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Federal Councillor Guy Parmelin, centre, discusses with Federal President Simonetta Sommaruga, right, and Federal Councillor Alain Berset before the Federal Council's media conference in the Bundeshaus media centre, on Wednesday 8 April 2020 in Bern. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)..Bundesrat Guy Parmelin, Mitte, bespricht sich mit Bundespraesidentin Simonetta Sommaruga, rechts, und Bundesrat Alain Berset vor der Medienkonferenz des Bundesrates im Medienzentrum Bundeshaus, am Mittwoch, 8. April 2020 in Bern. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)

Das Vertrauen in den Bundesrat bleibt mit 63 Prozent hoch. Bild: KEYSTONE

Lockdown-Stimmung kippt: Schrecken vor Pandemie nimmt ab, Angst vor Krise zu

Eine neue Umfrage der SRG zur Coronakrise zeigt: Die Stimmung bei den Menschen kippt. Die Angst vor den wirtschaftlichen Konsequenzen wächst.



Die Stimmung in der Bevölkerung kippt offenbar nach sieben Wochen Corona-Notrechtsregierung durch den Bundesrat, wie eine Umfrage der SRG zeigt:

Bild

grafik: srf

Kaum Angst vor Corona-Erkrankung

Die Angst vor einer Covid-19-Erkrankung ist seit der ersten Befragung am 22. März markant zurückgegangen von 51 auf 34 Prozent. Die Angst vor finanziellen Einbussen hielt sich konstant bei 33 Prozent. Die Angst vor Einsamkeit und Isolation allerdings nahm von 26 auf 32 Prozent zu.

Lockerungen werden begrüsst

Die für den kommenden Montag (11. Mai) angekündigten Lockerungen begrüsst landesweit gesehen eine Mehrheit - allerdings mit unterschiedlichen Akzenten: Ältere Menschen (über 75 Jahre) befürworten diese am stärksten, junge Menschen weniger deutlich.

Nach Sprachregionen aufgeteilt, leben die eifrigsten Befürworter in der Deutschschweiz, weniger eindeutig im französischsprachigen Landesteil, und im Tessin findet gar eine deutliche Mehrheit (62 Prozent) die Lockerung «viel zu überhastet» oder «eher überhastet».

Sinkendes Vertrauen in Landesregierung

Die Akzeptanz der politischen Massnahmen des Bundesrates hat mit jeder Umfrage abgenommen. So beurteilten zuletzt 23 Prozent der Teilnehmer die Einschränkung der Bewegungsfreiheit als «viel zu weitgehend» oder «zu weitgehend» im Gegensatz zu 10 Prozent, die das genau umgekehrt einstuften, 67 Prozent gaben sich unentschieden.

29 Prozent fanden zudem zuletzt die Schliessung von Geschäften und Dienstleistungen als «viel zu weitgehend» oder «zu weitgehend», während dies nur 10 Prozent gegenteilig beurteilten, 61 Prozent zeigten sich unentschieden. Dennoch gaben 62 Prozent an, grosses oder sehr grosses Vertrauen in den Bundesrat zu haben.

Die Zahl der vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) gemeldeten Neuansteckungen mit dem Coronavirus sank denn auch in den vergangenen Tagen markant und verharrte unter 100, während die Zahlen Mitte April noch weit über 300 gelegen hatten. Allerdings sind die Zahlen nicht sehr aussagekräftig, da flächendeckende Test für die ganze Schweiz fehlen und die Dunkelziffer von Experten auf ein Mehrfaches geschätzt wird.

«Wer Angst hat, ist eher bereit, sich einzuschränken. Fällt das weg, treten andere Fragen in der Vordergrund.»

Michael Hermann, Demoskope

Die dritte SRG-Befragung wurde am Wochenende vom 3. Mai durch die Forschungsstelle Sotomo unter Leitung des Politgeografen Michael Hermann von der Universität Zürich durchgeführt. Die Datenerhebung im Auftrag der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) erfolgte sechs Wochen nach der ersten Befragung am Wochenende vom 22. März und vier Wochen nach der zweiten vom 5. April.

Für die aktuelle Ausgabe des SRG Monitors zur Corona-Pandemie wurden 32'485 Personen aus der gesamten Schweiz befragt. An der ersten Befragungswelle hatten 30'460 Personen teilgenommen, an der zweiten 29'891. (sda)

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