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Jetzt ziehen SRF-Prominente in den Kampf gegen No Billag

Swiss Arthur H. Honegger, journalist and US correspondent for Swiss TV, speaks during the International Alpensymposium in Interlaken, Switzerland, Tuesday, January 10, 2017. (KEYSTONE/Alessandro della ...
«10vor10»-Moderator Arthur Honegger: «Ich überlege mir nicht, was ich im Fall einer Annahme der Initiative tun würde.»Bild: KEYSTONE

Jetzt ziehen SRF-Prominente in den Kampf gegen No Billag

Seit Mitte Monat dürfen sich Mitarbeiter des Medienkonzerns auf Social Media offen zur Abstimmung äussern.
28.10.2017, 12:2707.11.2017, 14:14
Dennis Bühler und Lorenz Honegger / Schweiz am Wochenende

Er gilt als der härteste Interviewer beim Schweizer Fernsehen: Sandro Brotz, Moderator der Sendung «Rundschau». Als ihn diese Zeitung am Donnerstag in Zürich zum Gespräch trifft, wirkt der Journalist zurückhaltend, fast schon vorsichtig. Man sieht ihm an: Es steht viel auf dem Spiel. Brotz sagt, er wolle keine Abstimmungsempfehlung zur «No Billag»-Initiative abgeben. «Was ich als langjähriger Berufsmann tun kann, ist die Situation zu schildern, wie ich sie sehe, und meine ernsthaften Sorgen äussern.»

Natürlich schüttle der anstehende Urnengang seine Kolleginnen und Kollegen bei der SRG durch. Gefragt nach den Gründen für das Unbehagen in der Bevölkerung gegenüber seinem Arbeitgeber, bleibt er einsilbig: «Es gibt keinen grossen gemeinsamen Nenner. Es hat vielleicht mit der Grösse des Unternehmens zu tun», sagt er, um sogleich anzufügen, dass man sehr wohl schätze, was die SRG mache.

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«Wir fühlen uns unter Druck, einfach weil wir wissen, dass es um alles oder nichts geht»
SRG-Journalist

Spätestens seit der Abstimmungstermin vom 4. März 2018 bekannt ist, befindet sich die SRG im Krisenmodus. Mitarbeiter, die namentlich nicht genannt werden wollen, sprechen von einer wachsenden Nervosität bei Belegschaft und Führung. «Wir fühlen uns unter Druck, einfach weil wir wissen, dass es um alles oder nichts geht», sagt ein Journalist.

Die SRG erlaubt ihren Angestellten seit Mitte Monat, sich auf Social Media offen zu äussern. Von den aktualisierten Richtlinien machen viele Gebrauch. So auch die bekannte Wirtschaftsjournalistin Patrizia Laeri. Sie twitterte diese Woche: «Die ökonomischen Tatsachen sind klar. Werbegelder weg. Traditionelle Medien werden ohne Gebührengelder oder Mäzene nicht überleben.»

«10vor10»-Moderator Arthur Honegger sagt: «Ich überlege mir nicht, was ich im Fall einer Annahme der Initiative tun würde.» Er sei auch nicht nervös. Doch ganz spurlos gehe der Abstimmungskampf nicht an ihm vorbei. «Als Bürger mache ich mich in meinem Umfeld selbstverständlich für ein Nein zur No-Billag-Initiative stark.»

Zeit messen bei der «Arena»

Besonders heikel für SRG-Journalisten sind Sendungen zu «No Billag»: Medienclub-Moderator Franz Fischlin betont, er wolle verhindern, dass seine Sendung zum Thema im kommenden Januar zu einer reinen «SRG-Show» werde: «Im Zweifel bin ich gegenüber dem eigenen Unternehmen lieber speziell kritisch. Wie ich das übrigens schon im Medienclub zum Service public Anfang Jahr gemacht habe.»

Auch «Arena»-Moderator Jonas Projer kündigt spezielle Massnahmen an: «Angesichts der Umstände würden wir wohl nicht erst bei der Abstimmungs-Arena, sondern schon bei möglichen früheren Sendungen zur Vorlage die Redezeit beider Seiten messen.» Er werde sich gleich verhalten wie immer, so Projer: «Fair, ausgewogen, kontrovers und mit kritischen Fragen in beide Richtungen.»

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Video: srf
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