Schweiz
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Bundesrat Alain Berset spricht an einem Point de Presse ueber das weitere Vorgehen zur Bekaempfung der Covid-19 Pandemie, am Montag, 29. Juni 2020, in Bern. Berset traf sich heute Nachmittag mit Kantonsvertretern zu Gespraechen. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Das BAG unter Alain Berset will von den Kantonen stärkere Kontrollen der Corona-Massnahmen. Bild: keystone

Bund rüffelt Kantone wegen zu lascher Corona-Kontrollen



Der Bund rüffelt die Kantone wegen ihrer zu laschen Kontrollen bei der Umsetzung der Corona-Massnahmen. Noch funktionierten die Kontrollen nicht so, wie sie sollten. Noch immer gingen viele Betriebe zu lasch mit den vorgeschriebenen Schutzmassnahmen um.

Das geht aus einer Weisung und einem Meldeformular des Bundesamtes für Gesundheit an die Kantone hervor, die dem SonntagsBlick vorliegen. Vor allem Betriebe, die erhöhten Risiken ausgesetzt seien, sollten verstärkt kontrolliert werden. Dazu gehörten beispielsweise Schlachthöfe, Metzgereien und weitere Lebensmittelverarbeiter. Sie erhielten in den nächsten Wochen vermehrt Besuch von Kontrolleuren.

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So schreibt das BAG: «In Betrieben, die nicht öffentlich zugänglich sind (...), für die aber erhöhte ­Risiken vermutet werden, wie aktuell beispielsweise in der Nahrungsmittelproduktion, ist (...) verstärkt zu kontrollieren.»

Bei den Kantonen gab es offenbar erhebliche Unterschiede, wie die Kontrollen gehandhabt wurden. Im Kanton Basel-Stadt wurden gemäss des SonntagsBlick 1300 Betriebe – etwa Coiffeursalons oder Lebensmittelläden – auf ihre Corona-Massnahmen überprüft. Im Kanton Zug hingegen fanden in den vergangenen drei Wochen lediglich 40 solcher Kontrollen statt.

Die Kantone Zürich und Wallis machen derweil noch gar keine Angaben zu den Kontrollen. Man müsse zuerst abklären, in welcher Form man die Daten erhebe und dem BAG zukommen lasse.

Wie unterschiedlich die Kontrollen in den einzelnen Kantonen durchgeführt werden, zeigen auch die Beurteilungen. Basel-Stadt und der Kanton Thurgau führen zwar etwa gleich viele Kontrollen durch. Während es im Ostschweizer Kanton aber nur 96 Beanstandungen gab, stellte man am Rheinknie 760 Mängel fest.

Einige Kantone hätten auf den Rüffel aus Bern bereits reagiert und die Kontrolleure angewiesen, ab Montag verstärkt zu überprüfen, schreibt die Zeitung weiter. Vor allem die Betriebe der Nahrungsmittelproduktion sollen ab kommender Woche genauer unter die Lupe genommen werden, damit es in der Schweiz nicht zu einem Ausbruch wie in der deutschen Fleischfabrik Tönnies kommt. (cma)

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    Alle Leser-Kommentare
  • So en Ueli 27.07.2020 17:26
    Highlight Highlight Wollen die uns eigentlich verarschen? Unsere Kantone scheinen in gewissen Dingen so richtig inkompetent zu sein. Zuerst jammer, dass man vom Bund beordert wird, danach jammert man, nicht vorbereitet zu sein. Was haben die Verantwortlichen während der ausserordentlichen Lage gemacht? Jassabende organisiert?? Ich würde sagen NEF.
  • Saerd neute 26.07.2020 22:13
    Highlight Highlight Na ja, ich schlage vor wir rufen einfach Alle auf einander zu kontrollieren und bei Verdacht auf " sorglosem Umgang mit Covid19" einander zu denunzieren.


    Was ist nur in euch gefahren?
    Man könnte meinen die Menschheit werde wegen Corona aussterben!
    Bitte kehrt zur Vernunft zurück.
    Es war lange Zeit amüsant zuzuschauen wie alle so mitmarschieren, nun wird es aber langsam echt mühsam.
  • Ula 26.07.2020 18:37
    Highlight Highlight Eigenverantwortung, Balance zwischen Lockerheit und Vorsicht....das waren Aussagen noch Anfang Juli einiger Bundesräte. Was erwartet man da von den Kantonen wenn die Vorgaben sehr offen sind und viele Regeln, wie in anderen umliegenden Ländern, noch immer nicht gelten. Mit Abstand allein und nur Mundschutz im ÖV wird man die Infektionen nie in den Griff kriegen. Beeindruckend und erschreckend der Artikel von letzter Woche auf Watson „ Public Viewing in St.Gallen: Widersprüchliche Massnahmen“!
  • Verbesserer 26.07.2020 13:12
    Highlight Highlight Herr Bundesrat Berset hat die Verantwortung an die Kantone übertragen und jetzt kritisiert er die Kantone wegen zu larschen Kontrollen. Das war auch nicht anders zu erwarten. Der Kantönligeist eignet sich nicht für alles, das hätte auch Herr Berset wissen müssen.
    • Projektionsfläche 26.07.2020 13:59
      Highlight Highlight Du scheinst Herrn Berset nicht besonders zu mögen. Das sei Dir unbenommen, aber man könnte trotzdem bei den Fakten bleiben:

      - Nicht Berset hatte die Verantwortung an die Kantone übertragen, sondern der Gesamtbundesrat auf Grundlage des Epidemiengesetzes, als er beschloss, von der ausserordentlichen in die besondere Lage zurückzukehren.

      - Berset kritisiert nicht die Kantone, sondern das BAG weist sie an, ihren Verantwortlichkeiten bezüglich Eindämmung der Pandemie besser nachzukommen.

      Einig gehe ich mit Dir immerhin darin, dass der Föderalismus nicht nur Sonnenseiten hat.
    • Verbesserer 27.07.2020 07:50
      Highlight Highlight Das stimmt, jedoch wurde der Bundesrat stark von den Parteien und teilweise von den Kantonen unter Druck gesetzt. Am Anfang der Pantemie schien mir mit Ausnahme der Masken Diskussion, dass der Bundesrat und das BAG gut informierten. Nach den ersten Lockerungen und später, hatte ich diesen Eindruck nicht mehr. Ob ich Herr Berset mag oder nicht spielt in dem Zusammenhang keine Rolle, als Gesundheitsminister hatte er meiner Meinung nach doch eine besondere Verantwortung.
  • Gunther 26.07.2020 13:01
    Highlight Highlight Eigenverantwortung ist gut,
    die Gefahr der Verantwortungslosigkeit besteht aber auch.
  • Lowend 26.07.2020 12:29
    Highlight Highlight Das föderale System ist zwar eine nette Tradition, aber in der heutigen Zeit zig verschiedene Kontroll- und Meldesysteme nebeneinander zu haben, ist schlicht ein Luxus, den wir uns nicht mehr leisten können.

    Wenn ich dann zum Beispiel sehe, dass man im Kanton Bern nicht mal fähig ist, einfachste Kommunikation per Mail zu erledigen und ausschliesslich briefliche Kommunikation zulässt, verwundert mich gar nichts.

    Man müsste die Kantone mal per Abstimmung zwingen, sich zu modernisieren, denn wenn sie das nicht tun, dann schaffen sie sich irgend einmal selber ab.
  • Töfflifahrer 26.07.2020 10:15
    Highlight Highlight Die Kantone konnten ja nicht warten bis sie wieder mitreden konnten. Dass damit Aufgaben, Verantwortung und Kosten auf die zukommen scheint die meisten jetzt vollkommen unvorbereitet zu treffen.
    Die erschreckendste Aussage die ich von einem Mitarbeiter des Gesundheitsdepartementes eines Kantons gehört habe ist, "... Wir müssen bis nach den Ferien warten, wir sind jetzt eh unterbesetzt ...."
    • Tschowanni 26.07.2020 11:14
      Highlight Highlight Ja, aber wir sollen das ganze dann bitteschön sehr ernst nebmen, unsere Urlaube streichen, Kurzarbeit fürhren, etc.pp. 4 Monate hatten sie Zeit und praktisch nix auf die Reihe bekommen. Es sind noch nicht mal Grundsatzfragen, in welcher Form man die Daten erheben und den BAG zukommen lassen will, klar. 🤦
  • De-Saint-Ex 26.07.2020 09:35
    Highlight Highlight „Man müsse zuerst abklären, in welcher Form man die Daten erhebe und dem BAG zukommen lasse.“
    🙈
    • marsel 26.07.2020 09:44
      Highlight Highlight per Fax am besten...
    • Thanatos 26.07.2020 11:15
      Highlight Highlight B-Post!
    • Samurai Gra 26.07.2020 11:24
      Highlight Highlight Das BAG muss Frau Rickli noch eine IKEA Mässige Anleitung schicken 🙈
    Weitere Antworten anzeigen
  • Skeptischer Optimist 26.07.2020 09:14
    Highlight Highlight Der Kanton Zug setzt wohl auf sogenannte Eigenverantwortung.

    Was in der Praxis nichts anderes heißt, als dass Verantwortungslosigkeit akzeptiert wird.
    • Burkis 26.07.2020 11:41
      Highlight Highlight Der Kanton Zug ist vor allem damit beschäftigt wie man die Besteuerung für ihre Superreiche Klientel tief halten kann und da hat es halt keine Reserven mehr im Budget um Kontrollen durchzuführen.
    • Pisti 26.07.2020 12:52
      Highlight Highlight Der Kanton Zug hat deutlich weniger Fälle, als der Kanton Basel-Stadt. Offenbar nützt Eigenverantwortung eben doch mehr als staatliche Überwachung.
    • Spamalotto 26.07.2020 14:44
      Highlight Highlight @pisti: meine Quelle corona-data.ch
      Und jetzt du: woher hast du Informationen? Oder behauptest du einfach mal irgendwas? Oder lügst du ganz bewusst?
      Benutzer Bild
  • Fairness 26.07.2020 08:48
    Highlight Highlight Vielleicht stimmt es ja tatsächlich, dass Staatsangestellte viel schlafen.
    • Völkerrechtler 26.07.2020 09:53
      Highlight Highlight Offenbar schlafen aber auch die zu kontrollierenden Betriebe ziemlich viel, sonst wären Kontrollen ja gar nicht nötig...
    • Heb dä Latz! 26.07.2020 10:11
      Highlight Highlight Wenn alle Schlafen hat Covid keine Chance !!!
    • Noblesse 26.07.2020 11:05
      Highlight Highlight Stehend wie Pferde!
  • Nora Flückiger 26.07.2020 08:45
    Highlight Highlight Der Bund muss wieder das Zepter in der Pandemie übernehmen! Verziehen sei ihm das anfängliche Masken-Desaster, die immer etwas zu späte Reaktion (Grenze zu Italien zu, die zu späte ÖV Masken Pflicht) usw.

    Aber, beim Bund gelten Kantonsübergreifende Vorschriften und Regeln. Die für das ganze Land gleich sind, und nicht zig Kantone die etwas zusammenwursteln und alles zur eigenen Interpretation umsetzen können.
    • derEchteElch 26.07.2020 12:44
      Highlight Highlight Sehr gut erklärt und suf den Punkt gebracht. 👍
    • sowhat 26.07.2020 16:53
      Highlight Highlight Wenn die Kantone ihren Job richtig machen würden, würde es schon Sinn machen auf regionale Unterschiede einzugehen. Das Problem ist, dass von Anfang an alle wussten, dass die meisten Kantone das nicht können.
      Siehe Maskenreserve, Tracing etc.
      Das ist das was mich m Ganzen am meisten ärgert. Der im Grundgedanken gute Föderalismus stammt aus einer Zeit als Verantwortliche noch Verantwortung übernahmen und entsprechend handelten. Für heutige Verantwortliche, die nur warten, dass sie pfannenfertige Rezepte und fertig umsetzbare Vorgaben bekommen, ist Föderalismus leider nicht mehr tauglich.
  • Panna cotta 26.07.2020 08:44
    Highlight Highlight Föderalismus ist eine grossartige Idee und eine der Grundlagen für den Erfolg einer Demokratie. Manchmal aber wird sie schon auch zur Hypothek. Die Herausforderungen einer Pandemie können doch nun wirklich nicht auf kantonaler Ebene angegangen werden!
  • Tschowanni 26.07.2020 08:04
    Highlight Highlight Die Kantone Zürich und Wallis machen derweil noch gar keine Angaben zu den Kontrollen. Man müsse zuerst abklären, in welcher Form man die Daten erhebe und dem BAG zukommen lasse.
    Sie hatten ja während des Lockdown light keine Zeit sich damit auseinanderzusetzen, mussten Zuhause bleiben. Manchmal Frage ich mich schon ab unseren Politikern. Jeder der in der Privatwirtschaft so funktioniert muss sich einen neuen Job suchen.
  • Rosi 1 26.07.2020 07:47
    Highlight Highlight Ich denke da ist der Kantönligeist in vollem Gange. Jeh nach Betroffenheit wird wohl ein bisschen mehr oder weniger Aufwand getrieben. Es steht doch einfach jeder Einzelne in der Pflicht das Notwendige zu tun. So Schwer ist das doch nicht. Nur der Egoismus pur ist mittlerweile dermassen angewachsen, dass ich Bedenken habe wie es Mitte bis Ende August aussehen wird.

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