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epa08541414 A general view at the Albert Park Lake in Melbourne, Victoria, Australia, 12 July 2020. Residents in metropolitan Melbourne have been advised to wear masks in public amid a spike in coronavirus disease (COVID-19) cases, and are subject to stay-at-home orders and can only leave home for essential work, study, exercise or care responsibilities, media reported.  EPA/DANIEL POCKETT  AUSTRALIA AND NEW ZEALAND OUT

Die Skyline von Melbourne: In der australischen Metropole wütet das Coronavirus wieder, nachdem es unter Kontrolle schien. Bild: keystone

Australien erlebt die zweite Coronawelle

Australien hatte das Coronavirus praktisch schon besiegt, doch jetzt explodieren die Zahlen. Das Land wurde Opfer des eigenen Erfolgs.

fabian hock / schweiz am wochenende



Australien blickt derzeit mit Schrecken auf die Coronazahlen: Rund 400 Menschen infizieren sich in dem Land gerade täglich mit dem Virus. Tendenz steigend. Dabei schien die Krise im April doch so gut wie überstanden: Steckten sich auf dem Höhepunkt der Pandemie Mitte März noch knapp 500 Australier täglich mit dem Coronavirus an, sanken die Neuinfektionen in den folgenden Wochen in den einstelligen Bereich.

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Das Land hatte das Virus gezähmt. Selbst die «magische Null» schien möglich. Doch urplötzlich schnellten die Zahlen wieder in die Höhe. Australien steckt mitten in der zweiten Welle.

Tägliche Neuinfektionen

Bild

Von 500 auf praktisch null, zurück in den mittleren dreistelligen Bereich – viele Länder gibt es nicht, die eine derartig anschauliche zweite Welle bei den Neuinfektionen verzeichnen. Japan und Israel ergeht es ähnlich wie Australien. Andere Staaten stecken entweder noch mitten in der ersten Welle, etwa Indien. Oder sie haben die Neuinfektionen zumindest vorerst in den Griff bekommen, wie die Schweiz und andere europäische Länder. Oder aber die erste Welle endete nicht in einem Wellental, sondern entwickelte sich zum Tsunami, der nach kurzer Erholung nun unablässig neue Fälle nachspült. Das erfahren derzeit vor allem die USA, wo nun selbst Präsident Trump – wenn auch ein wenig widerwillig – Maske trägt und das Politikspektakel dieses Sommers, seinen Nominierungsparteitag, coronabedingt abgesagt hat.

Die erste Welle schwappte durch Rückkehrer ins Land

Australien aber hatte doch eigentlich vieles richtig gemacht. Mittels Einreisebeschränkungen und strengen Kontrollen wurden viele Fälle entweder erst gar nicht ins Land gelassen, oder früh erkannt und separiert. Ein grosser Teil der Infizierten kam so gar nicht mit der Bevölkerung in Kontakt. Ausländische Besucher etwa dürfen seit Ende März gar nicht mehr einreisen.

Zwar wurden immer wieder neue Fälle durch australische Rückkehrer von ausserhalb ins Land geschleppt. Aber die Verbreitung in der Bevölkerung konnte auf ein Minimum reduziert werden. Auch dank umfassender Hygiene- und Social-Distancing-Massnahmen, an die sich die Menschen überwiegend hielten.

Was also ist schiefgelaufen? Kurz gesagt, wurden die Australier wohl zum Opfer ihres eigenen Erfolgs. Gesundheitsexperten weisen in australischen Medien darauf hin, dass die strengen Lockdown-Massnahmen dazu geführt hätten, die erste Welle rasch unter Kontrolle zu bringen. Dies hätte jedoch vielerorts dazu geführt, dass die Massnahmen als übertrieben angesehen und nicht mehr so streng befolgt wurden wie zu Beginn. Kommt hinzu, dass der geringe Durchseuchungsgrad in der Bevölkerung viele Australier nun in der zweiten Welle angreifbar macht.

Fleischfabriken als Brutherd für das Virus

Im Wellental wurden allerdings auch Fehler gemacht. So heuerte der Bundesstaat Victoria private Sicherheitsleute an, um die Quarantäne-Massnahmen für die in Hotels isolierten Rückkehrer zu überwachen. Über den Wachdienst drang das Virus nach draussen. Die zweite Welle nahm Fahrt auf. Eine unschöne Rolle bei der Verbreitung spielten Fleischfabriken – wie zuletzt in Deutschland, sind sie auch in Australien ein Brutherd für das Virus.

Konnten einzelne, aus Übersee mitgebrachte Infektionsherde während der ersten Welle noch gut isoliert und die Bevölkerung dank disziplinierter Einhaltung der Regeln geschützt werden, sieht die Situation nun anders aus. Die zweite Welle beschränkt sich nicht mehr auf eingeschleppte Fälle. Sie breitet sich innerhalb der Bevölkerung aus. Das macht sie ungleich schwerer zu kontrollieren.

Melbourne befindet sich im sechswöchigen Lockdown

Der Bundesstaat Victoria im Südosten des Landes ist besonders hart getroffen. Bereits Anfang Juli verhängte dessen Hauptstadt Melbourne einen neuerlichen, sechswöchigen Lockdown. Die zuständigen Behörden sind besorgt. Auch wegen der neuen Art der Verbreitung innerhalb der Bevölkerung. «Wenn wir weiterhin eine Übertragung innerhalb unserer Gemeinschaften sehen, werden eindeutig mehr ältere Menschen, mehr Menschen, die einem ernsthaften Risiko ausgesetzt sind, wenn sie sich mit Covid-19 infizieren, ins Krankenhaus eingeliefert», sagte der zweithöchste Mediziner von Victoria, Michael Kidd, gegenüber lokalen Medien.

Der zweite Ausbruch in Australien macht deutlich, wie schwer es ist, das Coronavirus unter Kontrolle zu behalten. Von einem «wicked enemy», einem bösen, fiesen Feind sprach Victorias Premier Daniel Andrews denn auch. Beikommen will man diesem mit auch in hiesigen Breiten nur allzu bekannten Geboten: Abstand halten, Hände waschen, Menschenansammlungen vermeiden.

Wie lange die Massnahmen dieses Mal gelten, ist offen. Die Verantwortlichen in Melbourne haben bereits eine Verlängerung des sechswöchigen Lockdowns in Aussicht gestellt.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Rethinking 26.07.2020 07:54
    Highlight Highlight In der Schweiz scheint dasselbe zu passieren...

    Die Leute haben Corona vergessen resp. verhalten sich als ob es Corona nicht mehr gäbe...

    Firmen holen die Leute aus dem Home Office, man trifft sich wieder mit jeder Menge Verwandten und Bekannten, man geht in Clubs, Restaurants halten die Massnahmen nicht mehr konsequent ein etc...
  • Kronrod 26.07.2020 07:42
    Highlight Highlight In Australien ist auch gerade Winter bzw. Grippesaison. Bei uns werden die Zahlen im November auch wieder etwas hochgehen.
  • Barracuda 26.07.2020 00:12
    Highlight Highlight Haarsträubend. Die Schweiz hat die Lage ganz sicher nicht mehr im Griff im Vergleich zu Australien. Wie kommt ihr auf eine so unseriöse Aussage?
  • dmark 26.07.2020 00:01
    Highlight Highlight Es gilt eben noch immer und überall die Hygiene- und Anstandsregeln zu beachten, wenn nötig Maske tragen und sich etwas einzuschränken, was die sozialen Kontakte betrifft.
    Das heisst ja nicht, dass man sich nun völlig zurückziehen muss, aber halt auch nicht jeden mit vollem Körperkontakt begrüssen soll.

    Durchhalten... auch wenn es so manchem schwer fällt.
  • My Senf 25.07.2020 23:52
    Highlight Highlight Durchseuchungsgrad?!

    Hab ich was verpasst?

    Antikörper bei asymptomatschen sind bereits Tage nach der Infektion gleich null? Sprich, die stecken siech erneut an, bzw können das Virus trotzdem weiterverbreiten


  • Goldjunge Krater 25.07.2020 23:31
    Highlight Highlight Ist bekannt wie sehr Australien die Anzahl Tests hinaufgefahren hat? Evtl hat der Anstieg der Fallzahlen auch nur mit einer Erhöhung der Tests zu tun? (Analaog Schweiz)
    • lilie 26.07.2020 08:26
      Highlight Highlight @Goldjungen: Deine Platte hat einen Kratzer.

      Die Fälle in Australien treten fast ausschliesslich in Melbourne auf, wo das Contact Tracing vor drei Wochen mit über 100 Fällen an einem Tag an den Anschlag kam.

      Seither ist Victoria wieder im Lockdown, aber die Zahlen steigen weiter:

      https://www.tagesschau.de/ausland/melbourne-lockdown-103.html

      (PS: Für das CT spielt es keine Rolle, ob es viele Fälle gibt wegen erhöhten Testens oder aus anderen Gründen; wenn es nicht mehr nachkommt, läuft die Geschichte aus dem Ruder, daher ist das auch bei uns ein Problem).
  • Trooper87 25.07.2020 23:27
    Highlight Highlight Die Schweiz hats nicht besser unter Kontrolle aus die Leute im Down Under.

    Man rechne: Schweiz 8 Mio Einwohner ca 140 Fälle pro Tag = 1.75 Fälle pro 100'000 Einwohner

    Australien: 25 mio ca 410 Fälle pro Tag = 1.64 Fälle pro Tag

    Das heisst es stecken sie eigentlich mehr Leute hier als dort. Und hier werded die Zahlen ca 2 Wochen nach Schulanfang bedeutend ansteigen, da ich mir ziemlich sicher bin das extrem viele Leute nicht selbständig in Quarantäne gehen werden wenn sie aus den betroffenen Länder heimreisen....
    • Butschina 26.07.2020 02:29
      Highlight Highlight Wenn man jedoch die Wellen der Diagramme vergleicht, steht die CH deutlich besser, stabiler da. Es geht im Artikel um die Situation in Down Under. Man wird die verschiedenen Länder nie richtig vergleichen können.
      Dennoch beunruhigen mich die CH Zahlen der letzten zwei Wochen.
    • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 26.07.2020 04:27
      Highlight Highlight @Butschina: Mich beunruhigt der Trend des wachsenden umweltschädlichen Konsumismus und der fest in der Gesellschaft verankerte Irrglaube, man könne mit technologischem Fortschritt der Umwelt in irgendeiner Form Gutes tun. Insofern finde ich steigende Fallzahlen eher beruhigend.
    • lilie 26.07.2020 08:30
      Highlight Highlight @Trooper: Wir hatten nur an einem Tag 147 Fälle, der gleitende 7-Tages-Durchschnitt liegt derzeit bei unter 100 Fällen.

      In Australien aber geht es um exponentiell steigende Zahlen trotz Lockdown seit 3 Wochen.

      Von den derzeit über 400 Fällen täglich sind zudem 350 in Victoria/Melbourne zu verzeichnen, wo nur gerade mal 5 Millionen leben:

      https://www.dhhs.vic.gov.au/coronavirus-covid-19-daily-update

      Die Situation ist also ziemlich anders als bei uns.
  • soulpower 25.07.2020 22:50
    Highlight Highlight "Australien erlebt die perfekte zweite Coronawelle".

    Aha, na dann haben wir diese, heruntergerechnet auf die Schweizer Bevölkerung, ja auch schon. Nur, woher will jemand wissen, ob dies nun die perfekte zweite Welle ist?
  • Völkerrechtler 25.07.2020 22:45
    Highlight Highlight Australien:
    25 Mio Einwohner 400 Neuinfektionen pro Tag

    Schweiz:
    8.6 Mio Einwohner 150 Neuinfektionen pro Tag

    Weshalb genau soll die Schweiz jetzt die Pandemie in Griff haben und Australien auf der zweiten Welle surfen...?

    Die Zahlen sind im Verhältnis zur Bevölkerung wohl ziemlich vergleichbar...

    VIelleicht würde es nicht schaden, wenn watson zukünftig mehr mit relativen Vergleichen arbeiten würden.


    • leverage 25.07.2020 23:33
      Highlight Highlight Ich kritisiere in gefühlt jedem Artikel von Watson zu Corona, dass einfach mit den Absolutzahlen gearbeitet wird und man diese nach belieben vergleicht.

      Ich weiss auch nicht, was so schwierig daran ist, die Zahlen mit den Einwohnern in Relation zu setzen.
    • p4trick 25.07.2020 23:51
      Highlight Highlight Australien hat jetzt 70% soviele Fälle wie ihr eigenes Maximum davor in der 1sten Welle. Die Schweiz hat ca. 10% der Fällen unserer 1sten Welle. Die Zahlen lassen sich schlecht zwischen Ländern vergleichen aber von einer 2ten Welle wird gesprochen wenn die Fälle wieder fast so hoch oder höher sind als zuvor in der ersten Welle. Das ist in Australien nun der Fall in der Schweiz sind wir noch weit davon entfernt.
      Ob diese News nun relevant ist oder nicht sei dahingestellt.
    • established 26.07.2020 00:03
      Highlight Highlight Australien war ja praktisch auf null Infektionen und nun wieder um die 500. Daher wahrscheinlich der Artikel.
      Selbstverständlich ist die Schweiz im Verhältnis nicht besser aber die Tendenz ist nicht so stark in Richtung zweite Welle, wie Australien.
    Weitere Antworten anzeigen
  • lilie 25.07.2020 22:33
    Highlight Highlight Neben den ziemlich idiotischen Quarantäne-Fehlern scheinen die Behörden auch zu wenig Rücksicht auf Fremdsprachige genommen zu haben. So spricht ein Drittel der Einwohner von Melbourne nicht Englisch als Muttersprache. Wenn nicht alle verstehen, was passiert und welche Anweisungen zu befolgen sind, wird es schwer eine solche Pandemie in den Griff zu bekommen:

    https://www.bbc.com/news/world-australia-53259356
    • MartinZH 25.07.2020 23:36
      Highlight Highlight @lilie: Sprachprobleme können eine Ursache sein, warum es Leute gibt, die nicht so gut informiert sind. Ich denke allerdings, dass man das nicht überbewerten sollte.

      Englisch spricht ja mittlerweile fast die ganze Welt. Gerade im APAC-Raum, gibt es sehr viele, welche Englisch einigermassen beherrschen. In Australien gibt es ja wohl kaum Leute (ausländische Touristen gibt es momentan fast keine), die nicht Englisch können.

      Beim Grün-Cointainer, den ich nutze, steht – gut sichtbar in circa 20 Sprachen –, dass kein Plastik hineingehört. Warum es nicht klappt, hat wohl mehr mit Ignoranz zu tun.
    • Rainbow Pony 26.07.2020 00:09
      Highlight Highlight Mh, da wäre ich mir nicht so sicher: in Australien gibt es eine relativ grosse chinesische Diaspora. Viele davon dürften dem Englischen nur dürftig mächtig sein.
    • Mia_san_mia 26.07.2020 00:13
      Highlight Highlight @lilie: Was zum Teufel redest Du?
    Weitere Antworten anzeigen
  • 6030ebikon 25.07.2020 22:33
    Highlight Highlight Ein Grund mehr mit dem Virus nicht zu lasch umzugehen, nur weil unsere Fallzahlen relativ stabil sind, sonst steuern wir auf den nächsten Lockdown zu...
  • CalibriLight 25.07.2020 22:30
    Highlight Highlight So sehr ich jeden einzelnen Todesfall bedaure, das scheint mir keine explodierende Welle zu sein.
    Australien hat bisher 145 Tote zu beklagen und steht von daher bis jetzt ausgezeichet da.
    Dass man nun viel tun will, um einen rasanten Anstieg zu vermeiden, ist verständlich, aber ich glaube wir wären für solche Zahlen dankbar.
    • Eiswalzer 25.07.2020 22:40
      Highlight Highlight Die Panik und der Zahlenfetisch rund um Corona ist sowieso erstaunlich. Massnahmen, ja. Ganz klar. Aber wir müssen mal nüchtern betrachtet konstatieren, dass bisher vor allem unsere Panik dieses Virus zur Jahrhundertpandemie macht. Die reinen Zahlen sind jetzt nicht erschütternd (zum Glück). Wir können einfach überhaupt nicht mehr mit gesundheitlichen Risiken umgehen in unserer Gesellschaft. Nicht umsonst mahnen Experten, dass das Modell Schweden längst nicht als gescheitert betrachtet werden kann. Es ist nach einem halben Jahr noch so: Jede Zahl und Neuigkeit zum Virus = Schnappatmung
    • CalibriLight 25.07.2020 23:07
      Highlight Highlight @Eiswalzer - ich mache mir durchaus Sorgen. Der Shutdown war sinnvoll, mE. Und ich bin enorm froh über die Maskenpflicht im ÖV. Ich bin überzeugt, wenn wir die Regeln mit Abstand und Hygiene einhalten würden, käme es gut. Würden z.B. alle, die normalerweise schniefend und rotzend unterwegs sind, eine Maske tragen und sich die Hände waschen, gäbe es auch keine Grippewelle diesen Winter.
      Allein, mir fehlt der Glaube.....
      Deshalb gehöre ich halt zur Fraktion der Massnahmen... ;-)
      Aber das mit Australien ist jetzt einfach zu dick aufgetragen.
    • Darmok 26.07.2020 02:14
      Highlight Highlight @CalibriLight es geht hier weder um die absoluten Zahlen noch um den direkten Vergleich der Zahlen mit der Schweiz.

      Es geht um den Trend, der in den letzten Tagen in Australien stark zugenommen hat. Die Steigung in der Kurve ist nicht mit der Schweizer Kurve vergleichbar. Unsere Infektionen halten wir z.Zt. auf managbaren Niveau. Viel Raum nach oben haben wir aber nicht, da sonst das Tracing nicht mehr umsetzbar ist. Bei Australien besteht die akkute Gefahr, dass sie in kürzester Zeit dieContainment-Phase verlassen könnten. Und auf Mitigation Ist die Bevölkerung dort noch nicht eingespielt.
  • MartinZH 25.07.2020 22:23
    Highlight Highlight Ich würde es nicht so rosig einschätzen, dass die CH die "Lage im Griff" hat...

    Im Fall von Australien wird festgehalten: "Die zweite Welle beschränkt sich nicht mehr auf eingeschleppte Fälle. Sie breitet sich innerhalb der Bevölkerung aus. Das macht sie ungleich schwerer zu kontrollieren."

    Nachdem wir wissen, dass die eingeschleppten Fälle in der CH rund 10% betragen (BAG), unterscheidet sich die Situation im Prinzip nicht erheblich.

    In DE (Kretschmer) wird bereits von einer zweiten Welle gesprochen. Die Zunahme der Fallzahlen (Grössenordnung) sind mit der CH vergleichbar.

    CH – quo vadis?
    • Eiswalzer 25.07.2020 22:31
      Highlight Highlight Wie zunehmend von Experten propagiert, ist es ziemlich illusorisch, keine 2. Welle zu erwarten. Mit etwas Glück lassen sich die Fälle in einem gewissen Bereich einpendeln. Wenn wir annehmen, dass der Impfstoff optimistisch im Sommer 2021 verfügbar ist, sind Shutdowns bis zu dieser Zeit unmachbar. Wir müssen mit dem Virus leben. Was ich aber machen würde: Clubs und Bars schenken möglichst keinen Alkohol aus. Maskenpflicht mit Bussen bei Nichteinhaltung. Am Wochenende (bin öfter unterwegs auch abends wegen der Arbeit) tragen 1/3 keine Masken im ÖV und vergessen mit Alkohol sowieso jede Regel
    • LeChef 25.07.2020 23:05
      Highlight Highlight Zumindest für Deutschland ist der Begriff zweite Welle aber noch nicht angebracht. Die Fallkurve hat erst seit zwei Tagen leicht nach oben ausgeschlagen. Vorsicht ist besser als Nachsicht usw., aber man sollte auch nicht gleich übertreiben.
    • MartinZH 25.07.2020 23:06
      Highlight Highlight @Eiswalzer: Ich beobachte auch, dass sich die Leute unter Alkoholeinfluss legerer verhalten. Aber verbieten wird man es wohl nicht können.

      Ich finde aber auch, dass die Maskenpflicht beherzter umgesetzt werden müsste. Wenn nötig, mit Nichbeförderung oder einer Busse.

      Ich beobachte im ÖV der Stadt Zürich leider auch, dass es zunehmend Leute gibt, die sich darum scheren.

      Offensichtlich ist es gerade unter männlichen Jugendlichen (so zw. 16 und 20) "mega cool", keine Maske zu tragen. Es gibt ja keine Sanktionen.

      Heute sah ich sogar eine ganze Familie (mit 3 Kindern). Eltern = Vorbild-Idioten!
    Weitere Antworten anzeigen
  • pop_eye 25.07.2020 22:17
    Highlight Highlight Das Drehbuch stimmt in perfektion. Der/Die Regisseuren sollten für den Oskar nominiert werden.
    • Juliet Bravo 25.07.2020 22:42
      Highlight Highlight Verschwörungsmystiker führen selber Regie - in ihrem Kopf.
    • pop_eye 25.07.2020 23:03
      Highlight Highlight Lemminge auch, deren Kopf hat die Tätigkeit eingestellt.
    • saynomore 26.07.2020 00:05
      Highlight Highlight Und wer ist denn der Regisseur oder die Regisseure? Bill Gates? Xi Jinping? Putin? Erdogan? Merkel?Echsenmenschen? Juden? Freimaurer? Wer war es denn diesmal, popeye? Wen wollen wir zum Sündenbock machen? Wen wollen wir diesmal vergasen und auf Scheiterhaufen verbrennen?
      Der Glaube an „Drehbücher“ etc. ist tatsächlich eine Konstante im Denken von Verschwörungstheoretikern. Das ganze 20. Jahrhundert war für die Katz, die Menschheit hat wirklich nichts gelernt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • KarinaN 25.07.2020 22:16
    Highlight Highlight Australien hat ca 3 mal mehr Einwohner als die Schweiz. Die aktuellen Zahlen sind ca 3 mal höher als die unsrigen. Das Gesundheitssystem ist such gut. Wenn Australien die aktuellen Zahlen stabilisieren kann, sollte alles iO sein.
    • SeboZh 26.07.2020 11:44
      Highlight Highlight Australien hat aber viel mehr unbewohntes Gebiet und je nach dem wo du bist, brauchst du ein paar Stunden zum nächsten Arzt
  • Toerpe Zwerg 25.07.2020 22:08
    Highlight Highlight 400 Infektionen - explodierende Zahlen. Ähä.
    • lilie 25.07.2020 22:31
      Highlight Highlight @Toerpe: Explodierend ist vor allem der Verlauf. Wenn man jetzt sofort eingreift, steigen die Zahlen ja noch zwei Wochen lang exponentiell, bis eine Beruhigung erwartet werden kann.
    • IchSageNichts 25.07.2020 22:32
      Highlight Highlight Form der Kurve scheint nicht gerade horizontal...
    • Kubod 25.07.2020 22:39
      Highlight Highlight Rein rechnerisch werden aus 400 Infizierten nach 15 Tagen 6´553´600 (6 Millionen) Infizierte bei einer täglichen Veroppelung der Zahlen.
      Deshalb ist es wichtig, die Kurve der exponentiellen Ansteckungrate so schnell als möglich zu brechen.
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