Protest in Zürich gegen Tauben-Keulung
Auf dem Zürcher Europaplatz hat am Samstag eine Kundgebung für die Zürcher Stadttauben stattgefunden. Laut der Veranstalter nahmen 250 bis 300 Personen daran teil.
Im Zentrum der Kundgebung sei die Forderung nach einem flächendeckenden Ausbau betreuter Taubenschläge nach dem sogenannten Augsburger Modell gestanden, hiess es in einer entsprechenden Medienmitteilung. Dieses ermögliche eine nachhaltige und tiergerechte Regulierung der Taubenpopulation durch den Austausch von Eiern.
Der Hintergrund: Vergangene Woche hatten Zürcher Wildhüter am Stadelhoferplatz Stadttauben eingefangen und anschliessend von den Blicken der Öffentlichkeit abgedeckt vor Ort gekeult (watson berichtete). Mit der Aktion sollte der Taubenbestand gezielt reguliert werden, erklärte die Stadt auf Anfrage.
In Zürich leben rund 16'000 verwilderte Haustauben, die jährlich gut 80 Tonnen Kot verursachen, welcher wiederum zu erheblichen Verschmutzungen sowie Schäden an Fassaden und Mauerwerk führe und als potenzielles Gesundheitsrisiko eingestuft werde. Jährlich töte die Stadt zwischen 910 und 1727 Tauben, so der Stadtrat auf Anfrage.
Berichte über diese Taubentötung hatten national wie auch international für Gesprächsstoff gesorgt. Unter anderem hatte sich ein bekannter deutscher Tierschützer gegen die Aktion ausgesprochen.
Am Mittwoch hatten Vertreterinnen der Grünen im Zürcher Gemeinderat eine Motion eingereicht, die auf eine tierfreundlichere Regulierung der Taubenbestände nach dem Augsburger Modell abzielt.
(cpf)
