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Schweiz
Coronavirus

Italien stoppt alle SBB-Eurocity an Grenze: Schweiz interveniert in Rom

Die SBB-Eurocity treffen derzeit mit viel Verspätung im Bahnhof Milano Centrale ein.
Die SBB-Eurocity treffen derzeit mit viel Verspätung im Bahnhof Milano Centrale ein. bild: shutterstock

Italien stoppt alle SBB-Eurocity an Grenze: Schweiz interveniert in Rom

Bis zu 60 Minuten lang stehen die SBB-Eurocity an der italienischen Grenze – wegen rigorosen Corona-Checks der Grenzwache. Jetzt schaltet sich der Bund ein.
06.07.2021, 18:01

ÖV-Reisende nach Italien brauchen derzeit viel Geduld. Die italienischen Behörden kontrollieren unmittelbar nach der Grenze sämtliche Passagiere der SBB-Eurocity, ob sie eine Corona-Impfung oder einen negativen Test vorweisen können.

Dazu stoppen die italienischen Grenzbeamten die SBB-Züge in Como oder Domodossola, wie watson zuerst berichtete. Je nach Zug dauern die Kontrollen zwischen 15 und 60 Minuten. Mit entsprechend grosser Verspätung treffen die Eurocity in Mailand ein.

Schweiz interveniert in Rom

Die Corona-Grosskontrollen wirbeln den Fahrplan gehörig durcheinander – dies mitten in der Ferienzeit. Dies ist für die SBB umso ärgerlicher, als sie erst seit kurzer Zeit wieder das vollständige Angebot nach Italien fahren.

Nun schaltet sich der Bund als Vermittlerin ein. «Auf den üblichen diplomatischen Kanälen laufen Gespräche mit dem Ziel einer gemeinsamen Lösung», sagt Michael Müller, Sprecher des Bundesamts für Verkehr (BAV). Seitens SBB heisst es, man stehe mit verschiedensten Stellen in Kontakt, «um für die Bahnkundinnen und -kunden eine Lösung für die verlängerten Reisezeiten nach Mailand zu finden.»

Ziel der Gespräche dürfte sein, eine einfachere Lösung für die Corona-Grosskontrollen bei den EC-Verbindungen zu finden. Diese könnten beispielsweise nicht in den Bahnhöfen, sondern während der Fahrt stattfinden. Oder wie im Regionalverkehr nur noch stichprobenartig erfolgen.

Ein Tilo-Regionalzug am Bahnhof von Chiasso, am Donnerstag, 10. Dezember 2020. Eurocity-Zuege verkehren weiterhin zwischen der Schweiz und Italien - wenn auch in reduzierter Anzahl: Auf diese Loesung  ...
In den Tilo-Verbindungen nach Italien gibt es nur Stichproben-Kontrollen. Bild: keystone
«Wer derzeit durch Europa reist, braucht Grips und Geduld», so Dutler.»
Pro Bahn

Edwin Dutler vom Fahrgastverband Pro Bahn appelliert an die Passagiere, sich vorgängig über alle Bestimmungen zu informieren und mehr Reisezeit einzuplanen. Dann seien die Kontrollen kein Problem. «Wer derzeit durch Europa reist, braucht halt Grips und Geduld», so Dutler.

Die langwierigen Kontrollen können zumindest einen Vorteil für die Passagiere haben, wie watson-User Quippo schreibt: «Mein Eurocity-Zug wurde in Domodossola 45 Minuten lang angehalten für die Kontrolle. Vorteil dabei: Ich habe das Billett Domodossola-Milano über die Trenitalia-App gebucht. So wurden mir 25 Prozent des Preises wieder gutgeschrieben.»

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66 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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_Qwertzuiop_
06.07.2021 18:42registriert November 2019
Finde es völlig legitim von Italien sowas zu machen. Die Leute da verdienen es, dass keine Horde Infizierter Touristen ihre Wohnorte überschwemmen. Das selbe sollte eigentlich auch für alle anderen Orte gelten.
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Nordkantonler
06.07.2021 18:44registriert September 2020
Komisch, als die Schweiz entschied, dass man nun in Deutschland nicht mehr einkaufen darf und die Zöllner an die Rückkehrer Bussen verteilten, war das noch eine legitime Aktion eines souveränen Staates. Dürfen die Italiener ihre Richtlinien nicht durchsetzen?
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Wir (M)Ostschweizer*innen nun im Süden
06.07.2021 20:40registriert Juni 2019
Hei Leute, das erinnert mich an meine Kindheit, da war es normal in Chiasso mit dem Zug anzuhalten ein bischen aus dem Fenster zu schauen und den Guardia di Finanza zu zuschauen wie sie Koffern und Schachteln inspizierten.
Caffè, Sale, Zigarette...?
Ach ich höre es noch heute, diese bestimmten und doch weichen Worte. Da wusste man man ist in Italien und in den Ferien angekommen.
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Die Walser­zü­ge
Um 1150 bis 1450 wanderten die Walser in die rauen Hochlagen der Alpen aus, um die dortigen unkultivierten Weideflächen zu besiedeln und zu bewirtschaften. Es war eine der letzten grossen Völkerwanderungen im Mittelalter. Das Erbe des Walser Einfallsreichtums ist in der Schweizer Kultur noch immer von grosser Bedeutung.

Üblicherweise mieden die Römer die hohen Berge der Alpen, die sie «terra maledicta», also «verfluchte Erde» nannten. Die von feindseligen, barbarischen Völkern bewohnten unbarmherzigen Landschaften der Alpen schienen den Römern eine Welt weit abseits der ihnen vertrauten bestellten Felder und städtischen Zentren. Nach dem Rückzug der Römer aus dem Gebiet der heutigen Schweiz besiedelten die Alemannen das Mittelland, während sich die Burgunder im fünften Jahrhundert im Wallis niederliessen.

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