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Claus Bolte von Swissmedic am Dienstag vor den Medien in Bern.
Claus Bolte von Swissmedic am Dienstag vor den Medien in Bern.Bild: keystone

Jetzt kommt die Booster-Impfung – die dringendsten 9 Fragen und Antworten

Jetzt also doch: Der Bund empfiehlt die dritte Impfung. Vorerst jedoch nur für einen begrenzten Kreis an Personen. Die wichtigsten Fragen und Antworten findest du hier.
26.10.2021, 16:1327.10.2021, 09:21

Was wurde genau entschieden?

Das Heilmittelinstitut Swissmedic hat Booster-Impfungen gegen Covid-19 für Personen ab 12 Jahren zugelassen. Im Zuge dessen empfiehlt nun auch der Bund ab sofort Auffrischungsimpfungen für Personen über 65 Jahre.

Was ist eine Booster-Impfung?

Booster-Impfungen bezeichnen die dritte Dosis einer Covid-Impfung. Diese Auffrischung soll den im Lauf der Zeit nachlassenden Immunschutz wieder anfeuern, also «boosten».

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Israel hat als erstes Land damit angefangen, dritte Dosen zu verabreichen, nachdem ersichtlich wurde, dass der Schutz vor schwerer Erkrankung mit der Zeit nachlässt. Auch Taskforce-Chefin Tanja Stadler sagte am Dienstag vor den Medien, dass der Impfschutz bei den älteren Personen abnimmt. Hier werden «nur» noch 8 von 10 Hospitalisationen verhindert.

Wer kann sich eine dritte Dosis verabreichen lassen?

Es gibt drei Gruppen, die sich ab Mitte November eine dritte Dosis spritzen lassen können, sofern die zweite Dosis mindestens sechs Monate zurückliegt (mit Ausnahme der immunsupprimierten Personen):

  1. Immunsupprimierte Personen: Mit nur zwei Dosen bauen die Immunsupprimierten gar keine ausreichende Immunantwort auf. Sie verfügen darum nach zwei Dosen nicht über einen notwendigen Impfschutz. Für diese Personen sei die dritte Impfung notwendig (und nicht als Booster zu betrachten), sagte Claus Bolte von Swissmedic am Point de Presse vom Dienstag. Für diese Gruppe wurden bereits 7700 dritte Impfdosen verabreicht.
  2. Personen über 65 Jahre: Auch die Risikogruppe der Personen über 65 Jahre kann sich ab Mitte November eine dritte Dosis spritzen lassen.
  3. Personen mit Vorerkrankungen: Besonders gefährdete Personen, also jene Menschen, die z.B. Lungenerkrankungen, Diabetes oder Krebs haben, sind ebenfalls berechtigt, eine Booster-Impfung zu bekommen.

Das Gesundheitspersonal gehöre nicht zu den besonders gefährdenden Personen, sagte Christoph Berger, Präsident der Eidgenössischen Kommission für Impffragen, an der Pressekonferenz. Es werde zurzeit daran gearbeitet, eine Empfehlung für das Gesundheitspersonal zu erarbeiten. Im Einzelfall könne man mit dem Personalärztlichen Dienst bezüglich einer Off-Label-Booster-Impfung sprechen.

Wie kann man sich dafür anmelden?

Alle berechtigten Personen können sich ab Anfang November zur Auffrischimpfung anmelden. «Die vom Bund zur Verfügung gestellten IT-Systeme für die Anmeldung, Dokumentation und das Monitoring werden bis dann funktionsbereit sein», schreibt der Bund in einer Mitteilung.

Für die Durchführung der Auffrischimpfungen sind die Kantone zuständig; sie bereiten sich darauf vor, ab Mitte November damit beginnen zu können. Kantonsvertreterinnen und -vertreter hatten in den vergangenen Tagen immer wieder betont, dass sie für breite Drittimpfungen bereit seien.

Kriegt man nochmals die gleiche Impfung?

Voraussichtlich schon. Es wird ein homologes Impfschema empfohlen: Also mit demjenigen Impfstoff den Booster zu bekommen, mit dem die Grundimmunisierung gemacht wurde.

Wann folgt die Allgemeinbevölkerung?

Gesundheitsminister Alain Berset hatte am vergangenen Freitag gesagt, er halte Booster-Impfungen für eine beschränkte Personengruppe durchaus für sinnvoll. Eine generelle dritte Impfung komme derzeit jedoch nicht infrage. Es gebe aktuell noch «wenig Evidenz in Bezug auf den Nutzen einer Booster-Impfung für alle», erklärte gleichentags Patrick Mathys, Leiter der Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit im BAG.

Ins gleiche Horn bläst auch Christoph Berger: Es gebe keine Evidenz, dass der Impfschutz auch bei den Jüngeren abgenommen habe. Stand jetzt ist eine Booster-Impfung für Personen unter 65 Jahren also frühestens im Frühling zu erwarten.

Bin ich mit meinen zwei Impfdosen also noch gut geschützt?

Ja. In der Wissenschaft ist man sich derzeit mehr oder weniger einig, dass gesunde, jüngere Menschen auch sechs Monate nach der zweiten Dosis keine Booster-Impfung benötigen. Viele Experten gehen davon aus, dass bei dieser Gruppe im ersten Jahr nach der Immunisierung oder eventuell sogar noch länger keine Auffrischung nötig ist.

Wieso hat das bei uns so lange gedauert?

Die Schweiz kommt vergleichsweise spät mit ihrem Entscheid, Booster-Impfungen zu verabreichen. Bislang hiess es von offizieller Seite immer, dass es keine Belege gäbe, dass Auffrischungsimpfungen sinnvoll oder nötig seien. Länder wie Israel oder Grossbritannien haben derweil bereits vor Monaten begonnen, dritte Dosen zu verabreichen.

An der Pressekonferenz vom Dienstag lieferte man verschiedene Gründe, wieso die Schweiz erst jetzt dem Beispiel aus dem Ausland folgt. So seien nicht immer allen Behörden gleichzeitig die gleichen Daten zur Verfügung gestellt worden. Auch habe Swissmedic keinen politischen Druck. Zudem entwickle sich die Pandemie in Ländern verschieden und es gebe kulturelle Unterschiede, wie mit Krisen umgegangen werde.

Man könne global erhobene Studiendaten nicht generell auf unsere Verhältnisse übertragen. Die Swissmedic habe nun die Grundlage geschaffen, dass man möglichst flexibel und rollend reagieren könne, sagte Claus Bolte von Swissmedic.

Wird die Gültigkeit des Covid-Zertifikates mit der dritten Dosis verlängert?

Ja. Wer ein drittes Mal gegen Covid-19 geimpft wird, erhält eine Verlängerung seines gültigen Zertifikats um ein Jahr. Das Zertifikat sei jeweils nach der letzten Impfung zwölf Monate lang gültig, teilte ein BAG-Sprecher mit. Dies werde auch für die Auffrischungsimpfung gelten.

Am Dienstag hatte es zunächst widersprüchliche Angaben zur Auswirkung einer Booster-Impfung auf die Gültigkeit des Covid-Zertifikats gegeben. Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit beim BAG, erklärte am Nachmittag vor den Medien in Bern, dass sich die Gültigkeit nicht verlängere. Am Abend korrigierte der Präsident der Eidgenössischen Kommission für Impffragen (Ekif), Christoph Berger, die Aussage in der SRF-Sendung «10 vor 10».

Eine Auffrischungsimpfung sei jedoch nicht dazu da, um das Zertifikat zu verlängern, sagte Berger. «Wir wollen den Booster den Menschen geben, die nicht mehr maximal geschützt sind.»

(dfr/sda)

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