Schweiz
Digital

Berset wehrte sich erfolgreich gegen Swisscom-Antenne in Belfaux FR

Berset setzt sich gegen Handy-Antenne ein – Swisscom streicht Projekt an seinem Wohnort

25.08.2022, 07:2525.08.2022, 15:15

Wer sich gegen den Bau einer neuen Mobilfunk-Antenne wehrt, hat normalerweise einen schweren Stand. Der Freiburger Gemeinde Belfaux ist dies im Jahr 2018 geglückt. Wie der «Blick» gestützt auf Unterlagen von 5G-Gegnerin Chantal Blanc berichtet, hatten die Bewohnerinnen und Bewohner dabei prominente Unterstützung: Bundesrat Alain Berset, der in Belfaux wohnt, setzte sich persönlich gegen den Bau einer Swisscom-Antenne ein.

Wie weiter berichtet wird, hätte die 4G-Antenne 180 Meter von Bersets Haus errichtet werden sollen. Damit war die Familie des Schweizer Gesundheitsministers nicht einverstanden. Sowohl Alain Berset als auch seine Frau, seine Mutter und ein weiterer Verwandter erhoben gemeinsam mit anderen Bewohnern Einspruch.

Bundesrat Alain Berset erscheint an einer Medienkonferenz zur Aenderung des Bundesgesetzes ueber die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV 21), am Montag, 27. Juni 2022, in Bern. (KEYSTONE/Peter ...
Alain Berset wollte keine Swisscom-Antenne in der Nähe seines Hauses. Aus Gründen.Bild: keystone

Dabei nahm Berset aber eine tragende Rolle ein. Der Bundesrat trug sich nicht nur gegen die Unterschriftenliste ein, sondern verfasste laut dem Bericht einen Brief an die Gemeinde, in welchem er sich gegen den Bau der Antenne aussprach.

Dabei soll Berset sechs Argumente aufgeführt haben. Darunter eines, das aufhorchen lässt: gesundheitliche Beeinträchtigung. «Elektromagnetische Wellen technologischer Herkunft, insbesondere jene, die von der Mobilfunktechnologie ausgehen, haben schädliche Auswirkungen auf Mensch und Tier», soll im Brief stehen.

Die Sorgen vor einer gesundheitlichen Beeinträchtigung sind auch ein häufiges Argument von 5G-Gegnern. Diese entschärft ausgerechnet das Bundesamt für Gesundheit BAG, dem Berset vorsteht. Auf einer Info-Seite ist zu lesen, die Strahlung könne zwar «bei sehr hohen Intensitäten Körpergewebe erwärmen», allerdings halte sich die Schweiz an international empfohlene Grenzwerte, welche vor Belastungen schützen.

Die Gesundheitsrisiken von Mobilfunkstrahlung sollen nach dem Willen des Parlaments besser gekl�rt werden. (Archivbild)
Gemäss dem BAG können Strahlungen schädlich sein, allerdings nur bei sehr hoher Intensität, welche in der Schweiz nicht existiere.Bild: sda

Warum also benutzte Berset gesundheitliche Bedenken als Argument in seinem Brief? Sein Sprecher Christian Favre erklärt gegenüber dem «Blick», dieser Punkt sei kein Hauptargument gewesen. Zudem habe Berset im Schreiben nur darauf hingewiesen, dass «die korrekte Einhaltung der Strahlennormen wesentlich» sei.

Dass die Gemeinde den Bau schliesslich verhindern konnte, liege aber nicht an der Beteiligung von Berset, so die Swisscom. Dass es ausgerechnet im Fall Belfaux zu einer – zugegebenermassen seltenen – Planänderung kam, sei schlicht ein Zufall. «Wir haben den Standort aufgrund einer negativen Stellungnahme des Amtes für Kulturgüter gewechselt», so Sprecherin Alicia Richon gegenüber dem «Blick».

Grund für die Planänderung soll also nicht Bundesrat Berset, sondern der Denkmalschutz gewesen sein.

(dab)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Die fünf ersten 5G-Smartphones im Überblick
1 / 15
Die fünf ersten 5G-Smartphones im Überblick
Sunrise verkauft das 847 Franken teure Mi Mix 3 5G von Xiaomi seit Anfang Mai. Das Slider-Display lässt sich rund einen Zentimeter nach unten schieben, um die Frontkamera freizulegen.
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Hier wird ein Swisscom-Sendeturm gesprengt
Video: srf
Zürich investiert 150 Mio. in Lademarkt für E-Autos – Konkurrenz warnt
Die Stadt Zürich ist mit ihrer Firma Energie 360 Grad die grösste Betreiberin von Ladestationen der Schweiz. Nun investiert sie 150 Millionen Franken. Konkurrenten warnen eindringlich.
Wer ein Elektroauto fährt, muss sich den Namen Joya merken. Unter diesem Namen hat die Firma Energie 360 Grad per Anfang Oktober die Angebote ihrer Töchter Gofast, Swisscharge und Move gebündelt. Mit über 25'000 Ladepunkten entstand die grösste E-Mobilitätsanbieterin der Schweiz.
Zur Story