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GC Fans unterbrechen das Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Luzern und dem Grasshopper Club Zuerich in der Swissporarena, am Sonntag, 12. Mai 2019 in Luzern. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Wüste Szenen am Sonntag in Luzern: GC-Chaoten erzwingen den Spielabbruch. Bild: KEYSTONE

Wieso hatte der GC-Chaot Stefan N. kein Stadionverbot?



Der GC-Chaot Stefan N., der sich gestern der Polizei gestellt hat, hatte zu den Rädelsführern gehört, die am letzten Sonntag in Luzern den Spielabbruch erzwungen hatten.

Wie Recherchen der «Berner Zeitung» nun zeigen, wurde er bereits vor zwei Monaten wegen Landfriedensbruch verurteilt. Es ging bei der Verurteilung um einen Vorfall im Herbst 2016, als GC-Ultras YB-Fans attackiert hatten. Stefan N. hatte zwar keine aktive Rolle bei den Attacken gehabt, wurde aber dennoch verurteilt, weil er mit den Ultras mitmarschiert war. Da er bereits vorbestraft war, kassierte er eine unbedingte Geldstrafe von 1800 Franken.

Wie kommt es also, dass er am vergangenen Sonntag trotzdem ins Stadion durfte? SFL-Kommunikationschef Philippe Guggisberg sagte gegenüber der «Berner Zeitung», dass die Liga von dieser Verurteilung nichts wusste. «Es gibt keine gesetzliche Bestimmung, dass die Gerichte in einem solchen Fall die Liga informieren müssen», begründet René Graf, Gerichtssekretär beim Regionalgericht Bern-Mittelland.

Fälle von Landfriedensbruch im Zusammenhang mit Sportveranstaltungen müssen nur dem Bundesamt für Polizei (Fedpol) gemeldet werden. Das Fedpol gibt die Information an die Kantone weiter, welche Massnahmen wie z. B. Rayonverbote aussprechen können. Somit würde der Fall in der Hooligan-Datenbank landen. Hier kommt das entscheidende Problem: Die Polizei kann diese Hooligan-Datenbank einsehen, die Fussballliga aber nicht.

Die «Berner Zeitung» schreibt von einem weiteren pikanten Detail: Bereits im Herbst 2016 hatte Stefan N. ein Stadionverbot. Allerdings wisse die Liga nicht, wie happig dieses Stadionverbot ausfiel, sagt Guggisberg. Das habe mit einer Richtlinie zu tun, die sich auf das Bundesgesetz über den Datenschutz bezieht: «Demnach müssen wir nach Ablauf eines Stadionverbots die entsprechenden Personendaten aus unserer Datenbank löschen», sagt Guggisberg zur «Berner Zeitung».

Das Fazit der «Berner Zeitung»: Wiederholungstäter können somit nicht als solche erkannt werden. Das ist insofern pikant, weil sich allein diese Tatsache straferhöhend auswirken würde. (jaw)

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20 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
Elpampa
16.05.2019 10:08registriert September 2018
Ein bisschen scheinheilig von euch: Ihr plädiert jeweils auf Datenschutz, schreibt aber gleichzeitig, dass es ein pikantes Detail sei, dass man aufgrund des Datenschutzes so jemanden nicht erkennen könne.
Es stellt sich mir im ganzen Kontext einfach die Frage der Verhältnismässigkeit. Mich würde es ehrlich gesagt nicht wundern, wenn die "Anklage" wegen Nötigung fallengelassen würde.
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rescue me
16.05.2019 10:26registriert March 2018
Haben die Medien das Thema jetzt langsam genug ausgeschlachtet? Oder übertreiben wir weiterhin komplett was das angeht?
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Mr Kakapopoloch
16.05.2019 12:28registriert November 2014
Fernab vom Kernthema:
Die Verurteilung wegen Landesfriedensbruch, nur weil man sich in einer Gruppe mit Fehlbaren Personen aufgehalten hat, ist eine ziemlich abenteuerliche Rechtslage. Wiederholungstäter/Depp hin oder her.
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