Schweiz
Fribourg

Bellechasse FR: Nach Gefängnisaufstang ist Lage wieder unter Kontrolle

Nach Aufstand in Schweizer Gefängnis: Lage wieder unter Kontrolle

05.02.2026, 13:0405.02.2026, 13:04

In der Strafanstalt in Bellechasse FR haben am Montagabend 32 Insassen des geschlossenen Vollzugs während fast drei Stunden gegen ihre Haftbedingungen protestiert. Nach dem Aufstand werden sie nun von der Leitung der Freiburger Haftanstalt befragt.

Dies könne einige Zeit in Anspruch nehmen, teilte Didier Page, stellvertretender Generalsekretär und Kommunikationsbeauftragter der Direktion für Sicherheit, Justiz und Sport (DSJS), am Donnerstag der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit. Um den Sachverhalt aufzuklären, werden laut Page Überwachungsvideos eingesetzt.

Exterior views of the penitentiaries Bellechasse, pictured on July 16, 2012 in Sugiez, Switzerland. The penitentiariy Bellechasse in the canton of Freiburg nowadays accommodates mainly people, who hav ...
Inhaftierte protestierten in der Strafanstalt in Bellechasse FR. Bild: KEYSTONE

Aus Protest gegen ihre Haftbedingungen weigerten sich die aufständischen Gefangenen, in ihre Zellen zurückzukehren, verbarrikadierten sich und verhielten sich aggressiv und gewalttätig, wie Page mitteilte. Er bestätigte damit eine Information von RTS.

Zu hohe Kosten für Lebensmittel

Grund für den Aufstand waren die als zu hoch empfundenen Kosten für Telefonate und den Kauf von Lebensmitteln. Gemäss Page verhielten sich die Häftlinge gegenüber den Vollzugsbeamten vor Ort sehr aggressiv, begingen Sachbeschädigungen und äusserten schwere Drohungen.

Das Gefängnispersonal wurde daraufhin zurückgerufen. Die Leitung habe die Kantonspolizei zur Verstärkung hinzugerufen. Nach Verhandlungen kehrten die aufständischen Insassen am Montag gegen 22.00 Uhr in ihre Zellen zurück, wie es weiter hiess. Nach drei Stunden konnte die Lage beruhigt werden. Verletzt worden sei niemand.

Man habe die Lage stets unter Kontrolle gehabt. Einige der Beteiligten werden oder wurden bereits in Hochsicherheitszellen gebracht, wie er weiter mitteilte. «Seit ich mich erinnern kann, also seit 20 bis 25 Jahren, ist so etwas noch nie vorgekommen», so Page.

Derzeit arbeite die Leitung der Freiburger Haftanstalt (EDFR) daran, bestimmte Forderungen der Häftlinge zu verbessern. Im November hatten die Strafgefangenen eine Liste mit Forderungen an die Leitung der EDFR und die DSJS geschickt. Diese würden derzeit überprüft, eine Antwort sei in Ausarbeitung, sagte Page der Zeitung «La Liberté». Die Forderungen seien vielfältig und unterschiedlich, gab er Keystone-SDA Auskunft.

Im September 2025 bewilligte das Freiburger Stimmvolk einen Kredit in Höhe von 53,1 Millionen Franken für den Bau eines neuen kantonalen Zentralgefängnisses. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Beliebteste E-Autos in der Schweiz
1 / 3
Beliebteste E-Autos in der Schweiz

Das sind die beliebtesten E-Autos in der Schweiz im Januar.

Auf Facebook teilenAuf X teilen
Darum geht es bei der Individualbesteuerung
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
4 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
4
Deutschschweizer Jugendliche verschickten KI-Deepnudes von Mitschülerinnen
An einer Deutschschweizer Schule haben Jugendliche KI-Deepfake-Nacktbilder von Mitschülerinnen erstellt und über Snapchat verschickt. Der Fall liegt nun bei der Jugendanwaltschaft. Den betroffenen Schülerinnen hilft das aber nur wenig.
Bei den mutmasslichen Tätern handelt es sich um 12- bis 14-jährige Sekundarschüler, wie der Tages-Anzeiger berichtet. Sie sollen mithilfe von Künstlicher Intelligenz sexualisierte Deepfake-Bilder von Mitschülerinnen erstellt und über Snapchat an andere Jugendliche geschickt haben. Der Fall habe sich im vergangenen Jahr an einer Schule in der Deutschschweiz ereignet.
Zur Story