Schweiz
Drogen

Mehr Polizei ≠ weniger Drogen: Wie der Neuenburger Polizeichef gegen Drogenhandel vorgeht

epa05187385 A member of the German Federal Criminal Police Office (BKA) holds up two plastic bags of Ecstasy pills, in Wiesbaden, Germany, 29 February 2016. Several pieces of evidence were seized and  ...
Neuenburg hat ein wachsendes Drogenproblem. Laut Polizeichef Pascal Lüthi sei die Sucht nach Drogen ein Problem der Volksgesundheit. Bild: EPA/DPA

Mehr Polizei ≠ weniger Drogen: Wie der Neuenburger Polizeichef gegen Drogenhandel vorgeht

16.06.2018, 05:2016.06.2018, 09:45

Eine Verstärkung der Polizeiarbeit kann den Drogenhandel auf der Strasse nicht beseitigen. Dies sagte der Leiter der Neuenburger Kantonspolizei, Pascal Lüthi, in einem Interview. Seiner Meinung nach sei die Sucht nach Drogen ein Problem der Volksgesundheit.

Die Polizei könne nur darauf reagieren, wie sich das Drogenangebot auf der Strasse entfalte, sagte Lüthi in der Zeitung «Le Temps» vom Samstag. Dies sei zwar eine essentielle Arbeit, aber sie führe keineswegs zu einer Bereinigung oder gar Ausrottung des Problems.

Falls die Situation, wie etwa in Lausanne, inakzeptabel werde, müssten die Sicherheitskräfte eingreifen. Denn wenn nichts unternommen werde, führten Gebietskämpfe und Clan-Rivalitäten immer dazu, dass sich Gewalt entwickle, warnte Lüthi.

Der Sicherheitsexperte führte in dem Interview aber weiter aus, dass Neuenburg vor fünf Jahren auch ein Drogenproblem wie die Waadtländer Hauptstadt Lausanne hatte. Damals hatte Lausanne die Polizeimassnahmen mit der Folge verstärkt, dass sich der Drogenhandel nach Yverdon-les-Bains und Neuenburg verlagert hatte. Dann habe er zu pragmatischen Massnahmen in seinem Einsatzgebiet gegriffen und den Drogenhandel wieder reduziert. Doch dieser sei nicht verschwunden, sondern habe sich nur wieder an einen anderen Ort verlagert.

Seit Freitag verstärkte nun Lausanne erneut seine Polizeipräsenz auf den Strassen. Dies sei eher eine Massnahme, um auf die wachsende Unzufriedenheit der Bevölkerung bei der Bekämpfung des Drogenhandels zu reagieren. Vollständig beseitigen lasse sich das Problem allerdings auf diese Weise nicht, führt Lüthi gegenüber «Le Temps» weiter aus. (sda)

Melanie Winiger und die 9 Kiffer-Typen

Video: watson/Knackeboul, Melanie Winiger, Knackeboul
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
So gut geht es den Schweizer Bergbahnen – eine Region und Höhenlage schwingt obenaus
Nach der starken Sommersaison zahlt sich auch der goldene Herbst für die Schweizer Bergbahnen aus. Die Ersteintritte legen deutlich zu. Insbesondere das Berner Oberland und Anlagen auf typischen Wandergebieten zwischen 1000 und 2000 Metern sind sehr gefragt.
Die Schweizer Bergbahnen blicken auf eine erfolgreiche Sommersaison. Von Mai bis Ende September stiegen die Ersteintritte schweizweit gegenüber dem Vorjahr um zehn Prozent. Gegenüber dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre beträgt das Plus 28 Prozent.
Zur Story