Schweiz
Crans-Montana

Crans-Montana: Betreiberpaar der Bar schiebt Schuld an Brand auf Kellner

Betreiberpaar der «Constellation» schiebt Schuld an Brand auf Kellner

22.01.2026, 17:1123.01.2026, 13:12

In der Silvesternacht brannte in Crans-Montana die Bar «Le Constellation». Bei dem Brand im Walliser Dorf kamen 40 Personen ums Leben, 160 wurden teils schwer verletzt.

The owners of the bar in Crans-Montana, where the deadly fire happened on New Year's Day, Jacques and Jessica Moretti from France, center, arrive with their lawyers Yael Hayat and Patrick Michod, ...
Die Betreiber der Bar «Le Constellation», Jacques und Jessica Moretti.Bild: keystone

Zurzeit läuft die Aufarbeitung des Brandes. Dafür wird das Betreiberpaar der Bar, Jacques und Jessica Moretti, verhört. Jacques Moretti wurde bereits am Dienstag, dem 20. Januar, verhört.

In der Vernehmung wies der Barbetreiber laut der italienischen Zeitung Corriere della Sera jegliche Schuld an dem Brand von sich. Moretti soll gesagt haben, dass er seine Frau und sich selbst ebenfalls als Opfer dieser Katastrophe betrachte. Weiter sagte er:

«Ich bin nicht schuld, ich bin nicht verantwortlich. Ich habe alles Notwendige in Sachen Sicherheit getan.»
Jacques Moretti zur Schuldfrage des Brands in der «Constellation»

Gestern fand zudem Jessica Morettis Vernehmlassung statt. Laut «Corriere della Sera» sagte diese, dass die Kellner die Idee gehabt hätten, die Wunderkerzen auf die Champagnerflaschen zu stecken. Besagte Wunderkerzen entzündeten Schallabdichtungen, die zum fatalen Brand führten.

Bekannt ist, dass die Brandschutzmängel des Lokals von der Gemeinde und den zuständigen Walliser Behörden in den vergangenen sechs Jahren ignoriert wurden. Wieso Brandschutzvorkehrungen nicht kontrolliert wurden, kann von der zuständigen Behörde nicht abschliessend gesagt werden.

Ob dies stimmt, ist bis anhin nicht bekannt. Die Kellnerin, die die Flaschen in der Hand hielt, Cyane Panine, ist beim Brand ebenfalls ums Leben gekommen. Über die anderen Kellner ist öffentlich nur wenig bekannt.

Die Vernehmlassungen des Betreiberpaars werden noch weitergeführt, wie die Walliser Staatsanwaltschaft sagt. Wann dies sein wird, ist jedoch nicht bekannt. (nib)

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quelle: keystone / jean-christophe bott
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