DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Weltärztechef warnt vor «grösseren Problemen» – Das sind die Sonntagsnews

Schüler, die den Klimawechsel nicht erklären können, ein mögliches «Jobwunder» bei grossen Unternehmen und das gebrochene Schweigen eines Hauptangeklagten im geplanten Raiffeisen-Prozess: Das und mehr findet sich in den Sonntagszeitungen.
02.01.2022, 06:2002.01.2022, 12:46

Weltärztechef Frank Montgomery: «Wir laufen gerade in grössere Probleme hinein»

Wegen der hochansteckenden Omikron-Virusvariante sieht Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery «grössere Probleme» auf die Welt zukommen. «Es droht eine Überlastung der Spitäler», sagte er im Interview mit dem «SonntagsBlick». Er plädierte für weitere Kontaktbeschränkungen. Der oberste Arzt der Welt sagte weiter, eine Impfpflicht sei «total richtig». «Diejenigen, die sich partout nicht impfen lassen wollen, werden aus Teilen des öffentlichen Lebens ausgeschlossen. Punkt.» Montgomery griff zudem die Impfhersteller an. «Die Impfstoffe werden von den meisten Konzernen ganz offensichtlich viel zu teuer verkauft», sagte er. Der Staat müsse die Gewinne der Pharmariesen abschöpfen und das Geld für eine faire Verteilung der Impfstoffe auf der Welt einsetzen.

Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery
Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery

2022 kommt es zum Jobwunder in der Schweiz

In der Schweiz könnte es 2022 gemäss einer Umfrage bei grossen Unternehmen zu einem «Jobwunder» kommen. 30 von 89 befragten Firmen wollen die Zahl ihrer Arbeitsplätze ausbauen, nur vier stehen vor einem Stellenabbau, der grosse Rest rechnet mit einer stabilen Stellenzahl, wie die «SonntagsZeitung» unter Berufung auf eine eigene Umfrage berichtete. Grösster Jobmacher im neuen Jahr wird demnach der Flugabfertiger Swissport. Er will 850 neue Beschäftigte einstellen. Das wäre der grösste Stellenaufbau in der Geschichte des Unternehmens.

Auch die Flugzeugwartungsfirma SR Technics will 150 neue Stellen schaffen. Wegen der Pandemie hatten zahlreiche Firmen der Flugbranche hunderte Stellen abgebaut. Viele neue Arbeitsplätze soll es auch beim weltgrössten Uhrenhersteller Swatch Group, den SBB, der Post und im Detailhandel geben. Die grösste Arbeitgeberin, die Migros, hat mehr als 1600 Stellen ausgeschrieben. Die Zahl der offenen Stellen ist schweizweit derzeit mit 232'825 auf Rekordstand.

Arbeitgeber reduzieren wegen Corona die Zahl der Festangestellten

Die Pandemie sorgt gemäss eines Personalfachmanns für einen Boom bei Temporärkräften. «In gewissen Branchen sehen wir, dass Firmen nicht mehr 90 oder 95 Prozent festangestelltes Personal wollen, sondern höchstens zwei Drittel», sagte Yves Schneuwly, Schweiz-Chef bei der international tätigen Vermittlungsfirma Coople, der «NZZ am Sonntag». Die Unternehmen würden zu einem Drei-Stufen-Modell übergehen: ein Kernteam, flexible Angestellte auf Abruf sowie ein hyperflexibler Anteil an schnell verfügbaren Hilfskräften. Vor allem in der Gastronomie, am Flughafen, aber auch im Handel werde das der Fall sein. Der Arbeitsmarkt habe sich schon vor Corona flexibilisiert, «aber diese Schwankungen waren schlicht nicht vorstellbar». Die Gewerkschaften warnten vor dieser Entwicklung. «Temporärarbeit ist äusserst prekär und eigentlich eine Auslagerung des unternehmerischen Risikos auf die Arbeitnehmenden», sagte Serge Gnos von der Unia der Zeitung. Corona dürfe nicht als Vorwand für mehr Temporärarbeit genutzt werden.

Schüler können den Klimawandel nicht erklären

Vier von zehn Schülerinnen und Schülern in der Schweiz können den Klimawandel nicht erklären und viele haben im internationalen Vergleich ein tiefes ökologisches Bewusstsein. Das zeigen Daten aus der Pisa-Befragung im Jahr 2018, die die «SonntagsZeitung» ausgewertet hat. Wenn es darum ging, die Wirkung von Treibhausgasen auf die Erderwärmung zu erklären, gaben 58 Prozent an, dass sie dieses Phänomen erklären könnten. Das bedeutete Rang 44 von insgesamt 66 beteiligten Ländern. Ähnliche Resultate erzielten die 15-Jährigen Schweizer bei der Frage, ob sie zu Hause das Licht ausschalten würden, um Energie zu sparen, wenn sie einen Raum verlassen würden. Zwei Drittel gaben an, dass sie dies tun würden. Einer der Gründe für das relativ schlechte Abschneiden ist laut Bildungswissenschaftler Moritz Gubler von der Pädagogischen Hochschule Bern die persönliche Betroffenheit, die bezüglich Klimawandel im weltweiten Vergleich in der Schweiz «für viele Jugendliche zumindest momentan noch eher tief ist».

IV-Ärzte missachten Qualitätsstandards bei Begutachtungen

In der Schweiz erleben Jahr für Jahr hunderte Menschen die Behandlung durch IV-Gutachter als unprofessionell oder gar traumatisierend. Bei einer Anfang 2020 eingerichteten Meldestelle des Dachverbands der Behindertenorganisationen, Inclusion Handicap, meldeten sich bis Ende Oktober 2021 613 Betroffene, wie der «SonntagsBlick» schreibt. Versicherte berichteten demnach von einem schlechten Gesprächsklima, von Desinteresse und von Mängeln beim Gesprächsablauf. Die Meldungen würden oft die gleichen Gutachter betreffen.

In einem Bericht des Dachverbands heisst es: «Die Ergebnisse geben deutliche Hinweise darauf, dass die genannten Gutachterinstitute und Begutachtenden grundlegende und für eine Begutachtung essenzielle Rahmenbedingungen missachtet haben.» Inclusion Handicap forderte die IV-Verantwortlichen dazu auf, die Zusammenarbeit mit den entsprechenden Gutachtern zu überprüfen.

Nestlé, Migros, Coop und Emmi gewöhnen uns an weniger Zucker

Beim Zucker in Lebensmitteln setzt die Industrie auf einen langsamen Entzug – in kleinen Schritten über Jahre hinweg. So gewöhnten sich die Geschmacksnerven der Konsumentinnen und Konsumenten an weniger Süsse, berichtet die «SonntagsZeitung». Zwischen 2016 und 2018 sank der zugesetzte Zucker beispielsweise in den in der Schweiz verkauften Joghurts im Schnitt um 3.5 Prozent und in Frühstückscerealien um 13 Prozent. Bis 2024 haben Hersteller und Detailhändler – darunter Nestlé, Migros, Coop und Emmi – eine weitere Reduktion von 10 Prozent bei Joghurts und 15 Prozent bei Cornflakes und Ähnlichem versprochen. Der Bund will die Zuckerreduktionen auf weitere Produkte ausweiten. Dabei nimmt sich die Behörde unter anderem Milch- und Süssgetränke vor. (saw/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Köpferollen bei Raiffeisen – die Rücktritte im Überblick

1 / 15
Köpferollen bei Raiffeisen – die Rücktritte im Überblick
quelle: keystone / walter bieri
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

«Ein absoluter Fehler»: Daniel Koch geht auf die Covid-Taskforce los
Die Wissenschaftstaskforce des Bundes geniesst mit ihren Einschätzungen und Empfehlungen grossen Einfluss. Jetzt gerät sie unter Druck. «Keine demokratische Legitimation» gebe es dafür, sagt der Gewerbeverbandsdirektor Hans-Ulrich Bigler. Auch Daniel Koch, Ex-Mister-Corona, äussert sich dezidiert.

Fast wöchentlich sorgt die wissenschaftliche Corona-Taskforce mit ihren Prognosen und Modellrechnungen für Schlagzeilen. Und das seit bald zwei Jahren: Bereits Ende März 2020 setzte der Bundesrat das 25-köpfige Beratungsgremium ein. Die Expertinnen und Experten der Taskforce haben in erster Linie die Aufgabe, «die politischen Behörden und Entscheidungsträger bei der Entscheidungsfindung im Kontext von Covid-19 wissenschaftlich zu unterstützen» und beraten.

Zur Story