Schweiz
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4,5 Millionen aus Geldtransporter im Kanton Bern gestohlen – vom Geld fehlt jede Spur



Aus einem Geldtransporter sind im vergangenen Juli bei Thunstetten BE mehr als 4.5 Millionen Franken gestohlen worden. Der Fall war bislang nicht bekannt. Vom Geld fehlt jede Spur. Ein geständiger Täter bleibt gemäss Bundesgericht in Untersuchungshaft.

Wie aus dem am Freitag publizierten Urteil des Bundesgerichts hervorgeht, wurde das Geld am 1. Juli unter Mitwirkung des Chauffeurs des Geldtransporters gestohlen. Der geständige Täter soll mitgeholfen haben, die Beute in ein anderes Fahrzeug umzuladen und zu einer Garage nach Rickenbach LU transportiert zu haben. Die Ermittlungen laufen unter dem Namen «Aktion Dreieck».

Der Mann wurde am 14. August verhaftet. Er wurde zunächst auf Antrag der Solothurner Staatsanwaltschaft für die Dauer von drei Monaten in Untersuchungshaft gesetzt. Im Oktober stellte der Mann ein Haftentlassungsgesuch.

Das Haftgericht lehnte das Gesuch ab. Das Solothurner Obergericht wies die dagegen erhobene Beschwerde des Mannes ab. Später verlängerte das Haftgericht auf Antrag der Staatsanwaltschaft die Untersuchungshaft bis Mitte Februar 2020.

Das Bundesgericht bestätigte nun den Entscheid des Obergerichts zum abgelehnten Haftentlassungsgesuch. Die Vorinstanz habe eine Verdunkelungsgefahr bejaht, heisst es in den Erläuterungen der Lausanner Richter.

Komplize in Tschechien festgenommen

Die Ermittlungen in Bezug auf die Diebesbeute liefen auf Hochtouren. Da sei es von entscheidender Bedeutung, diese nicht durch allfällige Kollusionshandlungen zu beeinträchtigen.

Die Deliktsumme von mehr als 4.5 Millionen Franken ist verschwunden. Der in Untersuchungshaft sitzende Mann und ein weiterer Täter sollen die Millionensumme einem Komplizen übergehen haben. Der Komplize sitzt in Tschechien in Haft. Über die Auslieferung dieses Mannes wurde gemäss Bundesgericht noch nicht entschieden.

Untersuchungen gegen mehrere Verdächtige

Die Solothurner Staatsanwaltschaft führt betreffend Diebstahl gegen insgesamt sechs namentlich bekannte Personen sowie gegen unbekannte Täterschaft eine Strafuntersuchung. Derzeit befinden sich drei Personen in Haft, wie der Medienbeauftragte Jan Lindenpütz der Nachrichtenagentur Keystone-SDA auf Anfrage mitteilte.

Wegen der Weitergabe des gestohlenen Geldes führe die Staatsanwaltschaft gegen mehrere Personen ein Verfahren wegen Hehlerei. Vier Personen befänden sich derzeit in Haft.

Die Untersuchungen seien hängig. Aus ermittlungstaktischen Gründen seien derzeit keine weiteren Auskünfte möglich, hält die Staatsanwaltschaft fest. Für sämtliche beschuldigte Personen gelte die Unschuldsvermutung.

Raubüberfälle auf Geldtransporter

Im Kanton Waadt kommt es sei Monaten immer wieder zu bewaffneten Raubüberfällen auf Geldtransporter. Zuletzt wurde am 2. Dezember in der Nähe von Daillens VD ein Geldtransporter überfallen.

Am vergangenen 23. August kam es in La Sarraz VD zu einem bewaffneten Raubüberfall auf zwei Geldtransporter. Mehr als zehn Täter sollen beteiligt gewesen sein.

Bereits Ende Juni hatte es in Mont-sur-Lausanne VD einen Überfall auf einen gepanzerten Lieferwagen gegeben. Ein Jahr zuvor war es am gleichen Ort ebenfalls zu einem Überfall gekommen.

Im April 2018 war der Lausanner Vorort Le Mont Schauplatz eines Überfalls auf ein Fahrzeug der gleichen Transportfirma. Die Täter hielten die Chauffeure mit gezückten Kalaschnikows in Schach.

(Urteil 1B_369/2019 vom 27. November 2019)

(sda/mlu)

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Geldtransporter auf A1 in La Sarraz überfallen

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    Alle Leser-Kommentare
  • Schneider Alex 07.12.2019 06:05
    Highlight Highlight Was hat uns das Schengen-Abkommen gebracht? Endlich wieder wirksame Grenzkontrollen einführen!
    • ChlyklassSFI 08.12.2019 06:06
      Highlight Highlight Krass, dass du das ernsthaft fragst.
  • chnobli1896 06.12.2019 17:23
    Highlight Highlight Bei einem Bancomaten werden die Noten in den Kassetten bei einem Aufbruchversuch automatisch zerstört (Farbpatrone).

    Wieso ist dies bei solchen Transporten nicht möglich / gang & gäbe? Würde auch das Risiko von einem Insiderjob senken, wenn die Transporteure selber auch nicht ans Geld kommen würden.
    • tr3 06.12.2019 21:16
      Highlight Highlight Who cares?
  • Hofer Ernst 06.12.2019 15:06
    Highlight Highlight Das Geld ist schon lange in Frankreich. Da war doch kürzlich im Schweizer Fernsehen ein Dok. Bericht über diese französischen Banden welche Geldtransporter überfallen und dann anzünden.
  • Buoenito 06.12.2019 14:33
    Highlight Highlight Kein Wunder, dass bei diesen sog. Überfällen auf Werttransporte fast immer Insider involviert sind. Bei der himmeltraurigen Bezahlung der Transporteure ist die Versuchung gross. Millionen rumkarren und sich selbst keinen anständigen Urlaub leisten können. Da habe ich volles Verständnis für die Täter, die ja meistens die Opfer sind.
    • Der Bosnier 06.12.2019 21:01
      Highlight Highlight Anscheinend ist das Geld ja gut versichert. Schlussendlich hält sich mein Mitleid mit den "Geschädigten" in Grenzen. Wer wirklich dafür bezahlt, sind die Versicherten und (hauptsächlich) die Angestellten der Transportfirma. Wenn ich ehrlich bin, freue ich mich unheimlich dsrüber, dass all die vollgefressenen Säcke beraubt werden😀😀
  • infomann 06.12.2019 13:21
    Highlight Highlight Kommen wir doch entlich mehr vom Bargeld weg, nehmen wir diesen Banden das Geld weg.
    Gibt so viele Möglichu bargeldlos zu bezahlen, mit Katze kontaktlos usw.
    • Thanatos 06.12.2019 13:42
      Highlight Highlight Du kannst mit Katzen zahlen?

      Da bin ich aber neidisch.
    • infomann 06.12.2019 13:46
      Highlight Highlight Lach die Reaktion musste ja kommen, na siehste.
    • Theor 06.12.2019 13:50
      Highlight Highlight Ich habe 3 Katzen. Wie reich bin ich folglich?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Loeffel 06.12.2019 12:41
    Highlight Highlight Aber es gibt immer noch Leute, die es sinnvoll finden, immer und überall bar zu bezahlen, damit dieses Papier danach in der ganzen Schweiz sinnlos herum gekarrt werden muss. 🤦🏻

    Ich verstehe ja, warum gewisse Kollegen im Puff lieber bar bezahlen, aber in der Migros und bei der Tankstelle?



    • Wendy Testaburger 06.12.2019 13:29
      Highlight Highlight Ja, solche Ewiggestrigen gibt es immer noch, mich zum Beispiel.
      Wird ja auch AUSSCHLIESSLICH Bargeld gestohlen, gell?
    • infomann 06.12.2019 13:36
      Highlight Highlight Ich kann dir nur beipflichten.
      Scheinbar hört die Sturheit und Gewohnheit auch nicht auf, wenn es viele Millionen kostet und auch Leben bedroht sind.
      Wer glaubt ihr bezahlt am Schluss? Immer jammern wenn die Bankgebühren steigen.
    • infomann 06.12.2019 13:41
      Highlight Highlight Die Einsicht ist ja schon da, du weisst wenigstens dass du Ewiggestrig bist....lach
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