Schweiz
Bundesrat

Brand von Crans-Montana: Bund will Opferhilfe zahlen

Walliser Hilfe reicht nicht aus: Bund will Solidaritätsbeitrag für Opfer von Crans-Montana

11.02.2026, 12:4311.02.2026, 12:43

Der Bundesrat will den Opfern der Brandkatastrophe von Crans-Montana VS einen Solidaritätsbeitrag entrichten. Die Unterstützung durch Opferhilfe, Sozialversicherungen und Haftpflichtversicherungen stosse wegen der vielen Geschädigten an Grenzen, schreibt er dazu.

Das Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) erhielt am Mittwoch den Auftrag, bis Ende Februar eine Vorlage ans Parlament auszuarbeiten. Den Solidaritätsbeitrag an die Opfer und ihre Angehörigen versteht der Bundesrat als Zeichen angesichts des erlittenen Unrechts.

Der Bundesrat plant nun ein dringliches Gesetz. Die Vorlage soll das Parlament nach seinen Vorstellungen in der Frühjahrssession behandeln, so dass das Gesetz unmittelbar nach der Zustimmung der Räte im März in Kraft treten könnte.

Viele Hürden und ein langer Prozess

Bei Grossereignissen genügten das Vermögen der Verantwortlichen sowie die Haftungssummen der Versicherungen oft nicht, schrieb der Bundesrat. Auch müssten die Ansprüche aller Opfer und ihrer Angehörigen koordiniert werden. Bis ein Entscheid vorliege, dauere es daher oft lange.

Bei Personen, die nicht in der Schweiz versichert sind, besteht laut dem Bundesrat zudem die Schwierigkeit von Ungleichbehandlungen. Denn diese Geschädigten erhalten andere Versicherungsleistungen.

Um langwierige Gerichtsprozesse zu vermeiden, will der Bundesrat zudem auf Vergleichsverhandlungen setzen. Ins Gespräch kommen sollen Opfer und deren Angehörige, Versicherungen, weitere leistungspflichtige Parteien und Behörden an einem Runden Tisch. Wie dieser rechtlich verankert werden kann, wird nun das EJPD prüfen.

Candles and flowers mark the entrance of the "Le Constellation" bar after the fire at the "Le Constellation" bar and lounge, in Crans-Montana, Switzerland, Friday, January 30, 2026 ...
Beim Brand in der Silvesternacht kamen 41 Menschen ums Leben.Bild: keystone

Vorschläge machen muss das EJPD bis Ende Februar auch zur Frage, wie sich der Bund an den hohen Opferhilfekosten in den betroffenen Kantonen beteiligt. Tun könnte er dies laut der Mitteilung «aus Solidarität mit den Kantonen». Das sieht das Opferhilfegesetz vor.

Das Opferhilfegesetz schreibt vor, dass Opfer der Brandkatastrophe und deren Angehörige auf Leistungen der kantonalen Opferhilfestellen Anspruch haben, etwa für Reise- und Unterkunftskosten, medizinische Versorgung und psychologische und juristische Beratungen. (sda)

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27 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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El_Chorche
11.02.2026 14:03registriert März 2021
Ich hab das sicher falsch verstanden, dass der Steuerzahler jetzt für die Wallisser Unfähigkeit bezahlen muss, oder?
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Christofero
11.02.2026 14:16registriert März 2019
Es zeichnet sich immer klarer ab, dass der Betreiber, die Gemeinde und der Kanton massiv versagt haben, also sollen die bitte auch zahlen.
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Schwiizergoof
11.02.2026 14:21registriert Juni 2022
Wenn man es sich überlegt, ist es wirklich ein Skandal, dass nun die Steuerzahler:innen für das Versagen der Gemeinde Crans Montana und des Kanton Wallis aufkommen muss. Zuerst sollten die Verantwortlichen dafür bezahlen, man sollte sie eigentlich alle pfänden bis auf die Unterwäsche. Sorry, mich macht das echt wütend.
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