 2021 aufgrund der Corona-Pandemie.

Bei den leicht verderblichen Lebensmitteln wie vorgekochte Speisen oder belegte Brötchen von gewerblichen Produktionsbetrieben hat das Laboratorium 580 von 2000 Proben beanstandet. Das entspricht rund 30 Prozent der Proben. Diese sind laut Kontrolleurinnen und Kontrolleuren meist unhygienisch behandelt, zu wenig gekühlt oder zu lange gelagert worden.

Das Kantonale Laboratorium kontrolliert regelmässig Betriebe, die mit Lebensmitteln zu tun haben. Davon betroffen sind etwa Restaurants, Käsereien, Metzgereien, Bäckereien, Trinkwasserversorgungen oder Landwirtschaftsbetriebe. Kontrolliert werden Lebensmittel, die Sauberkeit, die Selbstkontrolle der Betriebe, die Infrastruktur und die Kennzeichnungen.

Falsche Lagerung von Chemikalien an Schulen

Unter die Lupe genommen hat das Kantonale Laboratorium vergangenes Jahr auch den Chemieunterricht an Schulen. Die Untersuchung war Teil einer nationalen Kampagne. Dabei kam das Laboratorium zum Schluss, dass viele Schulen den Umgang mit Chemikalien nicht geregelt haben.

Insbesondere die Lagerung der Chemikalien sei oft mangelhaft, so das Kantonale Laboratorium. So würden etwa Chemikalien zum Teil in Lebensmittelverpackungen gelagert.

Die Schulen wurden aufgefordert, alte und verbotene Chemikalien zu entsorgen und Mehrfachbestände aufzuheben. Zudem solle eine Person als Ansprechperson für Chemikalien gemeldet werden. (aeg/sda)

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3 Kommentare
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«Timmy wird sterben und niemand wird mehr an ihn denken»
Peter V. Kunz ist Präsident des Verbands Schweizer Tierschutz. Im Interview mit watson erklärt er, warum wir uns für gestrandete Buckelwale, nicht aber für vernachlässigte Hühner interessieren.
Seit einiger Zeit konzentriert sich das öffentliche Interesse stark auf Einzelschicksale von Tieren. Wir hatten den einsamen Pinguin, der in die falsche Richtung watschelt; dann kam das Äffchen Punch, das wir dabei beobachteten, wie es Anschluss an seine Gruppe suchte. Und seit knapp drei Wochen ist es nun Timmy, der Wal, mit dem Hunderttausende mitleiden. Warum interessieren Tierschicksale so fest?
Peter V. Kunz: Auch als Tierrechtler bin ich ja in erster Linie Mensch. Beim Lonely Penguin hatte ich Tränen in den Augen. Wenn ich Aufnahmen von Timmy oder von Punch sehe, dann bewegt mich das wie jeden anderen auch. Trotzdem habe ich gemischte Gefühle: Denn so sehr mich diese Einzelschicksale bewegen, so irrelevant sind sie letztlich für das Tierwohl im Allgemeinen. Die Tiere, die systematisch leiden, bleiben unsichtbar.
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