Schweiz
Energie

Zürcher Gemeinden wollten Bau von Windrädern mit Regel einschränken

2 Gemeinden wollten Bau von Windrädern mit Regel einschränken – Gericht pfeift sie zurück

09.04.2026, 13:4909.04.2026, 14:19

Das Zürcher Baurekursgericht hat Bestimmungen der Zürcher Oberländer Gemeinden Hinwil und Hittnau für ungültig erklärt. Diese wollten den Bau von Windrädern durch strenge Abstandsregeln in ihrer Bauordnung einschränken.

Die Gemeinden Hinwil und Hittnau dürfen den Bau von Windkraftanlagen nicht durch pauschale Abstandsregeln in ihrer Bau- und Zonenordnung (BZO) verhindern. Dies hat das Baurekursgericht in zwei am Donnerstag veröffentlichten Urteilen festgehalten.

Mindestens 800 Meter Abstand zu bewohnten Gebieten

In Hinwil hatten die Stimmberechtigten einen Mindestabstand von einem Kilometer zu bewohnten Liegenschaften sowie eine maximale Höhe der Anlagen von 120 Metern beschlossen.

In Hittnau wurde ein Mindestabstand von 800 Metern verlangt. Die kantonale Baudirektion genehmigte diese Änderungen mit Verweis auf übergeordnetes Recht jedoch nicht. Das Baurekursgericht stützt nun diesen Entscheid der Baudirektion.

Kantonale Planung hat Vorrang

Die Richter begründen die Entscheide damit, dass die Planung von Windenergiegebieten primär Sache des Kantons ist. Der Kanton Zürich legt im Richtplan fest, welche Gebiete sich für die Windnutzung eignen. Gemeinden dürften diese kantonalen Vorgaben nicht durch eigene, strengere Regeln faktisch aushebeln.

Zudem fehle den Gemeinden die Kompetenz, Bauvorschriften für Gebiete ausserhalb der Bauzonen zu erlassen. Da Windräder regelmässig im Wald oder in Landwirtschaftszonen stehen, greifen kommunale Abstandsregeln unzulässig in diese übergeordneten Zonen ein.

Solche pauschalen Verbote würden zudem «eine umfassende Interessenabwägung im Einzelfall verunmöglichen».

Ein Urteil mit Signalwirkung

Die Urteile haben Signalwirkung für den ganzen Kanton Zürich. Auch andere Gemeinden versuchen derzeit, den Bau von Windrädern durch Abstandsregeln in ihren Bauordnungen zu bremsen. Die Entscheide machen jedoch deutlich, dass der kantonale Richtplan eine hohe Hürde für kommunalen Widerstand darstellt.

Die Urteile des Baurekursgerichts sind noch nicht rechtskräftig. Sie können vor Verwaltungsgericht weitergezogen werden. Die Gemeinde Hittnau teilte bereits vor einigen Wochen mit, auf einen Weiterzug verzichten zu wollen. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Dieses Containerdorf im Aargau zeigt dir, wie wir künftig mit der Energie umgehen könnten
1 / 7
Dieses Containerdorf im Aargau zeigt dir, wie wir künftig mit der Energie umgehen könnten
Eine neue Besucherausstellung im Paul Scherrer Institut macht die komplexen Herausforderungen einer Energieversorgung mit neuen, erneuerbaren Energien und ihre Lösungsansätze erlebbar.
quelle: paul scherrer institut / mahir dzambegovic
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Schweizer Start-Up revolutioniert Windkraft
Video: srf
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
34 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Schso
09.04.2026 15:04registriert April 2017
Gestern an einem der Kampagnenschilder vorbeigefahren. Sinngemäss: Nein zu Windrädern, JA zu guter Aussicht.

Das stand 500m vor einer Überland-Starkstromleitung.

Genau mein Humor.
709
Melden
Zum Kommentar
avatar
Kukei
09.04.2026 14:55registriert Dezember 2019
Das erinnert mich an die Bitte;
Verschone mein Haus uns Hof vor Feuer,
zünde besser andere an.

Mit solchem Verhinderungsverhalten werden wir noch raschen in einen Energie Engpass hinein "reiten".
487
Melden
Zum Kommentar
avatar
Ichsagstrotzdem
09.04.2026 15:33registriert Juni 2016
Bei einer Strommangellage bin ich dafür, als erstes den Schalter bei Hinwil und Hittnau auf OFF zu stellen.
358
Melden
Zum Kommentar
34
«Kassensturz» testet Babymilchpulver – mit erfreulichen Ergebnissen
Ob als Alternative zum Stillen oder als Ergänzung zur Muttermilch, Babymilchpulver begleitet viele Kinder in den ersten Monaten ihres noch jungen Lebens. Es ist eine Phase, in der die Säuglinge besonders anfällig für Krankheiten sind. Umso besorgniserregender waren die Meldungen über den weltweiten Rückruf verschiedener Babymilchpulver seit dem letzten Dezember.
Zur Story