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NL-Playoffs: HC Davos beseitigen ZSC Lions – auch Fribourg im Final

Davos bejubelt die Finalqualifikation beim fuenften Eishockey Playoff Halbfinalspiel der National League zwischen HC Davos (HCD) und ZSC Lions (ZSC), am Sonntag, 12. April 2026, in der zondacrypto-Are ...
Brendan Lemieux entschied die Halbfinalserie gegen den ZSC in der Verlängerung zu Gunsten von Davos.Bild: keystone

Rekordmeister gegen Titellose: HC Davos und Fribourg ziehen in den Playoff-Final ein

Der HC Davos schlägt die ZSC Lions in der Verlängerung und steht damit im Playoff-Final – dort trifft der Rekordmeister auf Fribourg. Auch Gottéron setzte sich in der Halbfinalserie 4:1 durch und will im 5. Final endlich den ersten Titel.
12.04.2026, 18:5012.04.2026, 23:30

Davos – Zürich 2:1 n. V.

Serie 4:1

Der Qualifikationssieger setzte sich gegen den Meister der letzten zwei Jahre überraschend deutlich mit 4:1 Siegen durch. Allerdings war jede Partie umkämpft, auch die fünfte vom Sonntagabend. Nach lediglich je einem Tor im Mitteldrittel erlöste Brendan Lemieux nach nur 65 Sekunden der Verlängerung die grosse Mehrheit der 6547 Fans in der ausverkauften Arena im Landwassertal. Der Kanadier stürzte mit seinem dritten Tor in diesen Playoffs den ZSC ins Verderben.

Für die Zürcher ist es die erste verlorene Playoffserie seit dem Halbfinal vor drei Jahren gegen Biel. Fehlenden Einsatz konnte man den Lions nicht vorwerfen. Sie versuchten viel, hatten ein leichtes optisches Übergewicht, aber die Davoser standen hinten meist sicher. Im ersten Drittel verhinderte noch das Torgehäuse die Eröffnung des Skores. Bereits in der 4. Minute traf Justin Sigrist den Pfosten, auf der anderen Seite waren es Tino Kessler in Unterzahl und Matej Stransky im Powerplay.

Der äusserst aktive Sigrist und der omnipäsente HCD-Captain Stransky waren es denn auch, die im mittleren Abschnitt die Torlampe doch noch aufleuchten liessen. Sigrist traf in der 23. Minute nach einem feinen Pässchen von Nicolas Baechler zum 0:1. Vier Minuten später blieb ein wuchtiger Schuss von Stransky knapp hinter der Torlinie – was nach dem Videostudium auch die Schiedsrichter konstatierten.

Justin Sigrist (ZSC) bejubel sein 0-1 beim fuenften Eishockey Playoff Halbfinalspiel der National League zwischen HC Davos (HCD) und ZSC Lions (ZSC), am Sonntag, 12. April 2026, in der zondacrypto-Are ...
Justin Sigrist brachte die Gäste noch in Führung.Bild: keystone

Vorwerfen lassen müssen sich die Zürcher aber mit Sicherheit das schwache Überzahlspiel. In zehn Minuten Powerplay schaute wenig Erbauliches heraus, in der 42. Minute hatte man bei einem Lattenschuss von Denis Holenstein auch etwas Pech. Das Fehlen von Sven Andrighetto und auch wieder Jesper Frödén wirkte sich hier deutlich mehr aus als bei Davos die Verletzung von Verteidiger Michael Fora. ZSC-Topskorer Denis Malgin fand auch in einer neuen Linie mit Vinzenz Rohrer und Willy Riedi nicht aus seiner Torflaute.

Das sagt ZSC-Captain Patrick Geering:

«Das Gefühl ist kein unbekanntes. Es ist einfache eine Leere da. Es wäre mehr drin gelegen, wenn wir kaltblütiger auftreten hätten können. Aber wir müssen Davos auch ein Kränzchen winden. Sie haben die ganze Saison schon sehr strukturiert gespielt und wurden dafür belohnt.

Wir hätten in den Special Teams das eine oder andere Tor erzwingen können, aber so sind die Playoffs: Manchmal macht der gegnerische Goalie den Handstand und das war jetzt hier der Fall.»
quelle: tv24

Davos - ZSC Lions 2:1 (0:0, 1:1, 0:0, 1:0) n.V.
6547 Zuschauer. SR Dipietro/Stolc (SVK), Urfer/Obwegeser.
Tore: 23. Sigrist (Baechler) 0:1. 27. Stransky (Asplund) 1:1. 62. Lemieux 2:1.
Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Davos, 3mal 2 Minuten gegen ZSC Lions.
PostFinance-Topskorer: Stransky; Malgin.
Davos: Aeschlimann; Frick, Dahlbeck; Andersson, Jung; Gross, Barandun; Guebey, Minder; Stransky, Ryfors, Lemieux; Aebli, Asplund, Zadina; Frehner, Waidacher, Kessler; Knak, Egli, Parrée.
ZSC Lions: Hrubec; Kukan, Lehtonen; Weber, Marti; Trutmann, Geering; Schwendeler; Rohrer, Malgin, Riedi; Sigrist, Lammikko, Baechler; Balcers, Grant, Denis Hollenstein; Baltisberger, Sundström, Gruber; Schreiber.
Bemerkungen: Davos ohne Corvi, Fora, Gredig, Luca Hollenstein, Nussbaumer (alle verletzt), Claesson, Tambellini und Taponen (alle überzählige Ausländer), ZSC Lions ohne Andrighetto, Bader und Frödén (alle verletzt).

Fribourg – Genf 6:2

Serie 4:1

Fribourg-Gottéron schafft es zum fünften Mal in den Playoff-Final. Mit 6:2 ergattern die Freiburger im fünften Spiel der Halbfinalserie gegen Genève-Servette zuhause den entscheidenden vierten Sieg.

Die Gastgeber verdienten sich diesen Erfolg am Sonntag durch eine klare Leistungssteigerung. Fribourgs Trainer Roger Rönnberg konnte dabei wieder auf seinen genesenen Captain Julien Sprunger sowie den schwedischen Verteidiger Patrik Nemeth zählen, der seine lange Sperre verbüsst hat.

Zweimal ging Gottéron in Führung, zweimal glich Servette aus. Auf das 3:2 durch Jeremi Gerber kurz nach Spielhälfte hatten die Genfer jedoch keine Antwort mehr parat. Die Vorentscheidung fiel knapp acht Minuten vor Schluss innerhalb weniger Sekunden: Zuerst scheiterte Genfs Jimmy Vesey am Pfosten, im Gegenzug erhöhte Lucas Wallmark mit seinem zweiten Tor des Abends auf 4:2. Damit versetzte er die Mehrheit der 9372 Zuschauer in der ausverkauften Arena endgültig in Feierlaune. Die Tore 5 und 6 erzielten Christoph Bertschy respektive Marcus Sörensen ins leere Genfer Tor.

Ville Peltonen setzte in seinem letzten Spiel als Servette-Coach alles auf eine Karte. Bevor ab der nächsten Saison Schwedens Nationaltrainer Sam Hallam in Genf übernimmt, schenkte Peltonen im Tor anstelle von Nationalgoalie Stéphane Charlin erstmals seit Ende Januar Robert Mayer von Anfang an das Vertrauen. Genfs Meistergoalie von 2023 liess in der 8. Minute prompt den ersten (und dazu haltbaren) Schuss auf sein Gehäuse passieren. Diesen Patzer korrigierten seine Vorderleute zwar noch, am Ende blieb der erhoffte Impuls durch den Torhüterwechsel jedoch aus.

The goaltender Robert Mayer (GSHC) #29 and his teammates look disappointed after losing against Fribourg-Gotteron, during the fifth leg of the National League semifinal playoff game of the Swiss Champ ...
Der Goaliewechsel von Stéphane Charlin zu Robert Mayer zahlte sich nicht aus.Bild: keystone

Das sagt Servette-Sportchef Marc Gautschi:

«Wir haben es nicht verdient in den Final zu kommen, weil wir jedes Spiel nur 20 bis 30 Minuten gespielt haben. Wir haben viel zu viele Eigenfehler gemacht.»
quelle: TV24

Fribourg wird ab nächstem Samstag zum fünften Mal in seiner Klubgeschichte und zum ersten Mal seit 13 Jahren den Playoff-Final bestreiten. 1992, 1993 und 1994 verlor Gottéron zu den Zeiten von Slawa Bykow und Andrej Chomutow drei Finalserien hintereinander gegen Bern (2:3 Siege) und zweimal Kloten (zweimal 1:3). 2013 zogen die Freiburger als Qualifikationssieger erneut gegen den SCB mit 2:4 den Kürzeren.

Das sagt Fribourgs Maximilian Streule:

«Es war nicht einfach. Gegen Rappi hatten wir Probleme, aber jetzt gegen Genf haben wir herausgefunden, was es genau braucht. Jetzt erholen wir uns die nächsten Tage und dann gehen wir auf Angriff.»
quelle: tv24

Fribourg-Gottéron - Genève-Servette 6:2 (1:1, 2:1, 3:0)
9372 Zuschauer. SR Wiegand/Lemelin (USA), Francey/Stalder.
Tore: 8. Wallmark (Marchon) 1:0. 18. Pouliot (Le Coultre, Karrer) 1:1. 25. Streule 2:1. 28. Granlund (Vesey, Manninen/Powerplaytor) 2:2. 32. Gerber (Walser, Rathgeb) 3:2. 53. Wallmark 4:2. 56. Bertschy 5:2 (ins leere Tor). 60. (59:37) Sörensen 6:2 (ins leere Tor).
Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Fribourg-Gottéron, 3mal 2 Minuten gegen Genève-Servette.
PostFinance-Topskorer: Borgström; Granlund.
Fribourg-Gottéron: Berra; Rathgeb, Kapla; Seiler, Streule; Jecker, Nemeth; Johnson; Bertschy, Borgström, Biasca; Sörensen, Wallmark, Marchon; Gerber, De la Rose, Reber; Sprunger, Walser, Dorthe; Nicolet.
Genève-Servette: Mayer; Rutta, Berni; Saarijärvi, Chanton; Karrer, Le Coultre; Sutter; Puljujärvi, Manninen, Granlund; Bozon, Jooris, Vesey; Ignatavicius, Pouliot, Hischier; Praplan, Verboon, Noah Rod; Miranda.
Bemerkungen: Fribourg-Gottéron ohne Schmid, Glauser, Sprunger (alle verletzt), Arola, Ljunggren, Rau und Rattie (alle überzählige Ausländer). Genève-Servette ohne Richard (verletzt) und Brassard (überzähliger Ausländer). Genève-Servette von 55:15 bis 55:47 und 56:08 bis 59:37 ohne Torhüter. (nih/sda)

  • Stürmer
  • Verteidiger
  • Torhüter
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  • 7

    Ein Führungsspieler, der eine Partie entscheiden kann und sein Team auf und neben dem Eis besser macht.

  • 6-7

    Ein Spieler mit so viel Talent, dass er an einem guten Abend eine Partie entscheiden kann und ein Leader ist.

  • 5-6

    Ein guter NL-Spieler: Oft talentierte Schillerfalter, manchmal auch seriöse Arbeiter, die viel aus ihrem Talent machen.

  • 4-5

    Ein Spieler für den 3. oder 4. Block, ein altgedienter Haudegen oder ein Frischling.

  • 3-4

    Die Zukunft noch vor sich oder die Zukunft bereits hinter sich.

  • Die Bewertung ist der Hockey-Notenschlüssel aus Nordamerika, der von 1 (Minimum) bis 7 (Maximum) geht. Es gibt keine Noten unter 3, denn wer in der höchsten Liga spielt, ist doch zumindest knapp genügend.

Punkte

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HC Davos: 31 Titel, 6 seit 1986; zuletzt Meister: 2015.
quelle: keystone / ennio leanza
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Die beliebtesten Kommentare
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kendo
12.04.2026 22:36registriert November 2018
... und nun... es ist mir völlig egal was all die Experten und all die "Gotteron wird nie Meister" Propheten zu wissen meinen.. yess Finale :-) stets mit 4 Linien durchgespielt und trotz gewichtigen Ausfällen immer gekämpft und stets eine Lösung gefunden. Die werden sich im Finale so richtig reinbeissen!
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JtotheP
12.04.2026 22:25registriert Februar 2018
Genf ganz klar besser.... oh wait Fribourg 4! : 1 Genf.... :D Allez Mysport Experten.
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Grey.Wolf
12.04.2026 22:42registriert April 2022
Lemieux wie geil ist das denn? Vorallem als Antwort auf das Marti Blick Interview hahaha :D
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