Rogentin holt im Stechen gegen Hintermann das letzte Abfahrts-Ticket
Sonnenschein und perfekte Bedingungen sorgten in Bormio für sehr faire Rahmenbedingungen. Stefan Rogentin legte mit Startnummer 1 vor. Die vierte Zwischenzeit, die im Schweizer Team als Ziellinie für die interne Qualifikation definiert worden war, erreichte er nach 1:25:15 Minute.
Im Ziel begann für den 31-jährigen Bündner das (kurze) Warten. Mit der Startnummer 6 ging sein Konkurrent um den Olympia-Startplatz ins Rennen, Niels Hintermann. Die Fahrt des Zürchers war weniger gut – er erreichte die virtuelle Ziellinie mit einem Rückstand von 43 Hundertstelsekunden auf Rogentin.
Hemetsbergers heftiger Crash
Damit waren die Würfel gefallen. Zwar kündigten die Schweizer Trainer an, dass womöglich nicht die reine Zeit zur Entscheidung hinzugezogen werde. Aufgrund der fairen Bedingungen und der deutlichen Differenz war dies nicht der Fall, am Samstag wird Rogentin starten.
Für eine Schrecksekunde sorgte im Training Daniel Hemetsberger. Der 34-jährige Österreicher stürzte heftig und verlor beim Aufprall auf die Piste seinen Helm. «So was darf nicht passieren!», schimpfte ORF-Experte Hans Knauss zurecht. Hemetsberger schlitterte ins Fangnetz, er konnte aber rasch wieder aufstehen und nach unten fahren. Die Kameras fingen eine blutende Wunde im Gesicht ein.
«Es geht mir relativ gut», gab Hemetsberger später im ORF Entwarnung. «Es hat mich ziemlich auf die Bir'n ghaut, am Brillenglas sieht man den Abdruck vom Tor.» Er glaube nicht, dass es etwas Gröberes sei und rechne damit, am Samstag starten zu können. Fast mehr als über den Sturz nervet ihn sein Fehler: «Ich Idiot! Es ärgert mich gewaltig, dass ich den gleichen Fehler gemacht habe wie schon in Kitzbühel.»
Trio war bereits gesetzt
Hintermann hatte nach dem ersten Training am Mittwoch für Schlagzeilen gesorgt, weil er sich an einem Detail der internen Qualifikation störte. Er hatte sich darüber geärgert, dass nicht drei Fahrer um zwei Startplätze stechen, sondern nur er und Rogentin um einen – und dass Alexis Monney sein Ticket für das Rennen am Samstag (11.30 Uhr) bereits vor den Trainings auf sicher hatte.
Ohnehin gesetzt waren Marco Odermatt, der Abfahrts-Weltmeister 2023 und zuletzt zweifacher Gewinner des Abfahrtsweltcups, und Franjo von Allmen, der Abfahrts-Weltmeister 2025. «Odi» gewann in diesem Winter drei Weltcupabfahrten, von Allmen zwei. Monney entschied in der vergangenen Saison die Olympia-Hauptprobe auf der Pista Stelvio in Bormio für sich.
Die Aussagekraft des Trainingsresultats ist nicht über alle Zweifel erhaben. Viele Fahrer wie Odermatt oder von Allmen gingen nicht ans Limit oder schwangen früh ab. Von Allmen zeigte beim Zielsprung eine Showeinlage, indem er sich an die Ski griff, die er in der Luft hoch nach oben stellte. Am schnellsten waren drei Italiener: Mattia Casse, Florian Schieder und Giovanni Franzoni.
