Schweiz
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Anne Levy, Direktorin BAG, mit ein neues oranges BAG-Plakat, spricht waehrend einem Point de presse des BAG zur aktuellen COVID-19-Lage, am Freitag, 9. Oktober 2020 in Liebefeld. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Jetzt herrscht Alarmstufe orange: Die neue BAG-Chefin Anne Lévy präsentiert die neuen Corona-Plakate. Bild: keystone

4 Dinge, die bei der Premiere von BAG-Chefin Lévy aufgefallen sind

Just als das BAG neue Corona-Rekordfallzahlen vermeldet, tritt die neue Chefin erstmals vor die Medien. Diese Punkte sind besonders aufgefallen.



Die neue Warn-Farbe

Wegen den explodierenden Fallzahlen herrscht beim BAG seit Freitag Alarmstufe orange. Denn die Farbe der Corona-Kampagne wechselt von blau auf orange. Neue Massnahmen, Einschränkungen oder Empfehlungen verkündet das Bundesamt für Gesundheit hingegen nicht.

Was ist der Sinn des Farbwechsels? «Die orange Farbe soll wirklich sagen, dass es jetzt wichtig ist, die Massnahmen einzuhalten», erklärt die neue BAG-Direktorin Anne Lévy.

Der Farbwechsel habe eine klare Signalwirkung und eine Reminderfunktion, dass die Situation ernst sei, fügt BAG-Kampagnenleiter Adrian Kammer an. Die Plakate seien seit Beginn der Pandemie 1,5 Millionen Mal heruntergeladen worden.

Der erste Auftritt der neuen Chefin

Anne Levy, Direktorin BAG, spricht waehrend einem Point de presse des BAG zur aktuellen COVID-19-Lage, am Freitag, 9. Oktober 2020 in Liebefeld. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Zuerst nervös, dann anpackend: BAG-Chefin Anne Lévy bei ihrem ersten Auftritt vor den Medien. Bild: keystone

Kaum hat Lévy das Amt als neue BAG-Chefin übernommen, explodieren die Corona-Fallzahlen wieder. Dementsprechend gespannt war man auf ihren ersten Auftritt vor den Medien. Zu beginn der Pressekonferenz zeigte sich die 48-jährige Lévy sichtlich nervös. «Aaah, ääähm»: Die Nachfolgerin des farblos gebliebenen Vorgängers Pascal Strupler verhaspelte sich zu Beginn mehrfach und wirkte fahrig. Nach und nach kriegte sie die Kurve und wirkte je länger je souveräner.

Eine Journalistin wollte von Lévy wissen, wie sie sich fühle und ob sie sich als Troubleshooterin sehe. Das sei man als Chefin immer. «Ich bin ausgeruht und voller Elan», sagte die vormalige Leiterin der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel. Für sie sei es ein Vorteil, dass sie sich nicht schon das ganze Jahr über mit Corona habe beschäftigen müssen. Denn einige Mitarbeitende seien wegen der grossen Belastung langsam ausgelaugt. Es sei gut zu sehen, dass schon vor ihrer Zeit beim BAG hervorragende Arbeit geleistet wurde. «Darauf kann ich aufbauen.»

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Frauen an die Corona-Front

Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle BAG, links, spricht an der Seite von Anne Levy, Direktorin BAG, Mitte, und Nora Kronig, Leiterin Internationales BAG, rechts, waehrend einem Point de presse des BAG zur aktuellen COVID-19-Lage, am Freitag, 9. Oktober 2020 in Liebefeld. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Mit Masserey, Lévy und Kronig geben beim BAG drei Frauen den Ton an. Bild: keystone

Beim BAG geben die Frauen punkto Corona den Ton an. Mit der neuen Chefin Anne Lévy, Virginie Masserey (Leiterin Infektionskontrolle), Nora Kronig (Leiterin Internationales) sowie Katrin Holenstein (Leiterin Kommunikation) sind am Freitag gleich vier weibliche Führungspersonen vor die Medien getreten. «Die Fallzahlen steigen stark, schnell und schweizweit an – das beunruhigt uns»: Lévy sprach Klartext und redete nicht um den Brei herum.

Bis im Frühsommer prägte «Mr. Corona» Daniel Koch das Bild des BAG in der Öffentlichkeit. Koch ging im Frühsommer in Pension und übergab das Zepter Daniel Kuster (43). Diesem behagte diese prominente Rolle gar nicht, so dass Kuster nach wenigen Monaten das Handtuch warf.

Die neue BAG-Direktorin hat darum gleich zu Beginn der Medienkonferenz organisatorische Anpassungen bekannt gegeben. «Wir sind gut aufgestellt, um auch die nächsten Monate zu meistern – auch wenn es noch länger dauern kann.» Die Last wird auf mehreren Schultern verteilt, eine neue «Mrs. oder Mr. Corona» wird es wohl in der früheren Form nicht mehr geben.

Die «Machtlosigkeit» des Bundes

Die Unruhe in der Bevölkerung wächst Angesicht der explodierenden Fallzahlen. Wer auf neue Massnahmen oder Weisungen seitens BAG hoffte, wartete vergebens. Denn seit dem Ende der «ausserordentlichen Lage» müssen die Kantone und nicht mehr der Bund bei der Corona-Bekämpfung vorangehen.

Die Kantone seien zwar «im Lead», sagte Lévy. Doch das BAG stehe im täglichen Kontakt mit den Kantonen: «Wir arbeiten miteinander und ergänzen uns.» Auch Virginie Masserey, Leiterin der Sektion Infektionskontrolle beim BAG betonte, es liege an den Kantonen, die Massnahmen zu ergreifen, die sie für richtig und sinnvoll hielten.

Lévy stellt die Bevölkerung aber auf weitere anstrengende Monate ein. «Die Bewältigung der Pandemie bleibt ein Marathon. Man brauche viel Ausdauer und Disziplin, um die Pandemie zu bewältigen.

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66 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
schuldig
09.10.2020 16:42registriert January 2018
Als der Bund in der Notlage handelte, wurde die Übergabe an die Kantone gefordert. Seit der Übergabe hätte man gern Regelungen des Bundes. Dafuq?
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leverage
09.10.2020 18:17registriert December 2017
Ich sehe es direkt vor mir:
Cleo: Chunsch a mini Party das Wuchend?
Hanskaspar: Nei sorry, s BAG Plakat isch jetzt orange, ab hüt ischs WÜRKLI ernst. Du sötsch d Party absägä.
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soulpower
09.10.2020 18:34registriert March 2020
Ab einem gewissen Alter weiss man nichts über Partys, und ob die Farbe orange dort nun einfahren wird oder nicht. Aber es gibt wieder mal eine Kampagne. Ich denke die Menschen sind sich solche Kampagnen auch langsam müde, und wer sich nicht an gewisse Regeln halten will wird diese auch weiterhin umgehen. Mir ist der ganze Kantönligeist langsam zu viel, und es ist schwer in einem so kleinen Land gefühlte 25 verschiedene Massnahmenpakete zu beobachten. Es braucht keinen "Mr oder Mrs Corona", aber ein wenig mehr Einheit wäre in solch schwierigen Zeiten angebracht. Das kommt so nicht gut.
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