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Schweizer Grenzwächter haben schon 700 Testschwänzer erwischt

Beamte überprüfen nur sporadisch, ob die Covid-Verordnung eingehalten wird. Trotzdem stellen sie viele Verstösse fest.

Andreas Maurer / ch media



Schweizer Grenwaechter bei der Arbeit, am Mittwoch, 10. Februar 2021, am Zoll in Au. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Ein Schweizer Grenzwächter kontrolliert Einreisende. Bild: keystone

Seit Februar ist in der Schweiz die Covid-Verordnung zum internationalen Personenverkehr in Kraft. Sie schreibt vor, dass Personen, die aus Risikoländern in die Schweiz einreisen, einen negativen PCR-Test dabei haben müssen. Er darf nicht älter als 72 Stunden sein.

Wer mit Auto, Bus oder Zug in die Schweiz einreist, wird jedoch in den meisten Fällen nicht kontrolliert. Die Grenzen sind grundsätzlich geöffnet. Die Eidgenössische Zollverwaltung führt nur stichprobenartige Kontrollen durch.

Dabei erwischen die Grenzwächter allerdings viele Personen, die ohne PCR-Test aus einem Risikogebiet einreisen. Es handelt sich bisher um mehr als 700 Fälle, wie die Zollverwaltung auf Anfrage angibt. In jedem fünften Fall stellte sie eine Busse von 200 Franken aus. Sie ist für Strassen und Schienen sowie für die kleinen Flughäfen zuständig.

Im Flughafen Zürich kontrolliert die Kantonspolizei, die eine Flughafenpolizei betreibt. Diese hat bisher «ein gutes Dutzend» Bussen wegen fehlender Tests ausgestellt, wie die Zürcher Staatskanzlei mitteilt. Die Zahl ist klein, weil man ohne PCR-Test gar kein Flugzeug besteigen darf. Beim Fliegen gilt die Testpflicht unabhängig von der Risikoeinstufung des Abreiseorts. Die Airlines dürfen also eigentlich niemanden an Bord lassen, der nicht molekularbiologisch negativ getestet ist.

Italien-Reisende machen am meisten Probleme

Die Statistik der Zollverwaltung zeigt zudem, wo die meisten Testschwänzer erwischt werden: an der Grenze zu Italien, gefolgt von den Übergängen zu Frankreich, Deutschland und Österreich.

Das Frühlingswetter lässt die Reiselust über Ostern ansteigen. Die Zollverwaltung geht jedoch davon aus, dass die Situation an der Grenze über die Festtage trotzdem ruhiger als in den Jahren vor der Pandemie sein werde. Mit einem Ansturm von ausländischen Touristen sei nicht zu rechnen, obwohl die Hotels hierzulande geöffnet sind. Ein Sprecher der Zollverwaltung sagt: «Wir werden an den Grenzübergängen im Rahmen unserer üblichen risikobasierten Kontrollen präsent sein.» Er prognostiziert, dass viele Schweizer nicht ins Ausland reisen würden, da die Einschränkungen zu gross seien.

Am Grenzübergang von Gaggiolo im Südtessin (Archivbild vom März 2020).

Grenzübergang von Gaggiolo: Im Tessin werden die meisten Testschwänzer erwischt. Bild: sda

Deutsche Bundespolizei verschiebt das Personal

Ferien in Baden-Württemberg sind zum Beispiel kaum möglich. Wer in das deutsche Bundesland einreist, muss sofort für zehn Tage in Quarantäne. Im Februar hat die deutsche Bundespolizei die Fahndungen an der Grenze intensiviert und zusätzliches Personal nach Weil am Rhein geschickt, um Einreisende aus dem Risikoland Schweiz zu kontrollieren.

Mittlerweile haben sich die Prioritäten jedoch verschoben. Seit dieser Woche hat Deutschland ganz Frankreich zum Hochinzidenzgebiet erklärt. Die Schweiz hingegen gilt weiterhin nur als Risikoland. Deshalb hat die deutsche Bundespolizei nun einen Teil ihres Personals an die französische Grenze verschoben. Der Schweizer Verkehr ist in der Prioritätenliste nach hinten gerückt.

>>> Hier geht es zur Liste der Risikoländer

Die Schweiz stuft in Deutschland nur das Bundesland Thüringen als Risikogebiet ein. In Italien sind die meisten Regionen auf der Liste. Jene, die an die Schweiz grenzen, sind jedoch ausgenommen. Österreich und Frankreich sind etwa je zur Hälfte als Risiko eingestuft. Wer aus diesen Gebieten in die Schweiz reist, muss nicht nur einen negativen Test dabei haben, sondern auch in Quarantäne.

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