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Rund 1000 Personen betroffen: Wie Bulle zur Quarantäne-Hauptstadt wurde

Besucher von drei Bars und Studenten einer Schule mussten im Freiburger Ort Bulle in Quarantäne. Eine Ständerätin, die dort wohnt, kann dem auch Gutes abgewinnen.

Pascal Ritter / ch media



Der Kanton Freiburg verschärft seine Corona-Massnahmen. Ab Freitag gilt in Geschäften und Supermärkten eine Maskenpflicht für Kunden und Personal. Ausgenommen sind nur Angestellte, die sich zum Beispiel durch eine Glasscheibe schützen.

Das Städtchen Bulle. (Archivbild)

Das Städtchen Bulle. (Archivbild) Bild: Traumrune / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0

In Bars und Restaurants müssen die Kellner zudem eine Maske tragen. Der Kanton begründet die Massnahmen mit einem Anstieg der Fälle. In der letzten Woche verzeichnete der Westschweizer Kanton 132 neue Infektionen mit dem neuen Coronavirus. Das seien «3 Mal mehr als in der Vorwoche!» wie es in einer Medienmitteilung des Kantons heisst. Inklusive Ausrufezeichen.

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Massenquarantäne im Städtchen Bulle

Ein grosser Teil der Infektionen sind auf das Greyerzer Städtchen Bulle zurückzuführen. Am vergangenen Mittwoch mussten 500 Personen in Quarantäne begeben, weil sie zwei Bars im Städtchen besuchten. Zuvor wurden fünf Per­so­nen, die am 13. und 15. Au­gust die Bars besuchten, positiv getestet. Tags darauf mussten auch die Besucher einer weiteren Gaststätte in Quarantäne.

Angesteckt haben sich auch vier Studierende Hotelfachschule Glion in Bulle. Der Kantonsarzt verordnete eine kollektive Quarantäne über die Studierenden und das Personal an. Betroffen sind rund 400 Personen.
Der Bezirk Greyerz, zu dem Bulle gehört, verzeichnete in der vergangene Woche 49 Ansteckungen.

Das Städtchen Bulle hat 23'439 Einwohner. Eine von ihnen ist die FDP-Ständerätin Johanna Gapany. Die 32-Jährige kennt einen Teil der Bars, wo die Corona-Fälle auftraten. Für sie ist die grosse Zahl der Quarantäne-Fälle aber keinen Grund zur Beunruhigung. Im Gegenteil. Sie sagt:

«In Bulle sind im Moment einige Personen in Quarantäne. Das ist aber in erster Linie ein Zeichen dafür, dass System der Kontaktrückverfolgung gut funktioniert. Personen, die mit Infizierten Kontakt hatten, wurden schnell gefunden und begaben sich in Quarantäne.»

Sie relativiert zudem die Zahl der Fälle und gibt zu bedenken, dass Bulle die zweitgrösste Stadt im Kanton sei mit über 23'000 Einwohnern. Auch sei Bulle eine dynamische Stadt mit vielen Aktivitäten für die Leute aus der ganzen Region.

Staenderaetin Johanna Gapany, FDP-FR, links, und Nationalrat Hans-Ulrich Bigler, Direktor Schweizerischer Gewerbeverband sgv, vom ueberparteilichen Ja-Komitee aeussern sich an einer Medienkonferenz zum steuerlichen Abzug von Kinderdrittbetreuungskosten, am Mittwoch, 12. August 2020, in Bern. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Die FDP-Ständerätin Johanna Gapany lebt in Bulle. Sie sagt die grosse Zahl Personen in Quarantäne sei ein Zeichen, dass das System funktioniert. Bild: keystone

Die Stimmung in der Stadt sei besonnen. Johanna Gapany sagt:

«In Bulle erleben wir Corona nicht viel anders als im Rest der Schweiz. Die Bevölkerung verhält sich umsichtig und hält sich an die Vorgaben der Behörden.»

Die Massenquarantänen von Bulle sorgen dafür, dass der Kanton Freiburg nach dem Kanton Waadt, der mehr als doppelt so viele Einwohner hat, schweizweit die grösste Zahl an Personen verzeichnet, die wegen Kontakt zu Infizierten in Quarantäne sind.

Gemäss einer Aufstellung des Bundesamts für Gesundheit befanden sich am Mittwoch in Freiburg 1417 Personen in Quarantäne oder Isolation. Einreisende aus Ländern mit Quarantänepflicht sind darin nicht eingerechnet. Im Kanton Waadt waren es 2509 Personen. Im Kanton Zürich deren 1396.

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