Schweiz
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NENDAZ, SWITZERLAND - JULY 28:  A man throws a Swiss flag on July 28, 2013 in Nendaz, Switzerland. About 150 Alphorn blowers performed together on the last day of the international alphorn Festival of Nendaz. The Swiss folkloric wooden wind instrument was used in most mountainous regions of Europe by mountain dwellers as signal instruments.  (Photo by Harold Cunningham/Getty Images)

Bild: Getty Images Europe

YONNIHOF

O du schönes Schweizerdeutsch! 

Ich bin ja bekanntermassen schweizerdeutschophil. Ich LIEBE Schweizerdeutsch. 

Wir haben keine feste Grammatik, wir haben nur eine Vergangenheitsform und technisch gesehen nicht einmal eine Zukunft. Zumindest keine grammatikalische. Die Verwendung von «wird» als Hilfsverb hat sich leider in letzter Zeit etwas eingeschlichen, aber grundsätzlich sagen wir alles im Präsens und der Zuhörer muss dann selber rausfinden, wann genau die Aktion stattfindet /stattfinden wird. Das ist eben so interaktive Gesprächsführung, weisch? Da muss das Gegenüber noch mitdenken. 

«Für Aussenstehende wohl vorzeitliches Kratzdeutsch aus dem Inzesttal»

Ich bekomme von meinen ausländischen Freunden zwar immer wieder die Rückmeldung, Schweizerdeutsch sei brachial, müsse doch im Hals wehtun. In der Tat kann ich mir vorstellen, dass es für Aussenstehende ein bisschen klingt wie vorzeitliches Kratzdeutsch aus dem Inzesttal. Aber ich finde es lieblich. Seine Eigenheiten, seine Diversität. Man kann Menschen ohne Probleme einer Region, ihrer Heimat zuordnen – und zwar Regionen, die winzig sind. Wo ich herkomme, sagt man zum Beispiel „en Bomm“ und meint einen Baum. Oder „gömmer Hamm“ und meint damit ob man denn nun nach Hause gehen solle. 

Lustigerweise führen die Dialekte bei gewissen Leuten immer wieder zu kleineren Kantönlipatriotismus-Anfällen. Ich gebe zu, dass ich mich auch schon darüber lustig gemacht habe, dass man in gewissen Teilen des Aargau und in der Zentralschweiz das «i» durch ein «e» und das «u» durch ein «o» ersetzt. Ich finde das aber sehr charmant und es gehört einfach dazu. Kein Dialekt ist einem anderen irgendwie überlegen – vielleicht bis auf die Verständlichkeit. Wir machen das nicht absichtlich, liebe Walliser. Klingen tut es schön, man versteht’s halt einfach nicht immer sofort.

Schweizerdeutsch rockt! In jedem Dialekt. Hier deshalb eine keineswegs vollständige Auswahl meiner schweizerdeutschen Lieblingsausdrücke – inkl. Übersetzung bei intra- und internationalen Verständnisproblemen: 

Güggel (Hahn)

Spunte (Restaurant, nicht sehr edel)

Gireitsle (Schaukel)

Riitiseili (ebenfalls Schaukel) 

Bütschgi (Kerngehäuse eines Apfels/Birne) 

Chritz (Streit)

Summervogel (Schmetterling)

Amediisli (Armstulpen)

stigelisinnig (wenn einen etwas in den Wahnsinn getrieben hat)

Göppel (ein altes, klappriges Fahrzeug, kann Auto oder Fahrrad meinen)

Maieriesli (Maiglöckchen) 

Chrüsimüsi (Durcheinander)  

Riitschuel (Karussell)

Lämpe (Schwierigkeiten)

Hudigääggeler (Schweizer Volksmusik)

Füdlibürger (Spiesser)

umefigureetle (an etwas herumbasteln)

Nifelibüetz (eine Aufgabe, welche viel Geschick erfordert und sehr aufwändig ist)

Rundumel (Kreis)

Hafechääs (Unsinn, den jemand erzählt)

puurlimunter (fit, aufgestellt)

Yonnihof

Yonni Meyer

Sie gilt als das neueste Schweizer Facebook-Phänomen: Yonni Meyer schreibt als Pony M. über ihre Alltagsbeobachtungen - direkt und scharfzüngig. Tausende Fans lesen mittlerweile jeden ihrer Beiträge. Bei watson schreibt die Reiterin ohne Pony - aber nicht weniger unverblümt.
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    Alle Leser-Kommentare
  • Nanu 09.03.2014 11:04
    Highlight Highlight warum nicht einmal ein Walliserdialekt? Bin Basler, und verstehe nur die Hälfte davon.
  • Oki 07.03.2014 20:57
    Highlight Highlight Warum stand denn dieser Artikel so weit unten. Erst jetzt entdeckt. Danke.
    Weiter so.
    • Androider 04.01.2015 23:13
      Highlight Highlight Man kann den Autoren auch folgen, dann verpasst du keinen einzigen Beitrag mehr ^^

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