Patrick Fischer: Impfgegner und Urkundenfälscher
Ein Wahnsinn. Die Covid-Vorschriften für die Einreise zu den Spielen in Peking waren extrem streng. Bereits Wochen vor der Abreise wurden online persönliche Gesundheitsdaten eingefordert. Eine Einreise ohne Impfung und mit gefälschtem Zertifikat in ein Land mit einem autoritären System – eigentlich völlig undenkbar. Im Falle einer Entdeckung wären die Folgen unabsehbar gewesen.
Und nun gesteht Patrick Fischer offiziell den damaligen Sündenfall. Juristisch handelt es sich um eine Urkundenfälschung. Einerseits können wir uns so tief, wie wir es vermögen, vor seinem Mut zum Bekenntnis verneigen. Aber andererseits stellt sich eben auch die Frage, ob einer aus persönlichen Befindlichkeiten (die zu respektieren sind) die ganze Olympia-Expedition seines Teams in Frage stellen kann. Es ist offen, welche Folgen es gehabt hätte, wenn der Betrug vor Ort aufgeflogen wäre. Ein Ausschluss des Teams aus dem Turnier ist zumindest nicht vollständig auszuschliessen. Wir wollen nicht grübeln.
Die delikate Angelegenheit zeigt eines: Patrick Fischer ist eben eine aussergewöhnliche Persönlichkeit. Vielleicht ist ja nur einer, der so ins Risiko geht, auch dazu in der Lage, unsere Nationalmannschaft dreimal in den WM-Final zu führen.
Unser Head Coach Patrick Fischer ist im Jahr 2022 ohne Wissen der Swiss Ice Hockey Federation sowie von Swiss Olympic mit einem Zertifikat an die Olympischen Spiele gereist, das eine Covid-Impfung attestierte, obwohl diese nicht vorlag. Er wurde dafür im Jahr 2023 als Privatperson verurteilt und hat die daraus resultierenden Konsequenzen vollumfänglich getragen.
Patrick Fischer äussert sich wie folgt: «Ich möchte im Vorfeld der Heim-WM eine persönliche Angelegenheit ansprechen. Vor den Olympischen Winterspielen in Peking bin ich unter Verwendung eines nicht gültigen Covid-Impf-Zertifikats nach China eingereist. Die Swiss Ice Hockey Federation, Swiss Olympic sowie mein Umfeld hatten davon keine Kenntnis.
Bis auf diesen Vorfall habe ich mich immer ans geltende Recht gehalten und bin mir meiner Vorbildrolle bewusst. Es tut mir sehr leid, wenn ich mit dieser Situation Menschen enttäuscht habe. Ich befand mich in einer aussergewöhnlichen persönlichen Notlage, da ich mich nicht impfen lassen wollte. Gleichwohl wollte ich mein Team an den Olympischen Spielen auf keinen Fall im Stich lassen.
Ich erkenne, dass ich in dieser Angelegenheit einen schweren Fehler gemacht habe. Ich stehe dafür gerade und übernehme die volle Verantwortung. Die daraus resultierenden Konsequenzen habe ich getragen und die Busse beglichen.
Ich bedaure die entstandene Situation sowie mögliche Auswirkungen auf mein Umfeld, den Verband und die Öffentlichkeit zutiefst. Ich habe aus diesem Fehler gelernt und werde die entsprechenden Lehren für mein zukünftiges Verhalten ziehen.
Ich danke dem Verband für das Vertrauen, richte meinen Fokus nun auf die bevorstehende Heim-WM und freue mich darauf, gemeinsam mit dem Team und den Fans ein sportliches Eishockeyfest zu erleben.»
Urs Kessler, Präsident der Swiss Ice Hockey Federation, sagt: «Wir als Verband haben dies zur Kenntnis genommen und finden es anerkennenswert, dass Patrick Fischer diesen Schritt an die Öffentlichkeit geht und seinen Fehler klar einräumt. Dies zeigt persönliche Verantwortung und Grösse. Wir haben die Thematik eingehend mit Fischi besprochen. Er hat die entsprechenden Konsequenzen getragen. Für uns ist die Angelegenheit damit abgeschlossen. Wir freuen uns nun auf die bevorstehende Heim-WM mit Patrick Fischer und dem gesamten Team. Unser Fokus liegt voll und ganz auf dem sportlichen Erfolg.»
