Schweiz
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Zwei Polizisten kontrollieren, dass das Social Distancing waehrend der Coronavirus (Covid-19) Pandemie eingehalten wird, am Dienstag, 17. Maerz 2020 auf der Bundesterrasse in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Polizei im Dauereinsatz: Ordnungshüter kontrollieren, ob Social-Distancing auf der Bundesterrasse in Bern eingehalten wird. Bild: KEYSTONE

Ab heute gilt die 30er-Regel – so will sie die Polizei handhaben

Ob vor einer Bar oder im Park: Bereits ab Samstag dürfen sich wieder bis 30 Personen versammeln. Der oberste Polizist der Schweiz sagt, wie die Ordnungshüter das gelockerte Corona-Regime durchsetzen werden – und wo sie eher ein Auge zudrücken.



Am Pfingstwochenende ist die 5er-Regel passé: Bereits ab Samstag dürfen sich wieder bis zu 30 Leute zusammenfinden. Das schöne Wetter und die neuen Freiheiten dürften Tausende nach draussen locken. Bei den Hotspots der Nachtschwärmer in den grossen Städten könnte es wieder eng werden.

Wie setzt die Polizei die gelockerten Regeln in der Praxis um? Stefan Blättler, höchster Polizist der Schweiz, kündigt in einem Interview mit dem «Bund» ein «Vorgehen mit Fingerspitzengefühl» an:

«Die Polizei wird jetzt sicher nicht überall im öffentlichen Raum Menschen zählen und Bussen verteilen. Das wäre unverhältnismässig.»

Stefan Blättler

Stefan Blaettler, Praesident der Konferenz der kantonalen Polizeikommandanten, spricht waehrend einer Medienkonferenz zur Situation des Coronavirus, am Dienstag, 7. April 2020 in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Stefan Blättler, oberster Polizist der Schweiz. Bild: KEYSTONE

Wenn sich zu viele Leute versammelten, würde die Polizei auch weiterhin zuerst das Gespräch suchen. Wie die Landesregierung appelliere auch die Polizei an die Eigenverantwortung.

Der Bundesrat hat etwa die eigentlich längst abgeschaffte Polizeistunde (24 Uhr) wieder eingeführt. Fahren nun zu diesem Zeitpunkt in den Nachtleben-Hotspots Polizisten im grossen Stil auf? Der Präsident der Konferenz der kantonalen Polizeidirektoren winkt ab:

«Wir werden sicher nicht systematisch Punkt Mitternacht alle Beizen kontrollieren.»

Stefan Blättler

Young people having champagne and vodka with cigarettes at the nightclub St. Germain in Zurich, Switzerland, pictured on June 3, 2008. (KEYSTONE/Martin Ruetschi)

Junge Leute konsumieren am 3. Juni 2008 im Nachtklub St. Germain in Zuerich, Schweiz, Vodka, Zigaretten und Champagner. (KEYSTONE/Martin Ruetschi)

Die Polizei werde keine grossflächigen Kontrollen in Bars durchführen, so der oberste Polizeichef. archivBild: KEYSTONE

Ob zu früher oder später Stunde: Auch im Nachtleben soll Social-Distancing weiterhin eingehalten werden. Geht die Polizei nun samstagabends in Bars und weist Gäste zurecht? Blättler sagt dem «Bund» weiter, dass Polizeibeamte jede Situation einzeln abwägen müssten.

«Es ist klar, dass in Bars mit viel Fingerspitzengefühl vorgegangen werden muss.»

Stefan Blättler

Basel sorgte zuletzt für negative Schlagzeilen. Die Bilder der Menschenmengen in der Steinenvorstadt vom 16. Mai sorgten für Aufsehen im ganzen Land. Die Behörden zogen die Konsequenzen und machten zeitweise eine Bar dicht, weil diese die Corona-Regeln wiederholt nicht eingehalten hatte. Die Basler Polizei wird auch dieses Wochenende in der Steinenvorstadt präsent sein. «Wir werden die Kontrolltätigkeit auch am Pfingstwochenende hochhalten und die neuen Regeln mit Augenmass umsetzen», sagt Toprak Yerguz, Sprecher des Basler Sicherheitsdepartementes, zu watson.

«Ginge es nach mir, könnte die Polizei immer so präsent sein.»

Stefan Blättler

Die Polizei war während des Lockdowns im öffentlichen Raum landauf landab so präsent wie wohl nie zuvor. Es gab Leute, die sich wegen der massiven Präsenz überwacht fühlten. Blättler sagt im Interview weiter, er habe im Gegenteil viele positive Reaktionen erhalten. «Ginge es nach mir, könnte die Polizei immer so präsent sein.»

>> Coronavirus: Alle News im Liveticker

(amü)

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14Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Garp 30.05.2020 16:12
    Highlight Highlight Die schönste Aufgabe der Polizei wird es sein, zwischen Versammlung und Veranstaltung zu unterscheiden.

    Treffen sich 30 Leute spontan, dürfen sie im 2m Abstand zusammen sein, die im gleichen Haushalt lebenden näher.

    Verabreden sich 30 Leute z.B. zum Grillen, dann ist das immer noch verboten.
    • Garp 30.05.2020 18:08
      Highlight Highlight Ihr könnt schon blitzen, aber das ist tatsächlich so. Versammlungen----> spontan, sind erlaubt, aber keine Veranstaltungen ----> organisierte Grillparty. (Bis man das wieder darf, dauert es noch eine Woche.)

      War mit dem Bundesrat ja meist einig, aber er hat etwas nachgelassen bezüglich Sinn ergeben. Die Regeln sollten schon klar sein, einfach und sinnig.
    • lilie 30.05.2020 18:41
      Highlight Highlight @Garp: Ich glaube, die werden das nicht allzu strikte handhaben. In einer Woche sind Veranstaltungen bis 300 wieder erlaubt. Also, in der Woche gehen sie glaubs jetzt nicht gross Abklärungen machen, wie wahnsinnig sich die 30 vorher organisiert haben... (Ganz neue Definition von "organisiertem Verbrechen" 🤣).
    • Garp 30.05.2020 19:18
      Highlight Highlight War ja auch eher humoristisch gemeint. Und wollte die Absurdität aufzeigen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Rick Khan 30.05.2020 13:19
    Highlight Highlight Ich möchte das die Regeln und Gesetze, so wie sie jetzt durchgesetzt und kontrolliert werden, auch nach der Corona Krise bei illegalen Demos von Linksradikalen und Autonomen durchgesetzt und strikte angewandt werden.
    • Magnum 30.05.2020 14:05
      Highlight Highlight Wie wäre es, diese Regeln bei allen Demonstrationen anzuwenden, bei denen es zu Sachbeschädigungen kommt - unbesehen von der politischen Ausrichtung? Ihr Kommentar scheint mir eine klare Schlagseite zu haben - eine Schlagseite, die angesichts aktueller Querfront-Proteste eher quer in der Landschaft steht.

      Was ist übrigens eine «illegale Demo»?
      Die Versammlungsfreiheit gehört zu den bürgerlichen Grundrechten. Nur schon die Bewilligungspflicht für Demos ist darum durchaus fragwürdig. Eine vorgängige Rücksprache mit den Behörden wg Route und Sicherheitskonzept sollte ausreichen.
    • Dragonlord 30.05.2020 14:46
      Highlight Highlight Schön, dann darfst Du gerne eine Initiative dazu starten. Wenn Du genug Gleichgesinnte dafür findest, wird dann darüber demokratisch abgestimmt.
      Aber wäre es nicht erfolgsversprechender, wenn Du das Gesetz nicht nur auf Linksradikale anwenden würdest?
      Obwohl, Rechtsradikale haben ja schon grundsätzlich eine Armlänge Abstand von einander. Zumindest die echten und anständigen Nazis.
  • Woichbinistvorne 30.05.2020 11:53
    Highlight Highlight Eine stäkere Polizeipräsenz gibt es ja nur in den Städten und Zentren. Bei uns auf dem Land wurden schon seit längerer Zeit keine Bullen mehr gesichtet. Bestenfalls flitzen sie mit den texanischen Kaugummi-Automaten auf der Autobahn zwischen der grösseren Ortschaften hin und her. Aus Blättlers Aussage kann man somit entnehmen, dass es in Dörfern und deren Wohngebieten absolut sicher ist. Denn da wird schon seit Ende Aprill wieder mit meistens über 10 Personen bis tief in die Nacht am Grill gefeiert. :-)
  • skyfox14 30.05.2020 11:26
    Highlight Highlight How cares? In der Schweiz dürften mit der Dunkelziffer etwa 500-1500 Menschen infiziert sein. Bei 8.5 Mio. Einwohner. Das Risiko ist minimst...also bitte realistisch bleiben.
    • K1aerer 30.05.2020 12:05
      Highlight Highlight Es ist "who cares" , aber ja Corona ist immer noch hoch ansteckend und die Ansteckungsrate verläuft exponentiell, wenn keine Massnahmen eingehalten werden. Über die Zahl 30 kann man sich noch drüber streiten, aber ja who cares... 🤷‍♂️
    • lilie 30.05.2020 12:15
      Highlight Highlight @skyfox: Es liegen allein noch 400 im Spital, mit Dunkelziffer sind wir also bestimmt bei ein paar Tausend.

      Trotzdem, die Ansteckungsgefahr ist derzeit minim. Und damit das auch so bleibt, auch wenn die Grenzen wieder aufgehen und die Tourismusbetriebe, braucht es eben ein paar Regeln.
  • Dave1974 30.05.2020 11:04
    Highlight Highlight Endlich dürfen Nummer 6 und 7 mit Abstand stehen bleiben und kurz ein paar Worte wechseln, ohne dass gleich jemand zum Hörer greift oder man böse gemustert wird.
    • Miikee 30.05.2020 11:31
      Highlight Highlight Ja die Corona Zeit hat viele Stasi Anhänger reaktiviert. Ich habe mich nicht durch die Polizei bedrängt gefühlt sondern eher um diese Mitbürger, die in jeden Ecken lauerten und bei uns sogar die Polizei riefen als wir mit 2 m Abstand bei den Eltern im Garten zu 6te (alles Familienmitglieder) ein Bier/ Kaffee tranken.

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