Schweiz
Gesellschaft & Politik

Parlament sagt Ja: Crans-Montana-Opfer erhalten 50'000 Franken

Eine Schweigeminute fuer die Opfer von Crans-Montana wird im Nationalratssaal abgehalten, anlaesslich des traditionellen Neujahrsempfangs, fotografiert am Mittwoch, 14. Januar 2026 im Bundeshaus in Be ...
Schweigeminute für die Opfer von Crans-Montana: Der Nationalrat hat heute die Soforthilfe bewilligt.Bild: keystone

Parlament sagt Ja: Crans-Montana-Opfer erhalten 50'000 Franken

09.03.2026, 18:0809.03.2026, 18:22

Nach dem Ständerat hat sich auch der Nationalrat für einen Solidaritätsbeitrag von 50'000 Franken pro Person an die Opfer der Brandkatastrophe von Crans-Montana und deren Angehörige ausgesprochen.

Die grosse Kammer präzisierte aber den Kreis der Anspruchsberechtigten. Mit 124 gegen 66 Stimmen bei zwei Enthaltungen stimmte der Nationalrat am Montag dem dringlichen Bundesgesetz über die Unterstützung der Opfer in der von seiner Rechtskommission abgeänderten Version in der Gesamtabstimmung zu.

Eine Minderheit aus SVP-Parlamentariern wollte auf die bundesrätliche Vorlage nicht eintreten. Diese beinhalte eine Ungleichbehandlung für Opfer anderer Katastrophen. Verantwortung für die Opfer müssten zudem die Gemeinde und der Kanton Wallis übernehmen.

Der Bund könne höchstens als Mediator auftreten. «Die Subsidiarität wird hier schwer verletzt», sagte Manfred Bühler (SVP/BE) im Rat.

Manfred Buehler, SVP-BE, nimmt eine Frage entgegen in der Debatte ueber Gewalt in der Erziehung, an der Sondersession des Nationalrats, am Montag, 5. Mai 2025 im Nationalrat in Bern. (KEYSTONE/Alessan ...
Weil es eine Ungleichbehandlung der Opfer darstelle, wollte Manfred Bühler (SVP/BE) die 50'000 Franken nicht genehmigen.Bild: KEYSTONE

Der Nichteintretensantrag war im Rat allerdings chancenlos, wie sich anhand der Fraktionsvoten früh abzeichnete. «Die grosse Anzahl Opfer rechtfertigen ein Handeln des Bundes», sagte etwa Philipp Bregy (VS) im Namen der Mitte-Fraktion. «Es gibt Situationen, da darf die Angst vor der Präjudiz ein Handeln nicht verhindern.»

So sprach der Nationalrat analog zum Ständerat maximal 7,8 Millionen Franken Soforthilfe für die Opfer der Brandkatastrophe und deren Angehörige. Mit dem Entscheid folgte der Nationalrat seiner Rechtskommission (RK-N).

Diese hatte vorgeschlagen, den Solidaritätsbetrag nicht nur Angehörigen von Todesopfern und den infolge des Brandes stationär behandelten Personen zuzusprechen, sondern - im Härtefall - auch den ambulant im Spital Behandelten. Nach dem Willen des Nationalrates sollen somit alle Angehörigen von Verstorbenen sowie Personen, die mindestens eine Nacht im Spital verbringen mussten, den Solidaritätsbeitrag erhalten. Nach der Ständeratsdebatte vom vergangenen Mittwoch war dies unklar geblieben.

Bar Le Constellation in Crans-Montana nach Brand
In der Bar Le Constellation verloren in der Silvesternacht 41 Menschen ihr Leben.

Gesetz und Finanzierungsbeschluss widersprachen sich: Der Ständerat stimmte im Rahmen des dringlichen Bundesgesetzes zwar für die Version des Bundesrates, wonach jede Person, die infolge der Brandkatastrophe eine stationäre Spitalbehandlung benötigt hatte, der Pauschalbetrag ausgerichtet wird.

Im Rahmen des Finanzierungsbeschlusses hatte die kleine Kammer allerdings für den Betrag in der Höhe von 7,8 Millionen Franken votiert - was in der Theorie ebenjenen 50'000 Franken für alle bei dem Brand schwer Verletzten, also auch den ambulant Behandelten sowie den Angehörigen der Toten, entspricht.

Der Ständerat muss sich in der laufenden Session somit erneut mit dem Geschäft befassen.

Bei dem Brand in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana in der Silvesternacht kamen 41 Menschen ums Leben, 115 Personen mussten sich wegen Verletzungen im Spital behandeln lassen - 85 von ihnen stationär.

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24 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Roeger
09.03.2026 19:14registriert März 2019
Gehts noch? Das waren private Leute in einem privaten Lokal. Warum soll ich für diese bezahlen? Dafür gibts doch Versicherungen????
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WatSohn?
09.03.2026 19:43registriert Juni 2020
Mir erschliesst sich nicht so ganz, weshalb der Bund- also wir alle- für die Schlamperei eines einzelnen Kantons geradestehen soll. Der Kanton Wallis schert sich ja auch sonst nur selten um Anliegen und Gesetze der Restschweiz.
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Christofero
09.03.2026 19:38registriert März 2019
Eine völlig falsche Entscheidung und eine schallende Ohrfeige für andere Opfer von nicht selbst verschuldeten Unfällen, die nicht nur keine solchen Zahlungen erhalten sondern sich verzweifelt für ihr Recht wehren müssen. Natürlich findet Breggy die Zahlung gut, er kommt ja auch aus dem Kanton, der mit seiner unglaublichen Schlamperei hauptsächlich für diese unerträgliche Katastrophe verantwortlich ist. Jetzt sollen die Schweizer zahlen und warten bis die Walliser die nächste Katastrophe produzieren, dies ist das Verständnis der Walliser Mitte Politiker von Solidarität!
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