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Isabelle Moret, Ignazio Cassis und Pierre Maudet stehen zur Wahl.
Isabelle Moret, Ignazio Cassis und Pierre Maudet stehen zur Wahl.Bild: KEYSTONE

Die Bundesrats-Kandidaten im Check – was für und gegen sie spricht

Die letzten Hearings sind durch, die Kandidaten warfen nochmals all ihr Gewicht in die Waagschale. Wen Cassis, Moret und Maudet überzeugen konnten, und was sie an der Bundesratswahl Stimmen kosten wird – ein Überblick.
19.09.2017, 22:2420.09.2017, 06:09

Ignazio Cassis (56), TI

Bild: KEYSTONE

Was für ihn spricht:

  • Das Tessin hatte seit 18 Jahren keinen Bundesrat mehr. Der Anspruch der italienischen Schweiz auf eine Vertretung in der Landesregierung ist weitgehend unbestritten.
  • Als Fraktionschef der FDP ist Cassis im Bundeshaus ein politisches Schwergewicht.
  • Er ist der erklärte Favorit der SVP. Auch die Mehrheit der eigenen Fraktion und rund die Hälfte der CVP-Stimmen dürften an ihn gehen – auch wenn letztere keine Wahlempfehlung abgab. 

Was gegen ihn spricht:

  • Cassis' Nähe zu den Krankenkassen sorgt für Kritik. Insbesondere sein fürstliches Salär beim Verband Curafutura – 180'000 Franken jährlich für ein Teilzeitmandat – gibt zu reden.
  • Dass sich die SVP so offensiv für Cassis ausspricht, stimmt Politiker des linken Lagers skeptisch. Sie befürchten, dass er im Bundesrat einem rechten Viererblock zum Durchbruch verhelfen würde.
  • Seine unnachgiebige Haltung in der Rentendebatte hat die Linke verärgert. Umgekehrt zeigten sich konservative Politiker wenig erfreut darüber, dass Cassis für eine Liberalisierung der Drogenpolitik einsteht.

Isabelle Moret (46), VD

Bild: KEYSTONE

Was für sie spricht:

  • Auch wenn sie nichts davon wissen will: Der Frauen-Bonus spricht für Moret. Die Grünen wollen denn auch mehrheitlich für die Juristin stimmen. Ursprünglich hatten auch die SP, die GLP und die BDP  den Wunsch nach einer weiblichen Nachfolgerin für Burkhalter geäussert. Allerdings wollen die Sozialdemokraten nochmals über die Entscheidung schlafen, die GLP will sich nicht auf einen Favoriten festlegen und die BDP-Stimmen werden nun doch mehrheitlich an Konkurrent Maudet gehen.
  • Deutschschweizer FDP- und CVP-Männer mit Bundesrats-Ambitionen könnten Moret ihre Stimme geben. Denn so würde die Frauenfrage frühzeitig entschärft und eine Männer-Kandidatur hätte im Falle eines Rücktritts von Johann Schneider-Ammann oder Doris Leuthard bessere Chancen. 
  • Bei den Bauernvertretern im Parlament soll Isabelle Moret dem Vernehmen nach am besten abgeschnitten haben. 

Was gegen sie spricht:

  • Ihre Kampagne überzeugte viele Beobachter nicht. Die NZZ bezeichnet sie in einem Kommentar als «inhaltlich und kommunikativ» schwächste Kandidatin. 
  • Der Kanton Waadt ist mit Guy Parmelin (SVP) bereits im Bundesrat vertreten. 
  • Auch Morets Interessensbindungen gaben zu reden. Die Juristin ist Präsidentin des Spitalverbands H+, zudem war sie Mitglied eines Arbeitskreises der Rüstungsindustrie. Von diesem Engagement distanzierte sie sich als Folge kritischer Medienberichte eilends – und nicht besonders souverän. 

Pierre Maudet (39), GE

Bild: KEYSTONE

Was für ihn spricht:

  • Pierre Maudet gilt als Macher. Von allen Kandidaten hat er die stärkste Kampagne abgeliefert – und sich so vom Aussenseiter zum (temporären) Geheimfavoriten gemausert. Eine Mehrheit der BDP sähe Maudet am liebsten im Bundesrat.
  • Maudets politische Linie gefällt den Linken: So befürwortet er die Rentenreform und ein Rahmenabkommen mit der EU. In Genf hat er sich zudem im Rahmen der «Operation Papyrus» dafür eingesetzt, Sans Papiers zu legalisieren. 
  • Er vertritt die Generation der unter 40-Jährigen, die heute nicht im Bundesrat vertreten ist.

Was gegen ihn spricht:

  • Im Bundeshaus war Pierre Maudet noch vor wenigen Monaten ein Unbekannter. 
  • Rechten Politikern missfällt seine Mitgliedschaft bei der Neuen Europäischen Bewegung Schweiz (Nebs), sie sehen in ihm einen EU-Turbo.
  • Seine forsche Kampagne – inklusive grosser Entourage – kam manchen Parlamentariern in den falschen Hals. Kritiker bezeichnen ihn als «Blender».

Sprengkandidatin – z.B. Laura Sadis (56), TI

Bild: TI-PRESS

Was für sie spricht:

  • Eine Tessiner Frau, das wäre so etwas wie der Fünfer und das Weggli. SP-Fraktionschef Roger Nordmann brachte nach den Hearings denn auch sein Bedauern darüber zum Ausdruck, dass die FDP Sadis nicht aufs Ticket gesetzt hat. 

Was gegen sie spricht:

  • Eine Sprengkandidatur scheint unter den gegebenen Umständen sehr unwahrscheinlich. So versprach die SP, einen der  Kandidaten auf dem offiziellen Ticket zu wählen. Auch die GLP erteilte einer Sprengkandidatur eine Absage.
  • Als Linksfreisinnige dürfte Sadis ausserhalb von Rot-grün kaum punkten.
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