DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Member of the Swiss National Council Natalie Rickli telephones while waiting at the train station of Winterthur, Switzerland, on May 21, 2015. (KEYSTONE/Gaetan Bally) 

Natalie Rickli, Nationalraetin SVP-ZH, telefoniert waehrend dem Warten am Bahnhof Winterthur, am 21. Mai 2015. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

«Als ich das Lied hörte, war ich schockiert»: SVP-Nationalrätin Natalie Rickli.  Bild: KEYSTONE

«Richtig gf****»: Rapper beschimpfen SVP-Rickli aufs Übelste – das sagt die Richterin dazu

In einem Youtube-Video hetzten fünf Berner Hip-Hopper gegen die SVP-Nationalrätin. Das Gericht verurteilte die Diss-Rapper wegen unflätiger Beschimpfung, nicht aber wegen Sexismus. 



Rapper aus dem Umfeld der Reitschule komponierten einen Rap-Song über SVP-Nationalrätin Natalie Rickli. Die beiden Musiker Tilt und 200BPM vom Berner Rap-Kollektiv Chaostruppe rappten, die Politikerin sei ja vielleicht ganz in Ordnung, wenn sie nur wieder einmal «richtig gfiggt» würde.

Sie bezeichneten die SVP-Politikerin als Schlampe und forderten sie wiederholt auf primitivste Weise zum Oralverkehr auf.  «Als ich das Lied hörte, war ich schockiert und betroffen. Wie kann man nur so über Frauen denken und sie auf diese Weise beschimpfen und sexuell belästigen?», sagt Rickli zum Sonntagsblick. Am 24. März 2016 erstattete Rickli Strafanzeige. Im Februar dieses Jahres gab die Staatsanwaltschaft des Kantons Bern der SVP-Frau aus Winterthur ZH recht.

Kniefall vor dem Richter

Die fünf beteiligten Hip-Hopper, Mitglieder des Berner Rap-Kollektivs Chaostruppe, wurden mittels Strafbefehl wegen Verleumdung, Beschimpfung und sexueller Belästigung schuldig gesprochen. Diese Woche fand die Hauptverhandlung des Regionalgerichts Bern-Mittelland gegen die Diss-Rapper statt. Die fünf Angeklagten gaben sich vor dem Tribunal reuig. Sie entschuldigten sich bei der Klägerin. Der Kniefall verfehlte seine Wirkung nicht.

Zwar verurteilte auch EVP-Gerichtspräsidentin Christine Schaer die Musiker. Im Gegensatz zum Antrag der Staatsanwaltschaft aber lediglich wegen Beschimpfung – und auch nur zu einer bedingten Geldstrafe von einigen Hundert Franken. Von Verleumdung und sexueller Belästigung wurden sie dagegen freigesprochen. Strafrechtsprofessor und SP-Ständerat Daniel Jositsch versteht das Urteil nicht. Er hält fest: «Das ist sexuelle Belästigung.»

Auch andere politische Gegner solidarisieren sich mit Rickli: «Ich finde den Text inakzeptabel, unserer politischen Kultur und Demokratie unwürdig», sagt GLP-Nationalrätin Kathrin Bertschy zum Sonntagsblick. Zwar sei die Rap-Kultur durchaus für sexistische Texte bekannt. «Dies ist aber ein persönlich abwertender sexistischer Angriff auf eine Politikerin», so die Co-Präsidentin des Frauendachverbandes Alliance F.

Die verbalen Entgleisungen sorgen auch in der Berner Reitschule für Kritik.  Das linksalternative Kulturzentrum sieht sich als Vorreiter im Kampf gegen Sexismus.

«Autsch, #Chaostruppefail, #GrenzendesDissraps», kommentierte Reithalle-Urgestein Tom Locher das Urteil auf Facebook

(amü)

Polizist in der Berner Reitschule eingesperrt

Diese bürgerlichen Politiker sagen: «Legalize it!»

1 / 24
Diese bürgerlichen Politiker sagen: «Legalize it!»
quelle: keystone / walter bieri
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Das könnte dich auch interessieren:

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Urteil gegen Ex-Polizist wegen Tötung George Floyds

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Zürcher Regierungsrat Mario Fehr tritt aus der SP aus – so rechnet er mit seiner Partei ab

Nach den ewigen Querelen hat der Zürcher SP-Regierungsrat Mario Fehr genug. Er erhebt schwere Vorwürfe gegen die Sozialdemokraten. Diese wollten ihn nicht mehr als Regierungsrat zur Wiederwahl empfehlen.

Mario Fehr, SP-Mitglied und Zürcher Regierungsrat, gilt schon länger als Reizfigur der Linken. Seit 2011 sitzt er in der kantonalen Exekutive und war davor langjähriger Nationalrat. Nun tritt er nach 39 Jahren aus der SP aus. Er begründete den Schritt am Freitag vor den Medien mit zunehmenden Spannungen zwischen ihm und der Parteiführung der SP. «Als Regierungsrat kann ich so nicht länger arbeiten, ohne unglaubwürdig zu werden». Für diese Legislatur bleibe er sicher parteilos.

Dann teilt er so …

Artikel lesen
Link zum Artikel