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Welcher Impfstoff am besten vor der Delta-Variante schützt

Impfdurchbrüche sind bei der Delta-Variante nicht selten. Viele fragen sich daher, wie gut die Immunisierung mit Biontech, Moderna, Astrazeneca oder J&J tatsächlich vor einer Ansteckung schützt.
27.10.2021, 09:1627.10.2021, 09:38
Ein Artikel von
t-online

Impfdurchbrüche sind bei der Delta-Variante nicht selten. Viele fragen sich daher, wie gut die Immunisierung mit Biontech, Moderna, Astrazeneca oder J&J tatsächlich vor einer Ansteckung schützt.

Bild: keystone

99.5 Prozent aller Corona-Infektionen in der Schweiz sind auf die Delta-Variante zurückzuführen. Seit Monaten bestimmt sie das Infektionsgeschehen und längst ist klar: Auch vollständig Geimpfte weisen keinen hundertprozentigen Schutz auf. Sie infizieren sich jedoch seltener als Ungeimpfte und erkranken zudem deutlich seltener schwer an Covid-19. Die Wirksamkeit der zugelassenen Corona-Impfstoffe lässt sich deshalb nicht anzweifeln.

Wie gut aber die einzelnen Vakzine gegen die ansteckendere Delta-Variante wirken, wird seit Monaten untersucht. Das sind die bisherigen Erkenntnisse:

Biontech/Pfizer

Bild: keystone

Laut einer Studie der britischen Gesundheitsbehörde (PHE) sind Menschen mit vollständigem Biontech /Pfizer-Impfschutz zu 88 Prozent vor einer Infektion geschützt, die durch die Delta-Variante des Virus ausgelöst wird. Schwere Verläufe werden laut dieser Studie aus dem Sommer sogar zu 96 Prozent verhindert.

Doch Daten aus Israel lassen aufhorchen: Dem nationalen Gesundheitsministerium zufolge schützt die doppelte Biontech-Impfung nur zu 64 Prozent gegen eine Infektion mit der Delta-Variante. Der Schutz vor einem schweren Verlauf sei aber nach wie vor sehr hoch – nämlich bei 93 Prozent. Das Ministerium wies allerdings darauf hin, dass die Studienergebnisse vorläufig seien.

Moderna

Bild: keystone

Zu dem Impfstoff des US-Herstellers Moderna liegen ebenfalls Daten vor. Demnach soll dieser besser gegen eine Ansteckung mit der Delta-Variante wirken als der mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer.

Wissenschaftler in den USA hatten für ihre Studie bei Zehntausenden Menschen im Bundesstaat Minnesota PCR-Tests durchgeführt. Alle Teilnehmer ähnelten sich in Alter, Geschlecht und Herkunft. 25'000 Personen wurden entweder mit Biontech oder mit Moderna geimpft. Weitere 25'000 Menschen hatten keine Impfung gegen Covid-19 erhalten und dienten somit als Kontrollgruppe.

Die Ergebnisse der Untersuchung:

  • Beide mRNA-Impfstoffe senkten das Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus deutlich. Moderna schützte den Ergebnissen zufolge zu 86 Prozent, Biontech zu 76 Prozent vor einer Infektion. Insgesamt wurden weniger Impfdurchbrüche bei Moderna gemeldet.
  • Nach einer Weile schützte Moderna immerhin noch zu 76 Prozent vor einer Ansteckung, bei Biontech/Pfizer fiel der Schutz allerdings auf 42 Prozent.
  • Das Risiko, wegen Covid-19 im Krankenhaus behandelt werden zu müssen, sank im gesamten Studienzeitraum bei Moderna um 92 und bei Biontech um 85 Prozent.

Der Grund dafür, dass Moderna-Impfungen möglicherweise besser wirken, könnte sein, dass in einer Moderna-Impfdosis etwa dreimal so viel mRNA enthalten ist wie in Biontech. Das könnte zu einer besseren Impfreaktion und damit zu der grösseren Menge an Antikörpern führen, so die Autoren der Studie.

Johnson & Johnson

Bild: keystone

Das Pharmaunternehmen Janssen gab bekannt, dass der Impfstoff von Johnson & Johnson eine «starke und lang anhaltende Antikörper-Aktivität gegen die sich schnell verbreitende Delta-Variante» hervorrufe. Eine Prozentzahl zur Schutzwirkung wurde aber nicht genannt. Jedoch würde das Vakzin schwere Verläufe zu 85 Prozent verhindern.

Experten zweifeln allerdings daran, dass das Vakzin ausreichend wirksam gegen die Delta-Variante ist. Viele fordern eine Zweitimpfung mit einem mRNA-Impfstoff als Booster.

Astrazeneca (im Zulassungsverfahren)

Bild: keystone

Britische Forscher fanden in einer Untersuchung heraus, dass das Astrazeneca-Vakzin eine 60-prozentige Wirksamkeit gegen die Delta-Variante und eine 66-prozentige gegen die Alpha-Variante hat. Vorausgesetzt, der Mensch, der mit der Mutante in Berührung kommt, ist vollständig immunisiert. Eine einzelne Dosis des Astrazeneca-Impfstoffs bietet demnach «wenig bis gar keine Wirksamkeit» gegen die Delta-Variante.

Schwere Krankheitsverläufe soll die Impfung mit dem Präparat des britisch-schwedischen Pharmakonzerns immerhin mit einer Quote von 92 Prozent verhindern.

(t-online/mra,sms )

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