Schweiz
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Wenn sich Väter um ihr Neugeborenes kümmern, prägt das die Beziehung – zum Kind und zur Partnerin. bild: shutterstock

Frischgebackener Papi nimmt zwei Monate Urlaub – und erlebt sein blau-rosarotes Wunder

Bei der Geburt starten Mütter mit einem Vorsprung. Ein Urlaub soll das korrigieren, denkt sich ein werdender Vater – und nimmt sich zwei Monate frei.

Benjamin Rosch / ch media



Was ist ein moderner Vater? So genau wusste ich es vor der Geburt meiner Tochter nicht, und wahrscheinlich weiss ich es auch heute noch nicht. Viele meiner Vorstellungen rund um dieses ungeborene Geschöpf waren diffus. Manchmal sah ich mich vor dem geistigen Auge den Kinderwagen durch den Basler Zoo schieben.

Ich stellte mir vor, wie ich mein Kind ins Bett bringe, wie ich ihm Geschichten vorlese, es anziehe, wie wir spielen. Dabei war ich stets ruhig und sicher, meiner Tochter tief verbunden. Ich nahm mir vor, da zu sein, wenn sie das erste Mal lächelt. Zeit, dachte ich, sei der nötige Luxus, um die Beziehung zu ihr von Beginn weg zu festigen. Früh fasste ich den Entschluss, zwei Monate unbezahlten Vaterschaftsurlaub zu nehmen.

Kein Druck?

Schon während der Schwangerschaft wollte ich ein gleichgestellter Teil unserer werdenden Familie sein. Das war nicht einfach. Früher war da meine Frau, wissenschaftliche Mitarbeiterin, ausgehfreudig, Migränepatientin, manchmal schlecht drauf. Dann war sie: schwanger.

Plötzlich stand alles in Beziehung zu diesem Umstand, alles war damit erklärbar. Ich sah, wie sie auf Käse, Wein und Sport verzichten musste, und wie ihr alle – mich eingeschlossen – dabei auf die Finger schauten. Sie hatte Erwartungen zu erfüllen, und das möglichst gerne. Ich hingegen war frei von Druck und stand damit seltsam neben dieser Entwicklung.

Irgendwann, dachte ich, müsste sich die Last der Verantwortung auch auf meine Schultern legen. Doch nichts geschah. Freunde prosteten mir zu, während meine Frau ein stilles Wasser trank.

Männer sind dabei bestenfalls die Gepäckträger.

Eltern werden ist Frauensache. Im biologischsten Moment des Menschen haben die zivilisatorischen Errungenschaften wenig verloren. Selbst moderne Menschen finden sich auf einmal in sehr archaischen Rollenvorstellungen wieder.

Die Frauen werden in Kursen auf das Gebären vorbereitet. Den Männern wird geraten, ihre letzten freien Tage zu geniessen. Nimm einmal einen Ratgeber zum Vaterwerden in die Hand – wenn du denn einen findest. Sie sind lächerlich unbeholfen: Der Weg vom Mann zum Vater führt über seine schrittweise Entwöhnung von bierseligen Fussballabenden, so die Botschaft. Frauen gehen auf eine zuweilen fast mystisch verklärte Reise zur Mutterschaft; Männer sind dabei bestenfalls die Gepäckträger.

Alles easy ...

Zu Hause sprachen wir oft über unsere Ungleichheit. Wir wechselten zu einer Gynäkologin, die auch meine Fragen ernst nahm. Wir besuchten einen esoterischen Geburtsvorbereitungskurs, denn da durfte ich immer mit – längst nicht Standard. Jeder kleine Schritt, auf dem ich meine Frau begleitete, wurde beklatscht.

Ich will nicht lügen: Ich sonnte mich im Lob, zwei Monate auf Arbeit zu verzichten, während meine Frau auf aufgequollenen Füssen und mit Rückenschmerzen daneben stand und immer wieder betonte: Ja, sie sei sehr dankbar dafür.

Das liegt wohl daran, dass nur sehr wenige Männer von sich aus einen längeren Vaterschaftsurlaub anstreben, wie unlängst die «NZZ» vorrechnete. Was das Blatt geflissentlich ignorierte: Längst nicht alle Familien können es sich leisten, gerade mit Aussicht auf höhere Ausgaben, auf einen oder sogar mehrere Monatslöhne zu verzichten.

Kommt hinzu, dass manche Väter in ihren Betrieben auf wenig Verständnis für eine längere Auszeit stossen. Längst nicht alle KMU können es sich leisten, einen oder sogar mehrere Monate auf einen Mitarbeiter zu verzichten.

Das führt dazu, dass sich die Länder rundum und die internationalen Firmen in der Schweiz gegenseitig punkto Familienfreundlichkeit überbieten, das Bundesrecht aber noch immer keinen gesetzlichen Anspruch auf einen Vaterschaftsurlaub kennt.

Plötzlich Panik

Spätestens mit der Geburt, hoffte ich, würde das Ungleichgewicht beseitigt. Doch auch das stimmt nicht ganz: Als Bohne geboren war, blieb meine Frau im Spital, ich schlief zu Hause. So bekam ich in den ersten Nächten nicht direkt mit, wenn das Stillen nicht klappte, wenn Bohne unruhig war und meiner Frau die Brustwarzen wund sog.

Zum Vater wurde ich in der ersten Nacht zu Hause. Ich hatte grosse Angst, dass es Bohne zu warm war. Bange mass ich die Raumtemperatur, fühlte wieder und wieder ihren Nacken und tastete nach Schweiss. Mein Kind war nicht mehr im Bauch und auch nicht mehr rundum versorgt vom Spitalpersonal. Es half nichts, mich hilfesuchend an meine Frau zu wenden: Sie wusste nicht mehr als ich. Dieses kleine Leben lag plötzlich auch in meinen Händen. Endlich. Was für eine glückselige Panik.

Eltern wissen gar nichts.

Ab jetzt bestimmte Bohne den Rhythmus, und das zehrte an den Nerven. Dabei ging ich ausgeschlafen in meine erste Woche als Vater, war nicht ermattet von einer Geburt, geschweige mehrmonatigen Strapazen davor. Schnell verlor ich meine Vorstellung von einem angeborenen Mutterinstinkt, der in dieser Phase der Unsicherheit das Handeln leiten soll.

Das Gegenteil ist der Fall: Eltern wissen gar nichts. Elternschaft führt nur über das Lernen, beim Mann wie bei der Frau. Ich hatte viel aufzuholen, denn meine Elternschaft begann erst jetzt und meine Frau liess das zu, glücklicherweise.

Der grosse Stress wegen des Stillens

Wir teilten uns die Arbeit in Input und Output: Sie stillte, ich wickelte. So hatten beide ausreichend Schlaf. Es fiel mir nicht schwer, aufzustehen, um Bohne frische Windeln anzuziehen. Ein schreiendes Kind lässt sich geduldiger besänftigen, ein vollgeschissener Wickeltisch um vier Uhr nachts einfacher putzen ohne den Druck, am nächsten Tag eine Zeitungsseite zu füllen.

Wir hatten Glück: Bohne ist bis heute ein zufriedenes Kind, das kaum schreit, und die Nächte sind ruhig. Mühsam hingegen war das Stillen. Milchstau, Brustentzündung, Abszess: Statt in den Zolli fuhren wir zeitweise fast täglich zu Untersuchungen.

Im Unterschied zu Schwangerschaftsbeschwerden bekam ich das nun viel direkter mit: Wir fühlten uns gemeinsam ohnmächtig, weil auch ich im Wartezimmer sitzen konnte, weil die Ärzte, Hebammen und Stillberaterinnen auch mit mir sprachen und bald Salben, bald Globuli vorschlugen.

Ich spürte den Druck, der auf Stillenden lastet. Das Umfeld, die Hebamme, ja die WHO stimmen unisono in das Mantra ein; Stillen ist das Beste für das Kind. Und welche Eltern würden nicht mindestens das Beste wollen? Von den damit verbundenen Mühseligkeiten hatte ich keine Ahnung. Die Bewunderung für meine Frau, nach der Geburt für kaum steigerbar gehalten, stieg ins Unermessliche.

Fragile Balance

Inzwischen sind die ersten Wochen verstrichen. Ich glaube nicht, dass ich eine tiefere Bindung zu meiner Tochter habe als andere Väter. Vielleicht bin ich ein bisschen sicherer, was den Umgang mit Bohne angeht. Aber der eigentliche Punkt ist ein anderer: Mein Vaterschaftsurlaub hat geholfen, die Last besser zu verteilen.

Heute fühle ich mich nicht gleichberechtigt, sondern gleichverpflichtet.

Das erste Lachen zu erleben, war wunderschön. Aber es wäre genau gleich schön gewesen, hätte ich es erst nach dem Feierabend gesehen. Der Vaterschaftsurlaub hat nicht die guten Momente besser gemacht, sondern half, die schwierigeren zu meistern. Ich spüre, dass ich den Rückstand als Elternteil ziemlich gut aufholen konnte.

Meine Frau und ich machen uns keine Illusionen: Es ist eine fragile Balance, die es zu halten gilt. Nun arbeite ich wieder, meine Frau noch nicht. Wenn Bohne nachts schreit, liegt die Frage an meine Frau «Könntest du nicht…?» viel näher als in den ersten beiden Monaten.

Es ist anstrengend, nach einem langen Tag im Büro die Leichtigkeit aufzubringen, mit einem Kind zu spielen. Schnell geht dabei vergessen, dass vielleicht auch meine Frau einen harten Tag hatte. Und bald wird das Gefüge von Neuem auf den Kopf gestellt, wenn meine Frau wieder arbeitet.

So ganz erschüttern wird unsere Gleichberechtigung indes nichts so schnell. Zu solide ist das Fundament, das wir in den ersten beiden Monaten als Eltern gelegt haben.

(bzbasel.ch)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Hochen 23.06.2019 14:03
    Highlight Highlight Hab mich such wiedergefunden im Text!
  • Don Alejandro 23.06.2019 11:51
    Highlight Highlight Während der Schwangerschaft und der Stillzeit bleibt der Papi defakto Zuschauer. Hilfe ihm Haushalt und Bonding-Time erleichtern der Mutter die strenge Zeit.
  • Füürtüfäli 23.06.2019 08:48
    Highlight Highlight "Mühsam hingegen war das Stillen. Milchstau, Brustentzündung, Abszess" Autsch😖...war bei meiner Chrümel ein Problem (konnte nicht saugen). Ich war genervt was sich auf sie übertrug und so hatte ich dann abgestillt mit grossem Protest jeglicher Hebammen. Ist ja nicht so prickelnd über längere Zeit zu versuchen, einem Kind die Brust zu geben die entzündet sind🙄 so konnte Papi nebst dem Wickeln auch noch schöpälä😊 nichts desto trotz, eine schöner Text indem sich einige wieder finden werden.

    Alles Gute für die Zukunft mit der Bohne.
  • Parcival 23.06.2019 08:40
    Highlight Highlight Ich habe das zweimal auch ungefähr so erlebt. Am meisten hilfreich fand ich meine militärische Ausbildung: unter Stress und Schlafentzug Entscheide fällen bei unklaren Problemen, damit es anderen möglichst gut geht. Das steht tatsächlich in keinem Ratgeber für Väter.
  • sikki_nix 23.06.2019 00:39
    Highlight Highlight Schöner Artikel, ich erkannte viele Situationen sehr gut wieder. Leider war es mir nicht vergönnt, einen Vaterschaftsurlaub zu beziehen. Glücklicherweise werde ich mein Pensum nach dem Mutterschaftsurlaub auf 50% reduzieren können und so sicherlich viel Verpasstes nachholen. Ich freue mich sehr darauf!
  • Score 22.06.2019 22:20
    Highlight Highlight 2/2 wirklich was machen, was das Baby zufrieden stellte. Erst nach ein paar Wochen fing sich das zu ändern an.
    Und, jetzt kommts, und das gilt allen aber vor allem auch dem Autor. Solltet ihr das Glück haben, ein zweites mal Eltern zu werden, dann ist jeder Tag, den man zu Hause sein kann, ein Geschenk und grosse Hilfe! Denn dann kann man die Partnerin super unterstützen, in dem man ihr die Fürsorge für das zweite Kind abnimmt. Ich bin aus meiner eigenen Erfahrung auch der Meinung, dass man beim Vaterschaftsurlaub genau deshalb unterscheiden soll, ob es Kind eins oder zwei ist.
  • Score 22.06.2019 22:16
    Highlight Highlight 1/2 Vielen Dank für diesen Bericht. Sowas ähnliches brannte mir schon lange unter den Nägeln aber ich dachte die Blitze spar ich mir 🤗
    Ich habe zwei Kinder und meine Erfahrung war genau diese. Ich hatte zwei Wochen frei genommen. Die erste Woche konnte ich gut helfen, umziehen vom Spital nach hause, Besuch organisieren oder auch mal abwimmeln 😊 aber danach kam für mich die grosse Leere. Es ging soweit das ich bei der Arbeit sass und dachte „Jetzt hab ich Kind, schön und jetzt?“ ich wusste wenn ich nach hause komme freut sich das Baby nicht. Und meistens ausser Wickeln konnte ich nicht
    • Score 22.06.2019 22:56
      Highlight Highlight Also natürlich konnte ich auch helfen indem ich um 5 Uhr spazieren ging und meine Frau schlief, und im Haushalt, aber das konnte ich auch als ich wieder gearbeitet habe. Oder am Abend Stunden lang mit meiner Tochter im Zimmer auf und ab gehen als sie Probleme mit dem Bauch hatte. Da wurde die Bindung dann immer grösser und als ich sie endlich schöppelen konnte war das echt cool! Endlich konnte ich bei allen Bedürfnissen helfen :-)
  • j_foo 22.06.2019 22:02
    Highlight Highlight 🙌🏼 Cooler Text!
    Meine Erfahrung als Vater nach 2 Geburten:
    - Geburt ist überhaupt nichts romantisches! Man kann froh sein, wenn es vorbei ist und es alle einigermassen heil überstanden haben. Daher kannst du all die Vorbereitungskurse eh knicken. Jeder, der was anderes erzählt, lügt!
    - Familienzimmer sind top! Man(n) ist von Anfang an voll dabei!
    - Vergesst Geburtshäuser oder Hausgeburten 🤦‍♀️
    - Kurse sollte es eher für das geben, was nach der Geburt kommt. Denn da „schwimmt“ man und zwar richtig! 😉
    • maude 22.06.2019 23:53
      Highlight Highlight Vergesst Geburtshäuser oder Hausgeburten 🤦‍♀️

      das ist doch extremst subjektiv. Ich als eine, die mehrfach selber geboren hat würd da glatt das Gegenteil sagen. Vergesst das Krankenhaus.
      Und Geburten können durchaus auch wunderschön und stimmig sein-und ich seh keinen Grund zu lügen. Jeder hat da seine eigenen Erfahrungen, ist total individuell.
    • Qwertzuiopü 23.06.2019 00:45
      Highlight Highlight Hey wir waren im Geburtshaus und es war super! Aber eigentlich ist es egal ob Spital oder Geburtshaus, schlussendlich soll jede Frau da gebären wo sie sich sicher und wohl fühlt ... solange es ein Familienzimmer gibt 😉
  • Andrea Gerber 22.06.2019 21:15
    Highlight Highlight Unglaublich schöner Text! Und so dankbar für all unsere Anstrengungen. Bin gerade selbst frisch gebackenes Mami und mega froh um all die Unterstützung, das Wickeln, Schöppelen, Rumtragen, Beruhigen etc von meinem Mann...:-)
  • Bentsch 22.06.2019 21:11
    Highlight Highlight Wow, vielen Dank für diesen Artikel. Kann dem sehr gut beipflichten. Leider hatte ich, nach langem Kampf mit dem Chef, nur 9 Tage frei nach der Geburt.
  • loquito 22.06.2019 20:58
    Highlight Highlight Ähnliche Erfahrungen gemacht. Als Papa um 10 Uhr raus aus dem Spital. Morgen kann ich ja früh wiederkommen. Um 4:50 wollte man mich jedoch noch nicht reinlassen. Als ich im Schnee und bei - 5Grad jedoch einfach vor der Spitaltür stehenblieb liess man mich zu meinem Sohn... Warum Väter nicht im Spital bleiben dürfen Chegg ich echt nicht, im Besucherraum hätte mir gereicht. Geschlafen hab ich ehh nix...
    • IchSageNichts 25.06.2019 08:21
      Highlight Highlight Falsches Spital?
  • forevernewbie 22.06.2019 20:22
    Highlight Highlight erfrischend ehrlich..
  • häxxebäse 22.06.2019 19:24
    Highlight Highlight ❤❤❤
  • Wat Sohn 22.06.2019 19:03
    Highlight Highlight Die Bindung zu seinem Kind hängt nicht davon ab, ob man nun einen Vaterschaftsurlaub hat oder nicht. Das fängt bei der Bereitschaft eines jeden Vaters ab, nicht nur die Ernährerrolle zu spielen.
    Aber ein Vaterschaftsurlaub, oder eben besser Elternutlaub, würde bei vielen Leuten ein bisschen Einfluss auf das eigene Rollenverständnis in der Familie haben.
    Und dafür ist gopfertami höchste Zeit in diesem Land. Da sind 2 Wochen peanuts und 4 Wochen allerhöchstens Walnüsse.
    • AllknowingP 23.06.2019 00:05
      Highlight Highlight Nach dem ersten Satz erwartete ich ja etwas richtig schlimmes. Am Ende gibts ein “I feel you” und viel Liebe für dich! Huere Walnüss!
  • salzige schneeflocke 22.06.2019 18:47
    Highlight Highlight Es tut unglaublich gut, einen solchen Text zu lesen! Vielen Dank dafür. Es wäre schön, wenn es die eine oder den andern zum Nachdenken anregen würde.

    Eine Familie zu managen ist Sache des Paares, nicht der Frau, aber auch nicht des Mannes. Etwas, was leider auch in der heutigen Zeit noch immer nicht überall klar ist. Deshalb nochmals ein grosses Merci für diesen Beitrag.
  • Propeller 22.06.2019 18:45
    Highlight Highlight Unsere Kleine ist nun 6 Wochen alt und ich finde mich in einigen Situationen wieder. Einzig: Ich als Mann habe mich von Anfang an über Geburtsvorbereitungen informiert (und wir haben zusammen an 2 Samstagen den Hypno-Birthing-Kurs besucht) und ich habe mich alsbald über Familienzimmer in Spitälern informiert (ich kann jedem Paar von Herzen das Nidwaldner Kantonsspital empfehlen!). Ich war von Minute 1 dabei, jedes Stillen in der Nacht, mit der Kleinen 2h im Spitalgang spazieren, damit Mama ein bisschen Schlaf kriegt und und und.. Nach 3 Wochen musste ich leider wieder zur Arbeit.
    • loquito 22.06.2019 20:59
      Highlight Highlight Familienzimmer gibt es in Bern nicht... Ausser man will nicht ins Spital, was für uns jedoch wichtig war...
    • Nate Summer-Cook 22.06.2019 21:39
      Highlight Highlight Auch zu empfehlen sind Geburtshäuser. Wir waren in Bäretswil. Es ist da persönlicher, man hat grundsätzlich ein Familienzimmer und unter der Geburt wird man von erfahrenen und liebevollen Hebammen betreut, die nicht gleichzeitig noch anderen Gebärenden schauen müssen. Auch die Atmosphäre ist da nicht so Spital-steril, niemand platzt bei der Geburt einfach in den Raum und als Mann fühlte ich mich da auch ernst genommen und konnte meine Frau aktiv unterstützen. Und das Essen da ist grandios 🤗😋
  • pamayer 22.06.2019 18:19
    Highlight Highlight Das Beschriebene kenne ich als Vater aus erster Hand.
    Der treffendste Satz dabei:

    "Heute fühle ich mich nicht gleichberechtigt, sondern gleichverpflichtet."

    Und diese Verpflichtung ist schlicht lebenslänglich.

    Vielleicht verstehen das (werdende) Väter. Die abwesenden Väter kommen unterm Strich teuer.
    Zu wenig Beziehung
    Zu wenig authentische Väter als Vorbild.

    Es ist anstrengender als eine Mount-Everest-Besteigung, dafür 1000 mal lebendiger und dynamischer.

    Männer, packt diese einmalige, zweimalige, dreimalige Chance. Irgendwann ist es zu spät. Definitiv.
  • Skorpion_Lady 22.06.2019 17:34
    Highlight Highlight Super Bericht, sehr gut und ehrlich geschrieben. Hätte das mein Mann auch gemacht, er würde mich viel besser verstehen was ich in diesen 2 Jahren mit unserem Sohn erlebt habe, es ist nun mal nicht immer nur toll zu Hause zu bleiben, auf jeden Fall viel mehr als nur mit dem Kind spielen, es gibt so vieles, was nicht nur schön ist. Aber es gehört alles dazu und man vergisst zum Glück die vielen schlaflosen Nächte, wie oft man am Ende des Tages weint vor lauter Verzweiflung und Müdigkeit, weil man nicht mehr weiter weiss, was man machen soll, dass das Kind nicht mehr schreit und zufrieden ist.
  • Astrogator 22.06.2019 17:08
    Highlight Highlight Exakt meine Erfahrung, ich blieb 6 Wochen zu Hause und es war eine äusserst wertvolle Zeit. Für das Kind, meine Frau, mich und vor allem für uns als frischgebackene kleine Familie.

    Und auch wir machen die Erfahrung, dass unser Kind "pflegeleichter" ist als das von Eltern, wo der Vater nicht zu Hause bleiben konnte.
    • Mia Mey 22.06.2019 19:51
      Highlight Highlight Ich wollte dich blitzen, fand das ohne Antwort aber unfair. Ob ein Kind ‚pflegeleicht, ist hängt auch sehr vom Kind ab, das hat kaum was mit dem Vater zu Hause zu tun. Diese Aussage von dir lässt Eltern von unruhigen Kindern verzweifeln, weil sie sich immer fragen was sie falsch machen. Nur, die Kleinen sind vom ersten Tag an eigene Personen.
    • bebby 22.06.2019 20:18
      Highlight Highlight Mia hat absolut recht, auch meine Erfahrung. Tipp: lies mal ein Buch von Largo, das tut sehr gut.
    • nick11 22.06.2019 20:43
      Highlight Highlight muss ich Mia absolut Recht geben. Dass dies so ist, merkst du wenn du ein zweites oder drittes Kind hast. Du machst alles gleich, und doch sind sie alles andere als gleich...
    Weitere Antworten anzeigen
  • KoSo 22.06.2019 17:04
    Highlight Highlight Vor bald 16 Jahren lief ich nächtelang die Korridore der Klinik hoch und runter, lies die Mama meiner Tochter schlafen.
    Zuhause war ich immer zuerst wach, ging das Kind holen und weckte die Mutter zum Stillen.
    Nach den Bäuerchen legte legte ich unser Kind ins Bett und ging schlafen...

    War bis beide Kinder ca. 3 J. waren gefühlt jede Nacht auf, um irgendetwas zu schauen und hatte mein Geschäft im Anbau bis vor gut 7 Jahren.

    Diese Zeit verbindet, verbindet so tief, dass nicht mal die Pubertät diese kappen kann.

    ich kann nur jedem raten, werdet VATER, es lohnt sich immer!
  • Finöggeli 22.06.2019 16:44
    Highlight Highlight Ich habe im ersten Jahr auch 2 Monate genommen (hatte sehr viel Über Zeit). Alles in Allem musste ich etwa 6 Monate Diskutieren, nicht mit meinem Team, welches mir von Tag 1 an den Rücken stärkte, jedoch mit Kader, welche an meine 'Führungskompetenzen' appellierte. Durch die Lange Abwesenheit konnte mein Team neue Aufgaben übernehmen, wuchs zusammen und funktioniert nun besser als vorher...
  • Ezekill 22.06.2019 16:42
    Highlight Highlight Würde ich mir das leisten können, hätte ich es auch gern gemacht. Stattdessen habe ich ne Freundin meiner Frau gefragt was ich machen kann. Antwort: „Wenn du nach Hause kommst, schnapp dir das Kind und gib ihr ne Auszeit„. Das tue ich heute noch 😉
  • El Vals del Obrero 22.06.2019 16:06
    Highlight Highlight Meine Eltern konnten früher (80er-Jahre!) eine Zeit lang ein gutes System haben: Zusammen hatten Sie eine 100%-Stelle. Es musste einfach immer jemand von beiden bei der Arbeit sein, aufteilen konnten sie die Zeiten selber.
    • Garp 22.06.2019 16:12
      Highlight Highlight Da hatten sie viel Glück, dass 1. ein Lohn reichte, dass sie offenbar im gleichen Beruf arbeiteten und der Arbeitgeber das ermöglichte. Mit System hat das nichts zu tun.
  • m!k 22.06.2019 16:05
    Highlight Highlight Danke für den super Artikel! Habe mich total wiedergefunden im Text, obwohl ich leider auch nur 2 Wochen Urlaub nehmen konnte. Ich wünsche euch für die Zukunft alles Gute, viel Kraft und Ausdauer :-)!
  • Prodecumapresinex 22.06.2019 16:05
    Highlight Highlight Was für ein unglaublich feinfühliger Text! Sehr bereichernd, einmal von einem Mann über das «Vater werden und sein» zu lesen. Danke sehr dafür. ❤️🙏🏻
  • Blubber 22.06.2019 16:03
    Highlight Highlight Wie schön geschrieben! Danke für diesen Artikel, wir wurden auch vor einigen Monaten Eltern und ich kann vieles gut nachfühlen.
  • G-Man 22.06.2019 15:57
    Highlight Highlight Wenn du wirklich was mitbekommen willst reduziere langfristig auf 60% oder sogar noch weniger. Dieses Familienmodell funktioniert hervorragend und bietet quasi nur vorteile. 2 monate sind zwar toll, aber danach fällt man wieder in ein altes rollenbild.
    • Toerpe Zwerg 22.06.2019 16:07
      Highlight Highlight 60% Pensen langfristig vernichten jede Karriere.

      Meine Empfehlung ist, dass nach 1Jahr beide 80% arbeiten. Stressig, aber nur so ist auch ein berufliches Fortkommen gewährleistet.
    • G-Man 22.06.2019 16:16
      Highlight Highlight Oder man pausiert die karriere und bekommt dafür etwas von den kindern mit. Nach 6 jahren wenn die kinder in der schule sind, kann man wieder gas geben. Das muss jeder selber entscheiden, aber für mich sind die kinder wichtiger als die karriere.
    • ingmarbergman 22.06.2019 16:32
      Highlight Highlight 70% ist die Untergrenze wenn man nicht die Gefahr laufen will, im Alter Geldprobleme zu bekommen.
      Alles darunter ist eine Wette darauf, dass die Beziehung bis zum Lebensende hält.
    Weitere Antworten anzeigen
  • problemfall 22.06.2019 15:50
    Highlight Highlight Bro, du sprichst mir aus der Seele 👍
  • Toerpe Zwerg 22.06.2019 15:47
    Highlight Highlight Die Bindung wird über Jahre durch kontinuierliche Betreuung aufgebaut. Das "Aufholen" ist nur möglich, wenn der Vater das Kind alleine, ohne Mutter, betreut und Verantwortung trägt. Die ersten Wochen sind relativ belanglos - für das Kind - sie sind für die Eltern wichtig, um lernen zu können.

    Für ein Aufholen am besten wäre es, wenn der Vater seinen Vaterschafts Urlaub dann bezieht, wenn die Mutter abgestillt hat und er das Kind unabhängig von ihr versorgen kann.

    Hierfür ist sind Teilzeitpensum des Vaters und Arbeitspensum der Mutter nötig. Die Mutter muss möglichst früh auch mal weg sein.
    • Zwei Fallende Stimmen 22.06.2019 16:02
      Highlight Highlight Mag sein, aber wie im Text beschrieben geht's nicht primär um das Herstellen einer Bindung, sondern um das gerechte Verteilen der Belastung - und dss ist insbesondere ganz am Anfang wichtig. Schreikinder z.B. schreien v.a. in den ersten drei Monaten.
    • ingmarbergman 22.06.2019 16:06
      Highlight Highlight Ich verstehe die Blitzer nicht. Du hast genau recht.
      Für wirkliche Gleichberechtigung ist der Vaterschaftsurlaub weniger wichtig, als dass danach der Vater im Alltag Arbeit reduziert und auch die Frau arbeitstätig bleibt.

      Eigentlich müsste es statt einem Vaterschaftsurlaub eher einen Ausgleich von 20% geben für alle Väter, die von 0-4 Jahren des Kindes ihr Pensum reduzieren.
    • TheBase 22.06.2019 16:10
      Highlight Highlight Doch, genau DAS ist der primäre Zweck der Sache.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Kollani 22.06.2019 15:32
    Highlight Highlight Toller Artikel, der zum Nachdenken anregt!
  • nick11 22.06.2019 15:30
    Highlight Highlight Sehr gut beschrieben, ich hatte zwar nur 2 Wochen Urlaub, aber ich denke viel wichtiger ist es, am Abend für die Frau da zu sein und die Hausarbeiten damit fair zu verteilen.
    Viel Spass noch in der kommenden Zeit, die jetzigen Herausforderungen verschwinden, doch es kommen in gleichem Masse andere hinzu ;)
    Wir machen jetzt grad das gleiche nochmals durch mit dem zweiten (2 Monate alt), das ist dann nochmals was ganz anderes 🤗
    • recto 22.06.2019 16:01
      Highlight Highlight Danke für den Artikel. Hätte ich doch ... aber vor genau 12 Jahren kriegte ich bei einem grossen Arbeitgeber nicht einmal 1 Tag geschenkt. @nick11 ja, ja... ein Kind ist kein Kind ;-)
  • John H. 22.06.2019 15:28
    Highlight Highlight Gut ge- und beschrieben. Wäre schön, wenn es die nächsten Jahre Updates gibt, ein Kind begleitet einem ja Jahre ;o) - der Vaterschaftsurlaub ist ja erst der Anfang.
  • Florian Wey 22.06.2019 15:27
    Highlight Highlight Eine frühe Einbindung des Vaters in die Beziehung zum Kind und Mutter ist enorm WICHTIG.
    Das Defizit für jeden einzelnen Tag, an dem die Partner 100% arbeiten, braucht Wochen damit die Beziehung zum Kind, ev auch zum Partner kompensiert werden kann.
    • maude 23.06.2019 00:02
      Highlight Highlight Also.mein Partner musste damals recht schnell wieder 100% arbeiten und ich hatte nie den Eindruck, dass die Bindung deswegen schlechter ist. Es geht ja darum WIE man mit den Kindern ist. Es gibt Eltern, die sind 24/7 mit den Kindern und dennoch emotional meilenweit entfernt und dann gibt es jene, die es vielleicht täglich nur ein paar Stunden, dafür mit vollem, offenen Herzen sind, greifbar und da für das Kind. Ich wage mal zu behaupten, das bei Zweiteren eine bessere Bindung existiert.
  • Garp 22.06.2019 15:19
    Highlight Highlight Schön erzählt und viel reflektiert.
    Und doch, wenn Du Dich gleich verpflichtet fühlst, dann hast Du eine tiefere Bindung, heisst nicht, dass das dann bei jedem so ist.
    Und Bohne, hat sicher eine tiefere Bindung zu Dir, als zu einem Vater, der nicht da ist oder da sein kann, beim Start ins Leben. 😊 Wünsch Euch weiterhin alles Liebe!
  • Toerpe Zwerg 22.06.2019 15:14
    Highlight Highlight Das Kind heisst Bohne?!
    • erzwo 22.06.2019 15:24
      Highlight Highlight jep, mein erstes hiess Keks, das zweite Krümel...Müssen ja nicht immer die echten Namen sein in Artikeln, oder? 🤓
    • Garp 22.06.2019 15:28
      Highlight Highlight Findest du, er muss den Namen verraten?
    • Z.enox 22.06.2019 15:33
      Highlight Highlight Nicht dein ernst....
    Weitere Antworten anzeigen
  • seabear 22.06.2019 15:11
    Highlight Highlight Toll!
  • olga 22.06.2019 15:11
    Highlight Highlight Wow, danke für diesen ehrlichen und aufgeschlossenen Text. Hoffentlich eine Inspiration für werdende Väter.

Die Schweiz belegt laut Unicef-Studie bei Familienfreundlichkeit den letzten (!!!) Platz

Bei der Familienfreundlichkeit rangiert die Schweiz gemäss einer neuen Studie des Uno-Kinderhilfswerks Unicef in Europa auf dem letzten Platz. Die familienfreundlichsten Regeln und Gesetze gibt es demnach in Schweden, dahinter folgen Norwegen und Island.

Das schreibt Unicef in einem am Donnerstag in New York veröffentlichten Bericht. Ebenfalls in die Top Ten der 31 untersuchten Länder schafften es Deutschland, Estland, Portugal, Dänemark, Slowenien, Luxemburg und Frankreich. Noch vor dem …

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