DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Nestle muss den veganen «Incredible Burger» umbenennen

02.06.2020, 13:5808.06.2020, 10:02
Der Incredible Burger darf nicht mehr Incredible Burger heissen.
Der Incredible Burger darf nicht mehr Incredible Burger heissen.Bild: EPA/EPA

Der Lebensmittelkonzern Nestle hat vor dem Den Haager Bezirksgericht einen Rechtsstreit um die Namensrechte seines fleischlosen «Incredible Burgers» verloren. Der Burger soll nun umbenannt werden, der Fall dürfte aber in eine nächste Runde gehen.

Das Den Haager Gericht befand, Nestle habe den Namen «Incredible Burger» so gewählt, dass das Produkt mit dem «Impossible Burger» des amerikanischen Unternehmens Impossible Foods verwechselt werden könne. Dadurch entstehe bei den Konsumenten Verwirrung. Ausserdem werde somit die Marktlancierung des Burgers von Impossible Foods in Europa erschwert, wie mehrere Medien am Montag berichteten.

Das 2011 gegründete Unternehmen Impossible Foods hat seinen Burger 2016 herausgebracht und will ihn künftig auch auf dem europäischen Markt verkaufen. Es wartet allerdings noch auf die Erlaubnis der europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörden, weil es für den «Impossible Burger» eine gentechnisch veränderte Hefe nutzt, die nach Fleisch schmeckt.

Nestle habe 2018 mit Impossible Foods Verhandlungen aufgenommen, um ein mögliches Lizenzierungsabkommen auszuhandeln. Wie Gerichtsunterlagen zeigen sollen, habe der Schweizer Lebensmittelmulti seinen Burger dann aber lanciert, während diese Verhandlungen noch am Laufen waren. Das habe den Verdacht geweckt, dass Nestle versucht habe, die erfolgreiche Einführung des Konkurrenzprodukts in Europa zu vereiteln.

«Incredible Burger» aus Regalen verbannt

Das Gericht hat gegen Nestle nun eine einstweilige Verfügung ausgesprochen. Gemäss dieser hat der Konzern vier Wochen Zeit, die veganen «Incredible»-Burgerpatties der Marke «Garden Gourmet» aus den Regalen der Detailhändler zu nehmen. Andernfalls sei das Unternehmen für jedes einzelne seiner zehn in den Fall involvierten Subunternehmen zur Zahlung von 25'000 Euro pro Tag verpflichtet.

Ox Beef, Tacos und vegane Currywurst

Video: watson/Oliver Baroni, Emily Engkent

Auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP zeigt sich Nestle über das Urteil enttäuscht. «Wir sind der Ansicht, dass jeder in der Lage sein sollte, beschreibende Begriffe wie 'incredible' (dt: unglaublich) zu verwenden, um die Eigenschaften eines Produkts anzupreisen», sagte eine Sprecherin.

Das letzte Wort ist im Fall noch nicht gesprochen. «Wir werden diese Entscheidung befolgen, aber gleichzeitig Berufung einlegen», hiess es.

Nestle werde in Kürze eine neue Version des Burgers in Europa vorstellen, sagte die Sprecherin. Künftig soll er «Sensational Burger» heissen. Der neue Name wird gemäss der Sprecherin auch für alle anderen Produkte verwendet, die zuvor in Europa mit «incredible» beschrieben wurden.

Auch in der Schweiz als Nicht-EU-Land würden diese Änderungen zeitnah umgesetzt. Nestle gehe davon aus, dass keine Waren vernichtet werden müssen. (aeg/sda/awp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

15 Leute, die nach ihrer Diät kaum wiederzuerkennen sind

1 / 19
15 Leute, die nach ihrer Diät kaum wiederzuerkennen sind
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Milch liegt nicht mehr im Trend

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

37 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
blueberry muffin
02.06.2020 16:54registriert August 2014
Und für jedes mal wenn impossible burger sagt, sie wollen der Umwelt helfen in dem sie ein Fleischersatz Burger anbietet, erinnert euch: Aus Profitgier verbannten sie ein Konkurrenz Produkt aus den Läden.

Als Veganer geht mir die Scheinheiligkeit dieser Weltretter auf die Nerven. Wenn sie sich tatsächlich so um die Umwelt und das Tier kümmern würden, hätten sie das Produkt opensource gemacht - damit alle die wollen solche Produkte herstellen können. Damit diese überteuerten veganen Burger schnell günstiger produziert werden könnten und eine echte Alternative, auch für ärmere Haushalte, wären.
7126
Melden
Zum Kommentar
avatar
DanielaK
02.06.2020 14:58registriert November 2016
Also incredible und impossible sollte man schon noch unterscheiden können. So dumm sind die Menschen nun auch wieder nicht. Das kann man auch unterscheiden wenn man nicht weiss was es heisst.
5730
Melden
Zum Kommentar
37
Die Klitschkos statt Putin: Das musst du über das WEF in Davos wissen, das heute startet

Nach mehr als zweijähriger pandemiebedingter Unterbrechung findet in Davos ab Sonntag wieder das Weltwirtschaftsforum (WEF) statt. Dominiert wird die Agenda des Treffens der globalen Politik- und Wirtschaftselite von den Folgen des russischen Angriffs auf die Ukraine.

Zur Story