Schweiz
Crans-Montana

Crans-Montana: 15-Jährige erwacht nach Feuerkatastrophe aus dem Koma

15-Jährige erwacht nach Feuerkatastrophe in Crans-Montana aus dem Koma

Drei Wochen lang bangten Eltern, Freunde und Verwandte um das Leben einer 15-Jährigen. Dann gab es einen «überwältigenden Moment» im Spital.
23.01.2026, 14:3024.01.2026, 10:57
Leon Pollok / t-online
Ein Artikel von
t-online

Vor allem junge Menschen waren in der Silvesternacht in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana, als es zur Feuerkatastrophe kam. 40 Menschen starben, weit über 100 wurden verletzt. Die 15-jährige Elsa R. gehörte in jener Nacht zu den jüngsten Besuchern – und überlebte mit schwersten Verbrennungen. Drei Wochen lag sie in einer Spezialklinik im Koma. Jetzt gibt es einen Hoffnungsschimmer.

Die 15-jährige Elsa R.: Sie überlebte das Inferno von Crans-Montana mit schwersten Verletzungen.
Die 15-jährige Elsa R.: Sie überlebte das Inferno von Crans-Montana mit schweren Verletzungen.Bild: Screenshot/instagram

R. ist aus dem Koma erwacht und hat die Augen geöffnet, wie unter anderem die Zeitung «Corriere della Sera» berichtete. Der Vater der Jugendlichen sagte dem Bericht zufolge: «Elsa öffnete die Augen und erkannte uns. Für ihre Mutter und mich war das ein überwältigender Moment. Unvorstellbar.»

Crans-Montana: 15-Jährige steht vor dritter Operation

Ihm sei bewusst, dass dies «nur ein kleiner Meilenstein ist im Vergleich zu dem, was noch vor uns liegt». So sei etwa der Darm der 15-Jährigen schwer geschädigt und noch nicht funktionsfähig. «Der Kampf ist noch lang», betonte der Vater. Elsa steht demnach vor ihrer mittlerweile dritten Operation.

Elsa R. kommt aus der italienischen Stadt Biella in der Urlaubsregion Piemont und besuchte dort eine Sekundarschule. 60 Prozent ihrer Haut waren nach der Feuerkatastrophe verbrannt. Tausende Menschen hatten ihr Mitgefühl in sozialen Medien bekundet – und der 15-Jährigen und ihrer Familie Hoffnung zugesprochen.

Beim Inferno von Crans-Montana waren 40 überwiegend junge Menschen ums Leben gekommen, mehr als 100 wurden teils schwer verletzt. Funkensprühende Partyfontänen hatten nach ersten Ermittlungen Schaumstoff an der Decke in Brand gesetzt. Die Flammen breiteten sich rasend schnell aus.

Inferno in der Schweiz: Barbetreiberin weist Schuld von sich

Jessica Moretti, die die Bar «Le Constellation» gemeinsam mit ihrem Mann führte, soll die Schuld in einer mehrstündigen Vernehmung am Mittwoch zurückgewiesen haben. Sie habe stattdessen ihre Mitarbeiter beschuldigt, wie «Corriere della Sera» berichtete.

Laut Moretti sei es «eine Initiative der Jungs», also der Kellner, gewesen, die Kellnerinnen auf die Schulter zu nehmen, die anschliessend die Champagnerflaschen samt Wunderkerzen in die Bar brachten.

Weder sie noch ihr Mann Jacques hätten sie dazu angewiesen. Dass die Schaumstoffpaneele an der Decke der Bar leicht entflammbar gewesen seien, habe Jessica Moretti nicht gewusst.

epa12668384 Jessica Moretti (L), French owner of the bar in Crans-Montana, where the deadly fire happened on New Year's Day, leaves the Valais public prosecutor's office in Sion, Switzerland ...
Jessica Moretti, Betreiberin der Bar «Le Constellation», auf dem Weg zur Anhörung: Sie soll jede Schuld an der Katastrophe von Crans-Montana von sich gewiesen haben.Bild: keystone

Gegen die beiden Barbetreiber, Jacques und Jessica Moretti, laufen Ermittlungen, unter anderem wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung, fahrlässigen Körperverletzung und fahrlässigen Verursachung einer Feuersbrunst.

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quelle: keystone / jean-christophe bott
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23 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Villicht sött mer me Rede mitenand
23.01.2026 15:58registriert Juni 2025
"Sie habe stattdessen ihre Mitarbeiter beschuldigt, wie «Corriere della Sera» berichtete."

Mich nervt das gerade enorm,wie sie Frau Moreti und ihr Göttergatte sich gerade aus der Verantwortung ziehn.
Auch wenn ich einen grossteil der Verantwortung,den Behörden vorwerfe.Als Gastronomin und das in einer Bar,sollte es ihnen Bewusst gewesen sein,dass an Neujahr etwas hemmungsloser gefestet wird.Sie kannten die Räume,niedere Decke,kleine Räume viele Leute = kein Feuer! Ganz einfach.
Ich hab auch im Gastgewerbe gearbeitet,bei gabs nicht mal bei Happy Hour Kerzen auf den Tischchen u. d.vor 25j
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Mulumbi
23.01.2026 18:55registriert April 2024
Ich freue mich für sie und wünsche weiter gute Genesung. Auch freut es mich bisher noch von keinem Opfer gelesen zu haben, dass im Spital verstorben wäre. Das zeigt, dass sehr, sehr gute Arbeit geleistet wird.
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Psychohirngrütze
23.01.2026 17:59registriert Mai 2025
Ich wünsche der 15 jährigen, viel Kraft, für die nächsten Operationen und eine gute Heilung. Das Leben geht weiter für sie, wenigstens eine gute Nachricht!
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