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Seit Mitte März hat Tally Weijl europaweit 800 Filialen schliessen müssen. bild: shutterstock

Schweizer Modekette Tally Weijl droht aufgrund des Coronavirus das Aus

Die Schweizer Modekette Tally Weijl braucht dringend Geld, um das Geschäft weiterbetreiben zu können. Die Coronakrise trifft die auf Mode für junge Frauen ausgerichtete Kette während dem geplanten Umbau des Geschäfts schwer.



Seit Mitte März sind die 80 Schweizer Läden und viele der europaweit insgesamt 800 Filialen von Tally Weijl wegen der Corona-Pandemie geschlossen. Um den Weg aus dem Finanzengpass zu finden, seien für die beiden Schweizer Gesellschaften Covid-19-Kredite im Gesamtumfang von 24,7 Millionen Franken beantragt worden, bestätigte Sprecher Sacha Wigdorovits Berichte der Tamedia-Zeitungen gegenüber AWP.

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Die Kreditgesuche seien derzeit bei den Banken hängig, hiess es weiter. Doch ohne die Unterstützung der Banken, werde Tally Weijl nicht aus dem Corona-Loch hinausfinden, so Wigdorovits weiter. Der Firma drohe das Aus.

Auf dem Spiel stehen viele Arbeitsplätze. In der Schweiz beschäftigt Tally Weijl in ihren Boutiquen und am Basler Hauptsitz rund 620 Angestellte. Insgesamt sind es 2'700 Angestellte.

Kosten gesenkt

Tally Weijl trifft die Coronakrise mitten im Umbau. Die Firma will den Plänen zufolge ein digitales Omnichannel-Verkaufsmodell aufbauen. Im Zuge der ersten Umbauschritte seien rund 100 Läden geschlossen und die Kosten deutlich gesenkt worden, schreibt der Sprecher. Ein weiterer Personalabbau am Hauptsitz in Basel und in den Filialen seien geplant.

Die Firma hat den Angaben zufolge für den Umbau bereits 30 Millionen Franken aufgewendet und eine zweite Tranche in demselben Umfang sei aufgegleist worden. Dabei würden sich die beiden Hauptaktionäre Tally Elfassi-Weijl und Beat Grüring an der zweiten Kapitalerhöhung erneut beteiligen. Und es lägen Zusicherungen von weiteren Investoren in Höhe von 17 Millionen vor, hiess es.

Ringen um Kredite

Doch dieses Geld reiche aufgrund der Folgen der Coronakrise nicht aus, um den Weiterbetrieb von Tally Weijl sicherzustellen. Daher seien für die beiden Schweizer Gesellschaften nebst den vom Bund ganz verbürgten je 500'000 Franken schweren Krediten weitere Finanzhilfen beantragt worden.

Für die bei den Banken beantragten Überbrückungskredite in Höhe von 24,7 Millionen Franken bürgt der Bund nur bis zu einem Teil von 85 Prozent. Für das Restrisiko von 15 Prozent des Kreditbetrages, das grundsätzlich die Banken zu tragen haben, wollen dem Sprecher zufolge die Hauptaktionäre von Tally Weijl geradestehen.

In Italien und Frankreich, wo Tally Weijl gut vertreten ist, wurde Unterstützung zugesichert. In Italien wurden zum Weiterbetrieb der Tally Weijl-Fillialen Kredite im Umfang von 1 Million und in Frankreich gar von 2 Millionen Euro zugesichert. Und auch in Deutschland rechnet man bei der Modekette mit Finanzhilfen. (dab/awp/sda)

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