DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild: keystone

Hier machen Briten und Südafrikaner ihre Winterferien

Wintersport-Gebiete wie Verbier sind von der Quarantänepflicht für Briten und Südafrikaner besonders getroffen. Daten zeigen jedoch: Touristen aus diesen Ländern machen auch anderswo gerne Ferien.
22.12.2020, 13:2723.12.2020, 09:17

Als Britin oder Brite dürfte man sich dieses Jahr ein bisschen veräppelt gefühlt haben: Anfang Dezember weckte die Tageszeitung «Telegraph» grosse Hoffnungen mit der Story, wonach die Schweiz der einzige Ort sei, an dem man diese Weihnachten Skifahren könne. Das Blatt schwärmte vom vielen Schnee in den Alpen, und berichtete, dass in Destinationen wie Verbier «business as usual» sei.

Zwei Wochen später sieht die Welt anders aus. Diese Woche wurden schweizweit tausende britische und südafrikanische Touristinnen und Touristen in Quarantäne geschickt, wenn sie nach dem 14. Dezember eingereist waren. In Verbier VS wurde der Wintersport-Alltag praktisch auf den Kopf gestellt – viele der Angereisten sind ob der kurzfristig verhängten Quarantäne verärgert.

Verbier ist seither im Visier der Corona-Tracern: Das Walliser Dorf in der Gemeinde Bagnes gilt in Grossbritannien als beliebter Winterferien-Ort. Wie viele da sind und gestern in Quarantäne mussten, ist unklar. Am Sonntag kursierte die Zahl von «über 10'000 Menschen», die am letzten Wochenende am Flughafen Genf gelandet sind.

Dezember 2019: Das waren die Touristen-Hotspots

Die Vermutung liegt nahe, dass nicht alle in Verbier ihre Hotelzimmer haben. Doch wo sind die anderen? Der «Tages-Anzeiger» berichtete heute von der grossen Suche nach den rund 10'000 Besucherinnen und Besuchern aus Grossbritannien. Der Bund sei daran, die Passagierlisten der Airlines auszuwerten.

Helfen könnten Erfahrungen aus den vergangenen Jahren: Feriengäste gelten im Winter als Gewohnheitstier – zumindest, wenn man sie als Massen betrachtet. watson hat beim Bundesamt für Statistik und dem Bündner Amt für Wirtschaft und Tourismus Hotellerie-Zahlen aus den Wintersaisons bestellt.

Die erste Schlussfolgerung: Schaut man sich den letztjährigen Dezember an, dann waren neben Verbier auch andere Destinationen beliebt bei Gästen aus Grossbritannien und Südafrika. In Graubünden etwa, konzentrierten sich britische Touristen vor allem auf die grossen Zentren St. Moritz, Davos-Klosters, Arosa und Flims-Laax. In der Zentralschweiz wurden Skigebiete wie Andermatt oder Engelberg häufig besucht. In der Grafik unten sind die «Ankünfte» dargestellt.

Die Zahlen müsste man aber mit Vorsicht deuten, sagt der Bündner Chefstatistiker Patrick Casanova. Hotellerie-Zahlen würden nur einen Teil des Gesamttourismus aufzeigen. So sei nicht überall einheitlich geregelt, wie Übernachtungen in vermieteten Ferienwohnungen sowie in eigenen Zweitwohnungen erfasst werden.

Übernachtungen auch in Grossstädten

Weitere Zahlen gibt es vom Bund: Die eidgenössischen Statistiker haben die gesamten Logiernächte in den Wintersaisons (November–April) nach Gemeinde und Herkunftsland ausgewertet. Die beiden Grafiken unten zeigen, wie viele Nächte Touristinnen und Touristen aus dem Vereinigten Königreich und Südafrika in Schweizer Hotels übernachtet haben.

Auffällig bei dieser Statistik: Die Wintersaison lädt zwar viele Gäste in die Bergkantone ein – die Gäste bleiben aber auch häufig in den Städten wie Zürich, Basel oder Genf. Sprich: Wenn es um die Suche nach den über 10'000 quarantänepflichtigen Gäste geht, werden auch Kantone im Flachland gefordert sein, sollte der Trend der vergangenen Jahre trotz Corona-Pandemie nachhallen.

Die neu angereisten Touristinnen und Touristen wurden aufgefordert, sich bis Montagmitternacht in Quarantäne zu begeben. Sie müssen sich zudem beim zuständigen Kanton melden. Quarantänebrechern droht eine Busse von bis zu 10'000 Franken.

Wie viele Gäste aus dem Vereinigten Königreich und Südafrika von der neuen Regel betroffen sind, wird in den kommenden Stunden bis Tagen klar sein: Die Kantone veröffentlichen täglich Angaben darüber, wie viele Personen sich neu in Isolation oder Quarantäne befinden.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Abonniere unseren Newsletter

18 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Triple
22.12.2020 13:59registriert Juli 2015
Oh, ich bin verärgert. Reise während einer Weltweiten Pandemie ins Ausland und muss völlig überraschend in Quarantäne....

So weit ist es mit der Eigenverantwortung, sollte eigentlich als Wort aus dem Duden gestrichen werden. Weil nicht existent. Andererseits denke ich auch, dass der Weg der Schweiz die Skigebiete offen zulassen sich langfristig nicht rechnet. Der Imageschaden wird wohl immens sein.
24425
Melden
Zum Kommentar
avatar
Doppelpass
22.12.2020 13:56registriert Februar 2014
Da werden sich unsere Nachbarsländer mit ihren geschlossenen Skigebieten ins Fäustchen lachen.
Eine teure Schweizer Extrawurst.
19422
Melden
Zum Kommentar
avatar
Randen
22.12.2020 13:44registriert März 2014
Zahlen vom Dezember 2019 sind im Dezember 2020 komplett wertlos! Schlimmer noch finde ich diesen Vergleich komplett irreführend und daneben.
10113
Melden
Zum Kommentar
18
Street Parade 2022 – ein erfolgreiches Comeback nach der Corona-Pause

An der Zürcher Street Parade haben am Samstag rund 900'000 Personen gemeinsam bei wummendern Bässen und herrlichem Sommerwetter eine fröhliche Party gefeiert. Nach zwei Corona-Sommern ohne Tanzdemo war die überschwängliche Lebensfreude entlang der Umzugsroute spürbar.

Zur Story