Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Neu sollen alle Patientinnen und Patienten mit Symptomen auf Covid-19 getestet werden.(Archivbild)

Die Corona-Infektionsketten sollen wieder nachverfolgt werden. Gefragt sind jetzt die Kantonsärzte. Bild: KEYSTONE

Kantone beginnen mit lokalem Contact Tracing – und finden erste Ansteckungsquellen

Sinken die Neuinfektionen mit dem Coronavirus weiter, sollen die Infektionsketten telefonisch wieder nachverfolgt werden. Der Bund hat die Kantone gebeten, das Contact Tracing wieder aufzunehmen. Einige haben bereits damit begonnen – und stellen nun Forderungen ihrerseits.



Als klar wurde, dass die Schweiz vom Coronavirus nicht verschont bleibt, versuchten die Kantone die Ansteckungswege noch zu verfolgen. Doch diese Detektivarbeit wurde bald aufgegeben. Zu hoch waren die Neuansteckungen pro Tag, zu unübersichtlich das Tracing. Doch nun, da sich die Kurve weiter abflacht (Dienstag: 119 Neuinfektionen, Mittwoch: 205 Neuinfektionen), sollen die Infektionsketten baldmöglichst wieder nachverfolgt werden.

>> Coronavirus: Alle News im Liveticker

Gesundheitsminister Alain Berset und Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) setzen die Marke bei 100 Neuinfektionen pro Tag. Sinkt die Zahl unter 100, soll das Contact Tracing wieder aufgenommen werden. Dabei setzt der Bund zuallererst auf die Unterstützung der Kantone, nicht auf eine App-Lösung. «Keine App kann das Social Tracing der Kantone ersetzen. In einer späteren Phase wird eine App ein gutes Instrument als Zusatz sein», so Berset an der Medienkonferenz vom Mittwoch.

Berset sagte auch, dass die Kantone nun genügend Zeit gehabt hätten, sich auf das Tracing vorzubereiten. Ein Augenschein zeigt jedoch, dass die Unterschiede zwischen den Kantonen gross sind. Während einige bereits damit angefangen haben, befinden sich andere erst im Aufbau.

Bern Wirkungsvolles Tool gefordert

Das Berner Kantonsarztamt beginne in diesen Tagen in Absprache mit dem BAG wieder mit dem Contact Tracing, heisst es auf Anfrage. Personen im engeren Umfeld von positiv getesteten Coronafällen werden dann telefonisch kontaktiert.

Man stehe jedoch erst am Anfang: «Es ist für Bund und Kantone eine grosse Herausforderung, in den engen Fristen alle notwendigen Schritte zu planen und umzusetzen», sagt Kantonsärztin Linda Nartey. Mehr Mittel zum Tracen benötige man nicht. «Wir brauchen nicht mehr Geld, sondern ein möglichst sofort einsetzbares und wirkungsvolles Tool.»

«Es ist für Bund und Kantone eine grosse Herausforderung, in den engen Fristen alle notwendigen Schritte zu planen und umzusetzen.»

Linda Nartey, Kantonsärztin Bern

Ob es sinnvoll ist, das Contact Tracing separat in den einzelnen Kantonen durchzuführen, ist für Nartey zweitrangig. Wichtig sei vor allem, dass es jetzt schnell gehe und dass das BAG den Kantonen eine gemeinsame Lösung für ein Tool vorschlägt.

Basel Persönlicher Kontakt anstatt App-Lösung

Im Kanton Basel-Stadt, der am 20. April noch eine Neuinfizierung meldete, ist das Tracing bereits in vollem Gange. Mit drei Vollzeitstellen wird versucht, den Infektionswegen auf die Schliche zu kommen. «Pro positiv getesteten Person gehen wir zur Zeit von drei bis fünf weiteren Telefonaten aus, die nötig sind, um die Kontaktpersonen mit abzudecken», sagt Kantonsarzt Thomas Steffen.

«Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass der persönliche Kontakt ungemein geschätzt wird. Dieser kann kaum durch eine App ersetzt werden.»

Rudolf Hauri, Kantonsarzt Zug

Ansteckungsquellen im Kanton Basel-Stadt seien vor allem Familien, Heime und Spitäler. «Weniger bei der Arbeit und im Moment sehr selten in der Freizeit oder beim Reisen», so Steffen. Im Gegensatz zu Bern bevorzugt man den direkten Kontakt mit den Menschen. «Eine Informationsapp wäre sicher sinnvoll. Das lokale Contact Tracing ist aber sehr nahe an der Praxis und wir können so die Personen enger betreuen.»

Zug Gelernt von Tuberkulose-Abklärungen

Ähnlich klingt es im Kanton Zug. «Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass der persönliche Kontakt ungemein geschätzt wird. Dieser kann kaum durch eine App ersetzt werden», sagt Kantonsarzt Rudolf Hauri.

In Zug arbeiten derzeit 14 Mitarbeitende der Lungenliga Zentralschweiz als Tracerinnen und Tracer. «Wir rufen die sogenannten Indexpatienten an und erkundigen uns nach den Personen, mit denen sie Kontakt hatten», erklärt Brigitta Arnold von der Lungenliga Zentralschweiz. Beim Erstkontakt könne das Telefongespräch bis zu einer Stunde dauern. «Es gibt viele Unsicherheiten und Fragen, die wir versuchen mit den Patienten zu klären», so Arnold.

Die Lugenliga ist bestens mit den Abläufen des Contact Tracings bekannt. Denn auch bei Tuberkulosepatienten wird dieses durchgeführt. Know-how und Unterstützung biete man deshalb nicht nur im Kanton Zug. «Es sind auch andere Kantone mit uns im Kontakt und es wird sich klären, ob das Tracing ausgebaut werden kann», informiert die stellvertretende Geschäftsleiterin Carmen Wicki.

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Corona-Illustrationen von Schweizer Pressezeichnern

Unterhaltung trotz Corona-Lockdown – so ist Reiten, Reisen und Skifahren wieder möglich

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

46
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
46Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Ohniznachtisbett 23.04.2020 16:09
    Highlight Highlight "Die meisten Menschen stecken sich da an wo sie wohnen", nein? Doch! - Ohh, und kaum mehr bei der Arbeit oder auf Reisen! Nein? Doch! Ohh. Sorry, aber dafür brauchts weder einen Kantonsarzt noch einen Tracing Experten noch sonst irgendjemand. Wo sitzen wir alle die ganze Zeit? Zu Hause. Also ist ja dort auch die grösste Gefahr jemand anzustecken. Übrigens: Eine Studie von Hydrologe Walter Asser hat bestätigt, wenn man mit Wasser, das sich in flüssigem Aggregatszustand befindet in Kontakt kommt, wird man nass. W. Asser: "Dieser Effekt tritt bei 99% der Fälle ein, bei 1% stat. Ungenauigkeit"
  • MiaMiu 23.04.2020 13:58
    Highlight Highlight Eine Frage bleibt für mich noch offen: Was genau passiert mit den Kontaktpersonen? Dass sie erst einmal in häusliche Quarantäne müssen, ist klar. Aber werden sie routinemässig getestet? Auch, wenn sie keine Symptome haben? Und wird der weitere Verlauf und die Einhaltung der Quarantäne irgendwie überwacht, z.B. mit einem kurzen Anruf alle zwei Tage, um zu fragen, wie es geht?
  • iudex 23.04.2020 13:42
    Highlight Highlight Bin ich froh, dass es in diesem Land 26 verschiedene Varianten zur Verfolgung gibt. Ist ja auch kein Problem, schliesslich repräsentieren die Grenzen exakt die Wirtschaftsräume mit ihren Personenströmen. Aber das ist bei uns eben auch nötig, man denke etwa nur schon an den fundamentalen Unterschied zwischen den beiden Appenzell. Ein einheitliches System würde diese zwei Kantone regelrecht zerstören!
  • Brett-vorm-Kopf 23.04.2020 13:32
    Highlight Highlight Zur Forderung einer "App" ein kleiner Kommentar eines Informatikspezialisten:

    "A Fool with a Tool ist still a Fool"

    Gilt insbesondere für Staatsbetriebe oder staatsnahe Betriebe.
  • Skeptischer Optimist 23.04.2020 11:47
    Highlight Highlight Erscheint mir dubios, nachdem ja nach wie vor nicht alle Verdachtsfälle systematisch geprüft werden.
  • pun 23.04.2020 11:12
    Highlight Highlight Die meisten Kantone hatten seit Beginn der Pandemie unter 1000 bestätigte Fälle, die Hälfte unter 500. Warum haben diese Kantone nicht beständig das contact tracing weitergepflegt, wie es der Kanton Basel-Stadt offenbar getan hat? Nur schon mit eigenem Personal (diejenigen, die zum Beispiel von März bis Juni keine Aufenthaltsgenehmigungs-Anträge mehr bearbeiten und sich Arbeiten mit sensiblen Daten gewöhnt sind) hätte ja auch mehr als genug Personal zur Verfügung gestanden, nicht?
    • lilie 23.04.2020 14:37
      Highlight Highlight @pun: Das Ganze ist aufwändig. Pro Neuinfektion müssen zwische 50 und 100 Personen antelefoniert und in Vorsorgeisolation gesetzt werden.

      In Basel gabs seit Montag keine neuen Fälle mehr. Trotzdem arbeiten immer noch drei Personen Vollzeit für das Tracing.
    • Mario Conconi 23.04.2020 15:41
      Highlight Highlight @Lilie und wo ist jetzt das Probem? Ist doch super! 300 Stellenprozente die mit Arbeitnehmer in Kurzarbeit besetzt werden könnten. 🤷‍♂️
    • medmi 23.04.2020 15:48
      Highlight Highlight Liebe lilie, das Stimmt einfach so nicht. Die Zahl von 50-100 Kontakte hat das BAG aus seinem Pandemieplan der 2018 geschrieben wurde und wiederspiegelt die heutige Realität in keinster Weise. Die Zahl wird nur als Ausrede für die untätigkeit vom BAG benützt.
      Basel konnte dank Contact-Tracing die Fälle auf 0 drücken. Sie berichten über durchschnittlich 5 Kontaktpersonen die man isoliert. Kein Aufwand soll gescheut werden. Deutschland gibt vor pro 20'000 Einwohner 5 Tracer. In der Schwreiz gäbe das über 2'000. Übrigens eine Aufgabe die problemlos durch Militär/Zivilischutz geleistet werden kann
    Weitere Antworten anzeigen
  • saittam 23.04.2020 11:04
    Highlight Highlight Ich verstehe es einfach nicht. Vielleicht liegt es an mir oder an der mangelnden Informationspolitik in dieser Krise...
    Wieso wird das Next Step App nicht bundesweit gefördert? Ich meine, wie kommt ein Kantonsarzt auf die Idee zu meinen, eine positiv getestete Person sei nur mit 5 Personen in Kontakt getreten? Selbst wenn ich in die Migros gehe, komme ich mind. 20 Menschen zu nahe. Und in 14 Tagen gehe ich 3-4 mal in die Migros.
    Und ein App ist ziemlich sicher günstiger, als 14 Personen pro Kanton auf das anzusetzen...
    Es spricht einfach nichts für dieses diletantische Vorgehen!
    • Satan Claws 23.04.2020 12:15
      Highlight Highlight @saittam

      Die APP ist aus verschiedenen Gründen extrem ungenau bei der Messung und Bluetooth ist unsicher.

      Szenario:

      Die APP informiert mich, dass ich Kontakt hatte. Ich werde dann positiv getestet. Das sagt aber gar nichts aus, weil ich mich ja vorher auch woanders angesteckt haben kann.

      Die APP sagt nun aber, dass ich nach der Infizierung keinen Kontakt mehr hatte. Dies mag ja stimmen, aber ich war ja zuvor schon krank.

      Die Inkubationszeit ist zu Lang und die Milden verläufe zu häufig um die Situation mit einer APP uu verbessern.
    • Alpaka 8 23.04.2020 12:18
      Highlight Highlight Man geht aktuell davon aus, dass man sich nur ansteckt kann, wenn man sich mehr als 15 Minuten näher als 2 Meter neben einer COVID-positiven Person aufhält. Dies deckt sich mit den bisherigen Erkenntnissen, dass sich Patienten vorwiegend unter Familie, Freunden und in Heimen und Spitäler angesteckt haben. Darum ist ja auch nicht die Migros geschlossen, sondern die Restaurants oder Bergbahnen, weil du da mit Freunden hingehst.
      Das Tracing ist also überhaupt nicht dilettantisch!
      Dazu kommt, dass man im Quarantänfall oft Fragen hat, die nur ein Mensch beantworten kann und nicht eine App.
    • Garp 23.04.2020 12:25
      Highlight Highlight Dann stellst Du Dich aber nicht geschickt an, wenn Du so vielen Personen beim Einkauf zu nahe kommst. Ich warte immer bis frei ist, bevor ich an ein Regal gehe. Es geht um Kontakte die etwa 15 min. dauern, denen man zu Nahe ist in dieser Zeit. Von dem her ist personal tracing der gute Weg und die App nur eine Ergänzung.
    Weitere Antworten anzeigen
  • pun 23.04.2020 10:52
    Highlight Highlight Ziemlich irre, wie manche Kantone - der Berner Kantonsarzt ist sicher nicht alleine - einfach die Verantwortung auf das BAG für ein "Tool" abschieben. In den meisten Kantonen der Deutschschweiz waren die Neuinfektionen während der ganzen Pandemie so gering, dass ein paar hundert Stellenprozente pro Kanton das Tracing hätten übernehmen können. Mir scheint, es fehlt vielfach an Kreativität oder Entscheidungskompetenz. Wie viel medizinisches Personal in den Privatspitälern ist auf Kurzarbeit? Diese Leute hätte man locker rekrutieren können. (Sorry für den Rant.)
    • medmi 23.04.2020 12:54
      Highlight Highlight Jaaa, genau darüber ärgere ich mich seit Wochen. Wir haben in den Spitäler Studenten rekrutiert die wir nicht brauchen. Die könnten Contact-Tracen. Aber dazu braucht es der Wille vom Kanton. Achje.
    • sowhat 23.04.2020 13:06
      Highlight Highlight Das ist mir auch aufgestossen. Wenn wir nach so zugewartet hätten, bis die Firma uns was zur Verfügung stellt, würden wir heute Däumchendrehend im HomeOfice sitzen. 🤦‍♀️
  • DARTH OLAF 23.04.2020 10:28
    Highlight Highlight Hab ich was verpasst, oder finde ich im Artikel nichts über die Ansteckungsquellen?
    • elco 23.04.2020 10:35
      Highlight Highlight Ansteckungsquellen im Kanton Basel-Stadt seien vor allem Familien, Heime und Spitäler.

      Ja wär hätte das jetzt gedacht...
    • EnnoConda 23.04.2020 10:37
      Highlight Highlight Steht etwas versteckt: Familien, Heime und Spitäler. Logischerweise steckt man sich momentan nicht in der Freizeit an oder auf Reisen...
    • ulmo 23.04.2020 10:45
      Highlight Highlight Es steht ein Satz dazu:
      "Ansteckungsquellen im Kanton Basel-Stadt seien vor allem Familien, Heime und Spitäler. «Weniger bei der Arbeit und im Moment sehr selten in der Freizeit oder beim Reisen», so Steffen."
    Weitere Antworten anzeigen
  • Töfflifahrer 23.04.2020 10:23
    Highlight Highlight Als Tool könnte ich IBM i2 Analysts Notebook empfehlen, dies wird auch bei verschiedenen Polizeikorps zur Erfassung von komplexen Beziehungen und deren Visualisierung verwendet, dabei wird auch der zeitliche Aspekt berücksichtigt.
    So werden Abhängigkeiten und Verbindungen sehr schnell fassbar.
    • farbarch1 23.04.2020 10:51
      Highlight Highlight Wem sagen sie das...
  • Bert der Geologe 23.04.2020 09:57
    Highlight Highlight Was ich an der ganzen Sache beunruhigend finde: es gibt immer noch täglich Neuansteckungen. Nicht viele, aber regelmässig. Mal hier mal dort. Entdeckt wird die Spitze des Eisberges, d.h. Leute mit deutlichen Symptomen. Wahrscheinlich Zufallsfunde bei Spitaleintritten und in Heimen. Wie gross der Eisberg von asymptomatischen Virenstreuern ist, und wie wir die Grösse eruieren können wissen wir nicht. Diese Aufgabe muss gelöst werden bis September, sonst können wir die zweite Welle nicht steuern ohne erneuten Lockdown.
    • lilie 23.04.2020 11:43
      Highlight Highlight @Bert: Nur keine Aufregung, ab nächster Woche werden alle Leute getestet, auch jene mit milden Symptomen. Parallel dazu laufen mehrere breit angelegte Studien, um abzuschätzen, wieviele symptomlose Fälle durch die Gegend wandern.

      Die Probleme sind alle bekannt. Deshalb lautet auch weiterhin die Devise: Sich und andere so behandeln, als wäre man infiziert, also Hände waschen, Abstand halten etc.
    • Bert der Geologe 23.04.2020 15:46
      Highlight Highlight @Lilie: Mal ein Rechenbeispiel. Ich wohne im Grossraum Basel mit total etwa einer halben Million Einwohnern. Davon sind derzeit noch rund 200 aktiv infizierte mit Symptomen, meist in Spital oder Quarantäne. Täglich gibt es noch 2-3 Neuansteckungen. Dass ich derzeit auf einen unentdeckten Streuer treffe hat wahrscheinlich dieselbe Wahrscheinlichkeit, wie dass mich ein Blitz trifft. Uebrigens meine Hände wusch ich schon immer. Meiner Meinung nach sollte man alles hochfahren und sich aber gut und gründlich auf die zweite Welle im Herbst einrichten.
  • Muellerpe2 23.04.2020 09:54
    Highlight Highlight Bravo, Zug! So sollte es sein: mit lokalen Organisationen wie der Lungenliga zusammenarbeiten, um rasch die Kontakte nachzuvollziehen. Das braucht Personal, ist aber sehr effektiv.

    Wie die Fachleute aus Singapur sagen: kein Tool kann menschliches Tracing ersetzen, sondern nur ergänzen.
  • Posersalami 23.04.2020 09:54
    Highlight Highlight Wiese diese sehr tiefe Schwelle von 100 Neuinfektionen am Tag? Wieso gabs den Lockdown dann erst bei 6-700 Neuinfektionen, wenn man da offensichtlich schon längst nicht mehr in der Lage war nachzuverfolgen?

    Wieso arbeiten da jetzt nicht ein paar 1000 Leute daran, die Ketten zu verfolgen? Man hatte jetzt wirklich genug Zeit, das aufzubauen und die Leute zu schulen!

    Es ist unglaublich. Ich finde den Föderalismus eine gute Sache, aber in Krisenzeiten scheint das System völlig überfordert mit seiner organisierten Verantwortungslosigkeit.
    • lilie 23.04.2020 11:51
      Highlight Highlight @Posersalami: Das Tracing ist ressourcenaufwändig. Da sind x Leute dran, sich durchzutelefonieren und alle Leute zu erwischen. Pro Neuinfektion müssen im Schnitt ungefähr 75 Personen in Vorsorgeisolation gesetzt werden. Bei 100 Neuinfektionen pro Tag müssen also jeden Tag etwa 7500 Leute telefonisch erreicht werden.

      Dazu kommt, dass bei einer Quarantänedauer von 14 Tagen pro 100 Neuninfektionen am Tag etwa 100'000 Leute schweizweit in Isolation gesetzt werden. Die fehlen ja dann auch auf der Arbeit, in der Familie etc.
    • Satan Claws 23.04.2020 12:22
      Highlight Highlight @lilie

      Man kann auch aus der Isolation Telefonlisten abarbeiten und dutzende anrufen.

      Posersalami hat absolut recht.
    • Garp 23.04.2020 12:30
      Highlight Highlight Mit dem Lockdown, Lilie wird sich das wohl etwa geändert haben und nicht mehr 75 Personen antelefoniert werden. Also könnte man schon länger wieder persönliches Tracing machen oder zumindest so viel wie möglich.
    Weitere Antworten anzeigen

Maskenpflicht, Mieten, Arbeitslosengeld – das hat der Bundesrat am Mittwoch beschlossen

Mit den Lockerungen der Massnahmen zum Schutz der Bevölkerung vor dem neuen Coronavirus bewegen sich wieder mehr Menschen im öffentlichen Raum.

Ein erhebliches Ansteckungsrisiko besteht, wenn die Distanz von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann. Dies kann vor allem im öffentlichen Verkehr jederzeit der Fall sein, wie der Bundesrat mitteilt. Angesichts des zunehmenden Reiseverkehrs und der seit Mitte Juni steigenden Fallzahlen führt der Bundesrat in allen öffentlichen Verkehrsmitteln per …

Artikel lesen
Link zum Artikel