Bericht: Walliser Parlament will Brandschutzkontrollen lockern
Nach der Brandkatastrophe in Crans-Montana wird in der gesamten Schweiz über Brandschutzvorschriften diskutiert. Das Walliser Parlament soll nun etwas planen, womit wohl keiner gerechnet hat: Es will die Brandschutzkontrollen lockern. Das berichtet der «Walliser Bote».
Ein dringliches Postulat, unterzeichnet von allen Fraktionschefs des Walliser Grossen Rats, soll in der kommenden Woche in der März-Session in Sitten diskutiert werden. Es sieht «zwischen den Zeilen» unter anderem die Lockerung des bestehenden Gesetzes zum Schutz gegen Feuer und Naturelemente vor, schreibt der Walliser Bote.
Es soll künftig genauer definiert werden, welche Einrichtungen als «sensibel und prioritär» gelten. Gebäude, die in diese Kategorie fallen, sollen weiterhin jährlich durch die Gemeinden kontrolliert werden. Für andere Einrichtungen soll die Regelmässigkeit hingegen angepasst werden. Damit sollen «Ressourcen prioritär dort eingesetzt werden, wo die Risiken am höchsten sind», heisst es im Entwurf.
Ausserdem weisen die Fraktionschefs wohl darauf hin, dass die Vorschriften im Wallis teils strenger ausfallen würden als in anderen Kantonen. In Genf etwa müsse keine gesetzliche Regelmässigkeit eingehalten werden – in Freiburg hingegen müssten Bar-Discos mindestens alle drei Jahre kontrolliert werden. Das Walliser Gesetz sieht aktuell jährliche Kontrollen vor. Die Intervalle sollen nun an die Schweizer Durchschnittswerte angepasst werden, fordern die Fraktionschefs laut dem «Walliser Boten».
Die Gemeinde Crans-Montana hatte nur wenige Tage nach dem Feuer zugegeben, dass es in der Bar «Le Constellation» jahrelang keine Kontrollen mehr gegeben hatte. Das sorgte für Kritik an den Walliser Behörden. (hkl)
