Schweiz
Coronavirus

Luzerner Gericht verurteilt lautesten Coronamassnahmen-Skeptiker Rimoldi

Luzerner Gericht verurteilt lautesten Corona-Massnahmen-Skeptiker Rimoldi

30.11.2022, 11:1530.11.2022, 14:44
Mehr «Schweiz»
Nicoals Rimoldi, Co-Praesident von Mass Voll von den Freunden der Verfassung, aeussert sich zum Covid 19 Gesetz, am Donnerstag, 15. April 2021, in Bern. (KEYSTONE/Peter Schneider)
Nicolas RimoldiBild: keystone

Das Bezirksgericht Luzern hat Nicolas Rimoldi unter anderem der Nötigung schuldig gesprochen. Es verurteilte den bekannten Kritiker der Coronamassnahmen wegen seiner Rolle bei drei unbewilligten Kundgebungen zu einer bedingten Geldstrafe.

Der Bezirksrichter bestätigte in seinem Urteil, das er am Mittwoch veröffentlichte, sämtliche Vorwürfe gegen den 27-jährigen Präsidenten der Gruppe «Mass-Voll!», wie sie in zwei Strafbefehlen aufgelistet waren. Die Strafbefehle hatte Rimoldi angefochten, womit es im November zum Prozess gekommen war.

Das Gericht spricht ihn nun schuldig der mehrfachen Nötigung, der mehrfachen Teilnahme an einer unbewilligten Demonstration, der Störung des Polizeidienstes, der Hinderung einer Amtshandlung, des Nichttragens einer Hygienemaske und des Missachtens von Anordnungen des Sicherheitspersonals.

Rimoldi wird dafür mit einer bedingten Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu je 120 Franken bestraft. Dazu kommt eine Busse von 400 Franken. Auch muss Rimoldi die gesamten Verfahrenskosten tragen von rund 4000 Franken. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Weiterzug angekündigtIn einer ersten Reaktion auf Twitter schrieb Rimoldi von einem «Schandurteil». Die Bewegung «Mass-Voll!» kündigte gleichenorts an, den Entscheid an die nächste Instanz weiterzuziehen.

Die meisten der Rimoldi vorgeworfenen Taten gehen auf das Coronajahr 2021 zurück. Er hat laut dem Gericht an unbewilligten Demonstrationen in der Stadt Luzern teilgenommen. Dabei führte er den Menschenzug auf die Strasse und brachte den Verkehr zum Erliegen, womit er sich der mehrfachen Nötigung schuldig machte.

Den Polizeidienst gestört hat Rimoldi in den Augen des Gerichts anlässlich eines Bundesratsbesuchs in Luzern vom Oktober 2021. Vor Gericht wurden Videoaufnahmen abgespielt, die den Beschuldigten bei einer Polizeikette zeigen. Rimoldi selber sagte aus, er sei zu nahe an den Polizisten herangetreten, das sei ihm bewusst. Er habe aber nicht die Polizeisperre durchbrechen wollen.

Sein Verteidiger hatte einen vollumfänglichen Freispruch gefordert. Die Demonstration, die er als nicht bewilligungspflichtige Spontankundgebung auslegte, habe er auf die Strasse geführt, weil zu wenig Platz auf dem Trottoir war. (aeg/cpf/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Skurrile Stockfotos: Weihnachten während der Pandemie
1 / 20
Skurrile Stockfotos: Weihnachten während der Pandemie
Auch die Christbaumkugeln müssen sich schützen.
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Kommt es zur grossen Ämtli-Rochade? Wir erklären es dir mit unseren Bundesrats-Figürchen
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
143 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
techiesg
30.11.2022 11:30registriert März 2018
tja. finde das urteil massvoll :-)
33610
Melden
Zum Kommentar
avatar
En Espresso bitte
30.11.2022 11:27registriert Januar 2019
Schön zu sehen, dass das Justizsystem funktioniert!
23312
Melden
Zum Kommentar
avatar
Waldorf
30.11.2022 11:28registriert Juli 2021
Gut!
18911
Melden
Zum Kommentar
143
Good News: «Eine der besten Wintersaisons für Gletscher aller Zeiten»
Auf den Schweizer Gletschern wurde in den letzten Monaten so viel Schnee gemessen wie noch nie. ETH-Forscher Matthias Huss sagt, was das für die Gletscherschmelze bedeutet.

Auf den Schweizer Gletschern liegt derzeit so viel Schnee wie schon lange nicht mehr. Auf manchen Eisfeldern wurden sogar rekordhohe Schneehöhen nachgewiesen. Auf der Plattform X hat Matthias Huss, Glaziologe an der ETH Zürich, die frohe Kunde verbreitet: «Eine der besten Wintersaisons aller Zeiten für die Schweizer Gletscher! 31 Prozent mehr Schnee als üblich», twitterte Huss am Donnerstag. Und fügte an: «Das sind gute Nachrichten für den kommenden Sommer.»

Zur Story